Master & Dynamic MW75 im Test: Eine 600 Euro teure Kopfhörer-Enttäuschung
Der MW75 ist der neue Oberklasse-Kopfhörer von Master & Dynamic mit Active Noise Cancellation (ANC). Er kostet deutlich mehr als die meisten Konkurrenzmodelle am Markt. Wir haben den MW75 mit fünf anderen ANC-Kopfhörern verglichen: Vor allem mit dem WH-1000XM5 von Sony , der mit Spitzenleistungen in den meisten Bereichen und einmaligen Komfortfunktionen derzeit für uns der beste ANC-Kopfhörer ist.
Außerdem mit dabei sind Apples Airpods Max , Boses Noise Cancelling Headphones 700 , der PX7 S2 von Bowers & Wilkins sowie der EAH-A800 von Technics , den wir derzeit als besten ANC-Kopfhörer nach dem WH-1000XM5 sehen.
Der MW75 hat eine ungewöhnlich dimensionierte Hörmuschel, sie ist deutlich kleiner als bei den meisten Konkurrenzprodukten. Mittelgroße Ohren werden von den Hörmuscheln gerade noch so umschlossen, bei größeren Ohren könnten die Over-Ear-Kopfhörer auf den Ohren aufliegen.
Hörmuscheln beim MW75 nichts für Brillenträger
Für Brillenträger sind die kleinen Hörmuscheln ein Problem, weil der Kopfhörer durch sie anders auf die Bügel der Brille drückt als bei Modellen mit größeren Hörmuscheln. Wir mögen das Tragegefühl der MW75 nicht und fühlen uns unter Sonys WH-1000MX5 oder dem EAH-A800 von Technics deutlich wohler.
Wer möglichst kleine Hörmuscheln bevorzugt, bekommt sie beim MW75. Als ungewohnt darf gelten, dass es am MW75 keine Markierungen für Rechts oder Links gibt, um leicht zu erkennen, wie herum die Kopfhörer getragen werden – eine etwas sonderbare Entscheidung. Nach einiger Zeit gewöhnt man sich dran, es bleibt aber eine unnötige Beschränkung.
MW75 lässt sich nicht falten
Der MW75 gehört zu den ANC-Kopfhörern, die sich nicht zusammenfalten lassen. Also braucht er eine größere Transporttasche als Modelle mit Faltmechanismus. Die MW75-Tasche ist ähnlich groß wie die von Sonys WH-1000XM5 und dabei noch um einiges dicker. Sie nimmt also etwa im Rucksack ungewöhnlich viel Volumen ein – das bekommt die Konkurrenz mit kleineren Taschen besser hin.
Bei uns hinterließ die Verarbeitungsqualität der Tasche keinen guten Eindruck. Direkt nach dem Öffnen war der Ablagebereich für das Zubehör lose, der eigentlich in der Tasche festgeklebt sein sollte. Der Kleber hatte sich gelöst. Wir können nicht einschätzen, ob das ein Einzelfall ist, aber bei einem 600 Euro teuren Kopfhörer sollte das nicht passieren.
Ungewöhnlicher Ablagebereich für viel Zubehör
Der von Master & Dynamic gewählte Ablagebereich darf als ungewöhnlich gelten – ebenso das mitgelieferte Zubehör. Neben einem Kabel mit zwei USB-C-Steckern gibt es ein zweites Kabel mit USB-C-Stecker und 3,5-mm-Klinkenbuchse. Letztere wird für die Musikübertragung per Kabel genutzt, wenn das Abspielgerät die Musik über eine 3,5-mm-Buchse ausgibt.
Zudem legt der Hersteller drei Adapter bei. Neben einem Doppelklinkenadapter für die Nutzung von In-Flight-Entertainment-Systemen in Flugzeugen gibt es einen USB-C-auf-USB-A-Adapter, um das mitgelieferte USB-C-Kabel zum Aufladen mittels klassischem USB-Netzteil zu verwenden. Solch ein Adapter hat uns beim PX7 S2 von Bowers & Wilkins gefehlt. Ferner gibt es beim MW75 einen 6,3-mm-Adapter, so dass bis auf ein Netzteil alles nötige Zubehör dabei ist.
