Rasantes Fantasy-Sci-Fi-Spektakel
Dort wird er vom Schwert getrennt und sucht 15 Jahre danach. Und natürlich glaubt ihm niemand die fantastische Geschichte von Eternia. Erst als er das Schwert aufspürt, ändert sich alles. Adam muss zurück nach Hause und der Held werden, der Eternia befreien kann.
Masters of the Universe ist ein langer Film, aber keine Sekunde langweilig. Es gelingt, eine Fantasy-Welt mit Sci-Fi-Flair zu erschaffen, doch das trägt den Film nicht allein. Vor allem ist es der homogene Mix aus Action, großem Spektakel und erstaunlich lockerem Humor.
Der Film traut sich etwas, wovor die meisten zurückschrecken: Spannung und Pathos mit Humor zu brechen. Wenn das gelingt, ist es wunderbar. Misslingt das, ruiniert es einen Film.
Hier gelingt es. Wenn Skeletor mit dem Schwert der Macht hantiert oder die Helden im Rauch und in Zeitlupe direkt auf die Kamera zugehen, unterlegt von Queens Princes of the Universe, sind das eigentlich Gänsehaut-Momente. Aber der Film bricht diese Momente treffsicher mit Humor und macht direkt voller Pathos weiter.
Es ist den Autoren gelungen, eine perfekte Balance zu erschaffen, wenngleich nicht jeder die ironischen Brüche mögen wird. Masters of the Universe erinnert hier an den ersten Guardians of the Galaxy. Auch der Film verstand es, weder Humor noch Spannung zugunsten des einen oder anderen zu opfern.
Bei Masters of the Universe gibt es viele solcher Momente. Wenn eine Figur stirbt, geht das mit echter Tragik einher. Im nächsten Augenblick wiederum gibt es das fast schon Absurde, etwa wenn Skeletor davon schwafelt, was er mit echter Macht machen würde, was Evil-Lyn nur dazu bringt, mit den Augen zu rollen.
Das lange erwartete Cameo
Vorab wurde es nicht bestätigt, aber es gibt einen Cameo-Auftritt, auf den viele Zuschauer gehofft haben. Fans können es sich denken, spoilern wollen wir nicht. Nur so viel: Es gibt eine coole Szene, bei der so etwas wie eine spirituelle Staffelstabweitergabe stattfindet.
Verbeugung vor der Zeichentrickserie
Der Film nimmt die alte Zeichentrickserie aus den 1980er Jahren als große Inspiration, geht jedoch auch eigene Wege. Das teilweise höchst Schräge der Serie ist aber spürbar. So bekommt man Skeletor in einer Art Halluzination in der echten Welt zu sehen, allerdings auf unerwartete Weise.
Eine elegante Lösung für die kindischen Namen
Überhaupt ist Skeletor eine der besten Figuren des Films. Nicht nur, weil er ein Schurke ist, der es genießt, um des Bösen willen schurkisch zu sein, sondern weil er unkonventionell dargestellt wird. Wenn er von Adam zum Kampf herausgefordert wird, ist seine Reaktion einer der großen Lacher.
Zum Lachen sind auch die Namen aller Figuren. Doch der Film findet eine elegante Lösung, warum Figuren Ram Man, Fisto oder Mekaneck heißen. Ganz zu schweigen von He-Man, das ist einer der lustigsten Momente am Ende des Films.
Apropos Ende: Niemand sollte mit Einsetzen des Abspanns aus dem Kino stürmen, denn es gibt drei Nachspann-Sequenzen. Eine Sequenz ist purer Fan-Service und zeigt das Live-Action-Debüt einer Figur der Zeichentrickserie. Eine andere bereitet ein mögliches Sequel vor, die dritte ein Spin-off oder ein Sequel – das wird sich noch zeigen.
Masters of the Universe gelingt es, Fan-Service für die treuen Zuschauer zu bieten, die He-Man und Co. seit langem lieben. Die Geschichte wird aber auch so frisch und neu erzählt, dass letztlich keine Vorkenntnisse nötig sind, um Spaß zu haben. So wie dieser Film muss der Auftakt für ein großes Franchise aussehen. Dann kann man sich jetzt schon darauf freuen, wie es ausgebaut wird.