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Das Huawei Mate Xs im Alltag

Um das Mate Xs aufzuklappen, müssen wir einen Knopf unterhalb der Kamera drücken. Dieser ist praktischerweise mit kleinen Erhebungen am Rand markiert, so dass wir ihn stets auch ohne Hinschauen finden. Drücken wir den Knopf, wird die Verriegelung gelöst und die arretierte Displayhälfte schnellt hervor. Diese können wir dann komplett aufklappen; in der finalen Position rastet das Scharnier mit einem leisen Knacken ein.

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Bei schnellem Aufklappen erinnert das Knacken beinahe an ein Knirschen, das Geräusch gehört allerdings zum Mechanismus. Das Falcon-Wing-Scharnier ist interessant konstruiert: Beim Aufklappen des Mate Xs wird im Bereich des Gelenks die entstehende Lücke im Gehäuse durch ausfahrbare Paneele geschlossen. Im geöffneten Zustand ist das Scharnier entsprechend verdeckt.

Problematisch finden wir das Gelenk allerdings im zugeklappten Zustand: Dann ist entlang des kompletten Faltbereichs ein deutlicher Spalt sichtbar, durch den Staub in das Gehäuse eindringen kann und der erst beim Aufklappen geschlossen wird. Das kann längerfristig zum Problem werden, in unserem einwöchigen Alltagstest jedoch nicht. Gut durch Kunststoffnasen abgesichert erscheint der Übergang zwischen Scharnier und Display am oberen und unteren Rand des Mate Xs - allerdings auch erst nach dem Aufklappen. Schauen wir uns die Stellen während des Öffnens an, erkennen wir sichtbare Lücken, die Staub einen Weg ins Gehäuse ermöglichen. Problematisch ist dabei auch, dass das Kunststoffdisplay des Mate Xs Staub wie ein Magnet anzieht.

  • Aufgeklappt bietet das Mate Xs eine Menge Platz. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Das Mate Xs, halb zugeklappt (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Zugeklappt passt das Mate Xs in die Hosentasche, es handelt sich aber dennoch um ein recht großes Smartphone. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Das Mate Xs ist zusammengeklappt so groß wie ein herkömmliches Smartphone mit einem 6,6 Zoll großen Display. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Aufgeklappt ist das Mate Xs ein nahezu quadratisches Tablet mit 8 Zoll großem Display. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Bei Lichteinfall ist der Bereich, unter dem das Scharnier verbaut ist, sichtbar. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Das Falcon-Wing-Scharnier ist im aufgeklappten Zustand durch Paneele verborgen. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Die Kamera ist in einer Art Handgriff untergebracht, der in aufgeklapptem Zustand die Handhabung erleichtert. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Die Kamera hat drei Objektive und eine ToF-Kamera. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Beim Auf- und Zuklappen liegt das Scharnier offen, dann kann Staub eindringen. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Der Klappmechanismus wird durch eine Taste ausgelöst. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Der Fingerabdrucksensor ist im Ein-Schalter untergebracht. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Das Mate Xs ist aufgrund des Kunststoffbildschirms ein Staubmagnet. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Das Falcon-Wing-Scharnier ist im aufgeklappten Zustand durch Paneele verborgen. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)

Trotz der ungewöhnlichen Geräusche beim Aufklappen hält das Falcon-Wing-Gelenk das Mate Xs zuverlässig geöffnet und das Display plan. Das Scharnier des Galaxy Fold und Galaxy Z Flip von Samsung wirkt auf uns aber insgesamt stabiler: Wir müssen bei Samsungs Smartphones deutlich mehr Druck ausüben, um sie wieder zu schließen. Beim Mate Xs reicht weniger Kraftaufwand aus, um das Scharnier wieder einklappen zu lassen; aus Versehen haben wir es in unserem Test aber nicht zugeklappt.

Auf dem Display des Mate Xs ist wie bei allen anderen faltbaren Smartphones der Bereich sichtbar, unter dem das Scharnier sitzt, allerdings handelt es sich aufgrund der Konstruktion eher um eine leichte Erhebung als um einen Falz. Beim Drüberfahren mit dem Finger empfanden wir diese als nicht so störend wie etwa beim Galaxy Z Flip. Auf dem Bildschirm ist wie bei anderen Smartphones mit faltbarem Bildschirm eine Schutzfolie aufgebracht; aufgrund des fehlenden Rahmens dürfte sich diese wohl leicht abziehen lassen. Davon sollten Besitzer des Mate Xs allerdings absehen, da dies das Display beschädigen würde. Anders als Samsung verzichtet Huawei darauf, die Ränder der Folie durch einen Rahmen zu schützen.