Alle drei Adapter können im Ablagebereich sicher in passenden Ausbuchtungen verstaut werden. Bei beiden Kabeln muss ziemlich genau darauf geachtet werden, dass sie wie bei der Auslieferung gewickelt werden. Ansonsten lassen sie sich nicht in dem Ablagebereich unterbringen. Das kann mitunter zeitraubend sein und ist damit eine unpraktische Lösung.
Master & Dynamic setzt auf Knopfsteuerung
Die MW75 ähneln bei der Steuerung den PX7 S2 von Bowers & Wilkins, beide setzen ausschließlich auf eine Knopfbedienung und verzichten ganz auf eine Steuerung über Sensorflächen. Bei beiden sind wir mit der Knopfsteuerung zufrieden. Die Knöpfe auf der rechten Hörmuschel dienen zur Musik- und Anrufsteuerung sowie zur Lautstärkeregulierung. Sie sind gut erreichbar, logisch angeordnet und sehr gut zu ertasten.
Die Steuerung der ANC-Funktionen erfolgt über eine Taste auf der linken Hörmuschel. Wir können angenehmerweise standardmäßig immer direkt zwischen ANC und Transparenz wechseln. Eine kurzzeitige Aktivierung des Transparenzbetriebs wie etwa bei der Sony-Konkurrenz gibt es beim MW75 nicht.
Keine Kopfhörersteuerung im Kabelbetrieb
Eine weitere Besonderheit teilt der MW75 mit dem PX7 S2: Beide haben keine klassische Klinkenbuchse mehr, im Kabelbetrieb erfolgt die Musikausgabe allein über die USB-C-Buchse am Kopfhörer. Leider gehört der MW75 zu den Produkten, die keinerlei Musiksteuerung im Kabelbetrieb erlauben. Weder kann laufende Musik angehalten werden, noch ist eine Veränderung der Lautstärke möglich. Ein klarer Nachteil, wenn der Kopfhörer öfter im Kabelbetrieb verwendet wird. Hier schneidet etwa der EAH-A600 von Technics deutlich besser ab, der immerhin eine Lautstärkeregulierung erlaubt.
Über die USB-C-Buchse wird der Akku geladen. Dabei kann der MW75 erfreulicherweise weiterhin verwendet werden. Das ist bei vielen Konkurrenzmodellen nicht möglich.
Anzeige
Sony WH-1000XM5 kabellose Bluetooth Noise Cancelling Kopfhörer (30h Akku, Touch Sensor, Headphones Connect App, Schnellladefunktion, optimiert für Amazon Alexa, Headset mit Mikrofon) Schwarz
Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.
MW75 kommt bei der ANC-Leistung nicht an die Konkurrenz heran
Bei einem ANC-Kopfhörer werden die Außengeräusche mit Mikrofonen analysiert und der Kopfhörer spielt passend dazu einen Gegenschall ab, so dass die Geräusche im Idealfall komplett verschwinden. Systembedingt arbeiten ANC-Systeme vor allem bei niedrigen Frequenzen besonders gut, etwa beim Brummen in einem Flugzeug, wofür die Technik zuerst eingesetzt wurde. Fahrgeräusche in Zügen, Autos oder Bussen sowie Verkehrslärm oder Baustellenlärm lassen sich aber ebenfalls reduzieren.
Wir haben den MW75 all diesen Schallquellen ausgesetzt, ohne mit dem Kopfhörer Musik zu hören. Wir wollten ermitteln, wie laut Störgeräusche noch wahrzunehmen sind. Master & Dynamic liegt in dieser Disziplin hinter der Konkurrenz. In allen Schallvarianten haben wir unter dem MW75 den Umgebungslärm lauter gehört als etwa unter den Produkten von Apple, Bose, Sony oder Technics.
