Mastodon: EU startet zwei Social-Media-Plattformen für Behörden

Der Europäische Datenschutzbeauftragte hat mit Mastodon und Peertube eine Twitter- und eine Youtube-Alternative für Behörden eingerichtet.

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EU Voice und EU Video sind datenschutzkonforme Social-Media-Plattformen.
EU Voice und EU Video sind datenschutzkonforme Social-Media-Plattformen. (Bild: EU Voice/EU Video)

Der Europäische Datenschutzbeauftragte (EDSB) Wojciech Wiewiórowski betreibt seit dem 28. April in einer Pilotphase zwei Social-Media-Plattformen für europäische Behörden. Diese basieren auf der Twitter-Alternative Mastodon sowie der Youtube-Alternative Peertube. Die Datenschutzbehörde nennt ihre Dienste EU Voice (Mastodon) und EU Video (Peertube). Beide sind Open Source und föderieren mit Servern unterschiedlicher Betreiber.

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"Mit dem Pilotstart von EU Voice und EU Video wollen wir alternative Plattformen für soziale Medien anbieten, die dem Einzelnen und seinem Recht auf Privatsphäre und Datenschutz Priorität einräumen", erklärte Wiewiórowski. Konkret bedeute dies zum Beispiel, dass die beiden Dienste nicht auf die Übermittlung personenbezogener Daten in Länder außerhalb der Europäischen Union und des Europäischen Wirtschaftsraums angewiesen seien, dass es keine Werbung auf den Plattformen und kein Profiling von Personen gebe, welche die Plattformen nutzten.

Die Plattformen sollen zunächst getestet werden. Die Datenschutzbehörde hofft, dass dies den ersten Schritt zur Nutzung von datenschutzkonformen Social-Media-Plattformen durch EU-Behörden darstellt. Bei der Entwicklung der Dienste arbeitete der Europäische Datenschutzbeauftragte eng mit der Generaldirektion Informatik der Europäischen Kommission (DIGIT) zusammen.

Die Umsetzung stehe im Einklang mit den Zielen der Open-Source-Softwarestrategie 2020-2023 der EU Kommission, erklärte die Datenschutzbehörde. Sie zeige, was durch interinstitutionelle Zusammenarbeit im Bereich Open Source für die Rechte auf Privatsphäre und Datenschutz möglich sei und trage somit zur technologischen Souveränität der EU bei.

Mastodon wird auch von deutschen Behörden genutzt

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In Deutschland betreibt der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber ebenfalls eine Instanz des Microblogging-Dienstes Mastodon, die von Bundes- oder Landesbehörden genutzt werden kann. Dort sind neben Kelber auch die Berliner Datenschutzbehörde, der rheinland-pfälzische Landtag, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und mehrere andere Behörden und staatliche Organisationen vertreten.

Auch der Landesdatenschutzbeauftragte von Baden-Württemberg, Stefan Brink, betreibt eine Mastodon-Instanz unter bawü.social, auf der er selbst, aber auch mehrere Hochschulen, die Stadt Freiburg sowie das Umweltministerium und die Landeszentrale für politische Bildung (LpB) tooten.

Der Microblogging-Dienst Mastodon ist nach der ausgestorbenen Mammutart benannt. Entsprechend heißen die abgesetzten Nachrichten auch Toots oder Tröts, während sie bei Twitter Tweets (Gezwitscher) heißen. Im Unterschied zur proprietären Alternative ist Mastodon dezentral und Open Source.

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