Abo
  • IT-Karriere:

Master Key: Hacker gelangen per Reverse Engineering an Gepäckschlüssel

Hacker haben "Safe Skies"-Schlösser geknackt, nachdem letztes Jahr bereits das Generalschlüsseldesign für alle "Travel Sentry"-Schlösser veröffentlicht wurde. Das zeigt vor allem, wie fragwürdig Generalschlüssel prinzipiell sind.

Artikel veröffentlicht am ,
Gepäckschloss mit TSA-Label an einem Samsonite-Koffer
Gepäckschloss mit TSA-Label an einem Samsonite-Koffer (Bild: Wikipedia/RudolfSimon/CC-BY 3.0)

Auf der Konferenz Hope in New York haben Hacker am Samstag einen Generalschlüssel für TSA-konforme Gepäckschlösser vorgestellt. Dieser ist demnach nicht wie bei einer früheren Aktion von einem Foto kopiert, sondern mit Hilfe von langwierigem Reverse Engineering entwickelt worden.

Stellenmarkt
  1. KION Group IT, Frankfurt am Main
  2. JOB AG Technology Service GmbH, Münster

Als 2015 das Design des Generalschlüssels für alle "Travel Sentry"-Schlösser veröffentlicht wurde, ließ sich dies noch als Pech oder einfach als ein Journalistenfehler bewerten. Hackern war es damals gelungen, den Generalschlüssel auf Basis eines versehentlich von der Washington Post veröffentlichten Fotos zu rekonstruieren und mit einem 3D-Drucker nachzubauen. Jetzt gelang den unter ihren Pseudonymen bekannten Hackern DarkSim905, Johnny Xmas und Nite 0wl mit dem Konkurrenz-Produkt der Firma Safe Skies jedoch ein weiterer Hack.

Kleinteilige Ingenieursarbeit

Berichten zufolge hat das Team in mühevoller Kleinarbeit Dutzende "Safe Skies"-Schlösser aus vielen verschiedenen Quellen gekauft und analysiert. Dabei haben die Hacker offenbar herausgefunden, dass der Hersteller nur einen einzigen Master Key verwendet. Anhand der physischen Gemeinsamkeiten der untersuchten Schlösser konnten sie so nach eigenen Angaben Stück für Stück die Eigenschaften des Generalschlüssels identifizieren.

Die beiden Unternehmen Travel Sentry und Safe Skies produzieren Gepäckschlösser, die durch die US-amerikanische Flugsicherheitsbehörde "Transportation Security Administration" (TSA) zertifiziert und mit einem Generalschlüssel geöffnet werden können. Amerikanische Flughäfen, die laut US-Gesetzen das Recht haben, verdächtiges Fluggepäck wenn nötig auch gewaltsam zu öffnen, besitzen diesen Generalschlüssel. Auf diese Weise soll vermieden werden, dass jedes verdächtige Gepäckstück aufgebrochen werden muss.

Key Escrow ist ein permanentes Sicherheitsrisiko

Die US-Behörde verharmloste das Problem der nun fehlenden Sicherheit der durch sie zertifizierten Schlösser offenbar. Wie CSO Online berichtet, verwies TSA in einem Statement darauf, dass Koffer für Endkunden Convenience-Produkte seien, die nichts mit dem Flugsicherheitsregime von TSA zu tun hätten. "Die nun bekanntgewordene Zugriffsmöglichkeit auf Generalschlüssel für Unbefugte ändere nichts an der physischen Sicherheit des Gepäcks im Screening-Prozess der TSA."

Damit mag die Behörde recht haben. In der Tat schützen Gepäckschlösser in der Praxis - wenn überhaupt - vor Gelegenheitsdieben mit wenig Zeit und ohne Werkzeug. Im Zweifel kann man die meisten Gepäckstücke sowieso mit einem Teppichmesser aufschneiden.

Trotzdem zeigt dieser Hack ein grundsätzliches Problem mit Generalschlüsseln und anderen Key-Escrow-Systemen auf. Egal ob physische oder kryptographische Schlüssel, die Existenz von Master Keys stellt immer eine künstliche Schwachstelle im Sicherheitskonzept dar. Als "Single Point of Failure" bilden sie einen höchst attraktiven Angriffspunkt für Hacker, und die Vergangenheit lehrt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis er gebrochen und damit das gesamte System kompromittiert wird.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (u. a. beide Spiele zu Ryzen 9 3000 oder 7 3800X Series, eines davon zu Ryzen 7 3700X/5 3600X/7...
  2. 529€
  3. 279,90€

chefin 27. Jul 2016

Frag dich mal, wer das machen kann und wo. Es ist nur innerhalb des Flughafens möglich...

vlad_tepesch 26. Jul 2016

wieso? Schlösser knacken ist doch so ne Art Hacker-Hobby. edit - sorry, der Beitrag ist...

jeckoBecko 25. Jul 2016

https://www.youtube.com/watch?v=TF33_VuBRcQ


Folgen Sie uns
       


Remnant from the Ashes - Test

In Remnant: From the Ashes sterben wir sehr oft. Trotzdem ist das nicht frustrierend, denn wir tun dies gemeinsam mit Freunden. So macht der Kampf in der Postapokalypse gleich mehr Spaß.

Remnant from the Ashes - Test Video aufrufen
iPhone 11 im Test: Zwei Kameras beim iPhone reichen
iPhone 11 im Test
Zwei Kameras beim iPhone reichen

Das iPhone Xr war der heimliche Verkaufsschlager der letzten iPhone-Generation, mit dem iPhone 11 bekommt das Gerät nun einen Nachfolger. Im Test zeigt sich, dass Käufer auf die Kamerafunktionen der Pro-Modelle nicht verzichten müssen, uns stört auch das fehlende dritte Objektiv nicht - im Gegensatz zum Display.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Tim Cook Apple-CEO verteidigt die Sperrung der Hongkong-Protestapp
  2. China Apple entfernt Hongkonger Protest-App aus App Store
  3. Smartphone Apple bietet kostenlose Reparatur für iPhone 6S an

Banken: Die Finanzbranche braucht eine neue Strategie für ihre IT
Banken
Die Finanzbranche braucht eine neue Strategie für ihre IT

Ob Deutsche Bank, Commerzbank oder DKB: Immer wieder wackeln Server und Anwendungen bei großen Finanzinstituten. Viele Kernbanksysteme sind zu alt für aktuelle Anforderungen. Die Branche sucht nach Auswegen.
Eine Analyse von Manuel Heckel

  1. Bafin Kunden beklagen mehr Störungen beim Online-Banking
  2. PSD2 Giropay soll bald nahezu allen Kunden zur Verfügung stehen
  3. Klarna Der Schrecken der traditionellen Banken

Telekom Smart Speaker im Test: Der smarte Lautsprecher, der mit zwei Zungen spricht
Telekom Smart Speaker im Test
Der smarte Lautsprecher, der mit zwei Zungen spricht

Die Deutsche Telekom bietet derzeit den einzigen smarten Lautsprecher an, mit dem sich parallel zwei digitale Assistenten nutzen lassen. Der Magenta-Assistent lässt einiges zu wünschen übrig, aber die Parallelnutzung von Alexa funktioniert schon fast zu gut.
Ein Test von Ingo Pakalski

  1. Smarte Lautsprecher Amazon liegt nicht nur in Deutschland vor Google
  2. Pure Discovr Schrumpfender Alexa-Lautsprecher mit Akku wird teurer
  3. Bose Portable Home Speaker Lautsprecher mit Akku, Airplay 2, Alexa und Google Assistant

    •  /