Die ANC-Leistung des MW75 ist dabei hoch genug, damit wir Musik nicht lauter stellen müssen, um Außengeräusche auszublenden und uns auf die Musik konzentrieren zu können. Wenn wir mit dem MW75 keine Musik hören, ist jedoch ein Rauschen zu hören, das es etwa bei der Konkurrenz von Sony, Bose oder Apple nicht gibt. Für den MW75 gibt es drei ANC-Stufen, die wir aber eigentlich nicht benötigen, denn mittels ANC wollen wir einfach so viele Nebengeräusche wie möglich unterdrücken.
MW75 mit Technik gegen pfeifende Windgeräusche
Prinzipbedingt haben ANC-Kopfhörer mit Wind zu kämpfen, wenn Hersteller keine Maßnahmen dagegen ergreifen. Wenn auch nur ein leichter Windhauch zu spüren ist, sorgt dieser für Pfeifgeräusche im Kopfhörer, die den Musikkonsum entsprechend beeinträchtigen.
Erfreulicherweise hat Master & Dynamic etwas dagegen unternommen, kommt aber nicht an die Leistung von Apples Airpods Max, Sonys WH-1000XM5 oder des EAH-A800 von Technics heran. Beim MW75 bekommen wir bei etwas stärkerem Wind durchaus etwas davon mit, während die Konkurrenz solche Geräusche noch stärker unterdrücken kann.
MW75 mit gutem Transparenzmodus
Wie viele andere ANC-Kopfhörer hat auch der MW75 eine Transparenzfunktion. In dieser Betriebsart werden Außengeräusche extra in die Hörmuschel geleitet, um das Umfeld wahrnehmen zu können. Im Idealfall klingt das besonders natürlich. Hier setzen Bose und Technics mit einer absolut unverfälschten Wiedergabe den Maßstab.
Dieses Niveau erreicht der MW75 nicht ganz – die Umgebungsgeräusche klingen deutlich gedämpfter als im Original. Damit erfüllt der Transparenzbetrieb seine eigentliche Aufgabe an sich zufriedenstellend. Der Hersteller bietet auch eine Stimmenverstärkung an, die allerdings keine hörbare Verbesserung bringt, wie es etwa Technics beim EAH-A800 leistet.
Die Transparenzfunktion ist ansonsten lieblos implementiert. Wenn der Modus aktiv ist, wird weder die Musik angehalten noch die Lautstärke verringert. Das bekommt die Konkurrenz oft besser hin.
In der Rubrik Klangqualität kann der MW75 aber wieder aufschließen.
Guter Klang beim MW75 allein reicht nicht
Der MW75 gehört zu den ANC-Kopfhörern, die es nicht schaffen, im ANC-Betrieb den gleichen Klang zu liefern wie bei abgeschaltetem ANC. Wenn wir auf den ANC umschalten, gibt es eine leichte, aber hörbare Veränderung des Klangbilds. Im ANC-Betrieb besticht der MW75 mit gut definierten Höhen, einem kräftigem Mittenbereich und einem intensiven Bassfundament. Der Kopfhörer bringt viele Details zu Gehör und hat ein angenehm dynamisches Klangbild sowie eine gute Räumlichkeit.
Im direkten Vergleich gefällt uns der Klang des MW75 durch die große Klarheit und die druckvollen Bässe etwas besser als bei der Konkurrenz von Sony, Bose oder Technics. Allerdings ist der Klang nicht so viel besser, dass dies einen Preisaufschlag von um die 200 Euro rechtfertigen würde. Die Unterschiede fallen eher im direkten Vergleich auf – für sich klingen die jeweiligen Kopfhörer alle sehr gut.
Der gute Klangeindruck wird aber durch einen sehr intensiven Schritthall getrübt, den wir vor allem bei Bluetooth-Hörstöpseln als Problem kennen. Unter den MW75 hören wir jeden Schritt beim Laufen als dumpfes Geräusch im Ohr – das mindert den Musikgenuss erheblich. Diesen Schritthall haben wir immer, auch wenn wir ANC abschalten oder den Transparenzbetrieb verwenden. Er ist damit noch nerviger als beim Airpods Max von Apple, weil er dort weniger intensiv ist und nicht in allen Betriebsmodi auftritt.