Zusammengeklappt lässt sich das Mate Xs wie ein herkömmliches Smartphone verwenden: Wir ziehen es aus der Tasche, entsperren es mithilfe des seitlich im Ein-Schalter eingebauten Fingerabdrucksensors und können loslegen. Dies ist verglichen mit anderen faltbaren Smartphones ein großer Vorteil. Das Galaxy Z Flip wie auch das Motorola Razr müssen wir immer erst aufklappen, bevor wir es wirklich verwenden können; da das Außendisplay sehr schmal ist, gilt dies im Grunde auch für das Galaxy Fold.

Beim Mate Xs hingegen haben wir erstmals bei einem faltbaren Smartphone den Eindruck, dass der Aufklappmodus das Gesamtpaket sinnvoll ergänzt: Es handelt sich schlicht um ein normales Smartphone, das auch als Tablet verwendet werden kann - mit der Betonung auf "kann", nicht "muss", wie wir es beim Galaxy Fold empfanden.

Spielen, browsen und lesen auf dem Mate Xs

Aufgeklappt eignet sich das Mate Xs mit seiner Displaydiagonale von 8 Zoll sehr gut zum Spielen und Browsen, aber auch für Office-Anwendungen wie Tabellenkalkulationen. Auch zum Lesen von E-Books fanden wir den großen Bildschirm sehr hilfreich. So groß wie ein echtes 8-Zoll-Tablet ist das Mate Xs aufgeklappt nicht: Der Bildschirm ist nahezu quadratisch, was beispielsweise beim Betrachten von Videos dazu führt, dass wir oben und unten breite schwarze Balken haben. Letztlich ist das Video aber größer als auf dem Hauptbildschirm im zusammengeklappten Zustand.

In der alltäglichen Nutzung haben wir das Mate Xs häufig im zusammengeklappten Zustand verwendet und waren froh, es nicht jedes Mal aufklappen zu müssen. Gleichzeitig fanden wir jedoch die Möglichkeit praktisch, auf das größere Display zugreifen zu können. Das Design mit einem außen liegenden, teilbaren Bildschirm halten wir unter den bisher verfügbaren faltbaren Smartphones für das alltagstauglichste.

Wir schreiben an dieser Stelle absichtlich "Design" und nicht "Konstruktion". Wir sind uns auch beim Mate Xs alles andere als sicher, ob sowohl das Scharnier als auch das außenliegende Display alltägliche Belastungen aushalten können. Angesichts der sichtbaren Öffnungen im Scharnierbereich beim Auf- und Zuklappen des Smartphones sowie des Displays aus weichem Kunststoff sehen wir die Langlebigkeit dieser Komponenten eher kritisch.

Weiches, empfindliches Display

Besonders das Display ist empfindlich: Die aufgebrachte Folie lässt sich bereits mit einem Fingernagel leicht eindrücken, die dabei entstehenden Dellen sind permanent. Wer das Mate Xs im täglichen Einsatz benutzt, sollte es entsprechend wie ein rohes Ei behandeln - auch aufgrund des Umstandes, dass wir das Mate Xs im zusammengefalteten Zustand immer auf eine Displayseite legen. Huawei liefert zwar eine Schutzhülle mit, diese bietet konstruktionsbedingt allerdings keinen zusätzlichen Schutz für den Bildschirm. Ist dieser erst einmal zerkratzt oder noch stärker beschädigt, wird sich ein Gang zum Huawei-Kundenservice kaum vermeiden lassen. Auch das Eindringen von feinem Staub in das Gelenk dürfte die Schutzhülle nicht verhindern können.

Bei der restlichen Hardware setzt Huawei wie die Konkurrenz von Samsung auf bekannte Komponenten bereits veröffentlichter Smartphones.

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 Mate Xs im Test: Huaweis fabelhaft fragiler FalterKamera mit gutem Huawei-Sensor 
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Nahkampfschaf 17. Mai 2020 / Themenstart

Smartphones haben doch schon gefühlt seit einem Jahrzehnt keine Innovationen mehr...

Potrimpo 16. Mai 2020 / Themenstart

Zugeklappt ist das Teil wohl genauso zu bedienen wie ein "normales" Smartphone...

ChMu 15. Mai 2020 / Themenstart

Ein biegsames Display? Etwas was nicht nachgefragt wurde, nicht brauchbar ist und schnell...

Landvogt 15. Mai 2020 / Themenstart

Es geht auch nicht um konventionelle Smartphonedisplays, sondern um die neuartigen...

Top-OR 15. Mai 2020 / Themenstart

Ne, das nicht. Ich bin von gestern und konsumiere auch gerne Spiele aus den 90ern. Da...

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