MW75 bietet Bluetooth-Multipoint
Der MW75 bietet Bluetooth 5.1 samt der Codecs SBC, AAC, aptX Classic, aptX Adaptive sowie aptX HD. LDAC steht nicht zur Verfügung. Dabei beherrscht der Kopfhörer Bluetooth-Multipoint, kann sich also mit zwei beliebigen Bluetooth-Geräten zur gleichen Zeit verbinden. Diese Funktion ist nicht abschaltbar, wie es bei Sony oder Technics der Fall ist.
Wir können also auf einem Gerät Musik hören und direkt zu einem anderen Gerät wechseln. Oder wir können auf einem Tablet ein Video schauen und dann mit dem Kopfhörer einen Anruf von einem Smartphone annehmen. Damit ist der MW75 auf dem Niveau der Konkurrenz und lässt vor allem den Airpods Max hinter sich, weil Apple Mehrgerätenutzung nur für die eigene Plattform anbietet.
Gute Sprachqualität bei Telefonaten
Der MW75 liefert drinnen und draußen eine gute Sprachqualität, auch wenn er nicht ganz das Niveau des EAH-A800 von Technics erreicht. Es ist für die andere Seite nicht zu bemerken, wenn wir bei einem Telefonat von drinnen nach draußen gehen. Laufen wir an einer Straße entlang, wird der Verkehrslärm von vorbeifahrenden Autos so weit reduziert, dass wir weiterhin gut verstanden werden können.
Allerdings ist ein vorbeifahrendes Auto für andere lauter als Rauschen zu hören als bei der Technics-Konkurrenz. Windgeräusche sind für Gesprächspartner angenehmerweise nicht zu hören. Damit übertrifft der MW75 bei der Sprachqualität beim Telefonieren die Konkurrenzmodelle Airpods Max von Apple sowie Sonys älteren WH-1000XM4.
An die vorzügliche Leistung der Bose-Kopfhörer sowie des WH-1000XM5 von Sony kommt der MW75 aber nicht heran. Dort werden jegliche Störgeräusche für Anrufer restlos eliminiert: Wir können uns beeindruckenderweise direkt vor einer lauten Baustelle aufhalten und der Gesprächspartner hört von dem Lärm nichts.
Wie viele andere Hersteller von ANC-Kopfhörern hat auch Master & Dynamic nicht daran gedacht, die Mikrofone während eines Telefonats am Kopfhörer abschaltbar zu machen. Das mindert den Komfort bei Anrufen. Hier ist Technics mit dem EAH-A800 eine der löblichen Ausnahmen, die an eine Mikrofonsteuerung gedacht haben.
Sonderbare Trageerkennung beim MW75
Master & Dynamic hat in den MW75 einen Tragesensor integriert, der erkennt, wenn der Kopfhörer abgenommen wird. Dann wird die Musik angehalten. Wenn der Kopfhörer wieder getragen wird, sollte eigentlich die Musik weiterlaufen. Das funktionierte aber nicht zuverlässig, sondern war eher vom Zufall abhängig. Ein Muster war nicht zu erkennen. In dieser Form ist die Trageerkennung kaum sinnvoll nutzbar und muss sich der Konkurrenz von Sony geschlagen geben.
Für den MW75 gibt es eine App für Android und iOS, die nicht auf Kundschaft im deutschen Markt zugeschnitten ist. Die gesamte Oberfläche gibt es außer in chinesischer Sprache nur auf Englisch. Für einen so teuren Kopfhörer hinterlässt das keinen guten Eindruck. Auch die Ansagen des Kopfhörers gibt es nur auf Englisch, eine Änderung zu Deutsch ist nicht vorgesehen. Die App benötigt zwingend aktivierte Standortdaten, sonst lässt sich nichts am Kopfhörer einstellen.
Anzeige
Sony WH-1000XM5 kabellose Bluetooth Noise Cancelling Kopfhörer (30h Akku, Touch Sensor, Headphones Connect App, Schnellladefunktion, optimiert für Amazon Alexa, Headset mit Mikrofon) Schwarz
Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.
MW75-App nervt beim Start
Dabei startet die App vergleichsweise langsam und ist sehr unpraktisch. Wenn die App aufgerufen wird, müssen wir zunächst zehn Sekunden warten und dann erst den Kopfhörer auswählen, bis wir nach etwa 15 Sekunden etwas einstellen können. Vor allem die manuelle Auswahl des Kopfhörermodells ist nervig, aber auch die Wartezeit ist mit um die 15 Sekunden länger als bei den meisten anderen Apps.
Probleme lauern, wenn der Kopfhörer mit zwei Geräten verbunden ist und konfiguriert werden soll. Ist die App bereits auf dem einen Gerät gestartet, bleibt sie beim Start auf dem zweiten Gerät ohne Fehlermeldung hängen. Wir mussten selbst herausfinden, dass die App immer nur auf einem Gerät gestartet sein darf – eine für uns unpraktische und unverständliche Beschränkung.
Die MW75-App hat vergleichsweise wenige Funktionen. Es gibt einen minimalistischen Equalizer, um Bässe zu regulieren oder Stimmen zu verstärken. Weitere Einstellungen für den Klang fehlen. Außerdem können wir die Trageerkennung abschalten sowie eine automatische Abschaltung konfigurieren.
Erfreulicherweise wird der Akkustand in der App exakt angegeben, wir sehen also etwa 74 Prozent und nicht nur 70 Prozent. Über die App können wir Firmwareupdates einspielen und die ANC-Taste konfigurieren.
MW75 bietet eine lange Akkulaufzeit
Master & Dynamic verspricht für den MW75 bei aktiviertem ANC eine Akkulaufzeit von 28 Stunden. Wir erreichen bei unseren Messungen bei aptX-Wiedergabe und aktiviertem ANC eine ununterbrochene Musikwiedergabe von 29 Stunden. Bei der AAC-Nutzung mit aktiviertem ANC verlängert sich die Laufzeit auf knapp 32,5 Stunden. Bei beiden Messungen musste der Kopfhörer die ganze Zeit das Geräusch wie von einer Dunstabzugshaube eliminieren.
Mit diesen Werten schlägt der MW75 einige Konkurrenzgeräte. Apple schafft etwa beim teureren Airpods Max gerade einmal 21 Stunden. An die Spitzenwerte des EAH-A800 von Technics mit mehr als 60 Stunden kommt der MW75 aber nicht heran. Das Gerät gehört zu den wenigen ANC-Kopfhörern am Markt, die sich weiternutzen lassen, während der Akku geladen wird.
Master & Dynamic MW75: Verfügbarkeit und Fazit
Master & Dynamic verkauft den MW75(öffnet im neuen Fenster) in den Farben Black Leather/Gunmetal, Grey Leather/Silver Metal und Brown Leather/Silver Metal zum Preis von 600 Euro. Sonys WH-1000XM5 gibt es für 420 Euro und den EAH-A800 von Technics schon für 350 Euro.
Fazit
Der MW75 ist ein ANC-Kopfhörer mit tollem Klang, einer praktischen Bedienung sowie einer guten Sprachqualität bei Telefonaten, die aber noch verbesserungsfähig ist. Zufrieden sind wir mit der Akkulaufzeit, der Kopfhörer hält länger durch als so manches Konkurrenzprodukt. Abgesehen davon gehört der MW75 zu den ANC-Kopfhörern, die uns in vielen Punkten enttäuschen – vor allem gemessen am hohen Preis.
Uns ist der MW75 eindeutig zu klein, die Hörmuscheln umschließen unsere Ohren zwar gerade noch, aber für uns als Brillenträger ist es einfach nur unangenehm, dass die Polster so stark auf die Bügel der Brille drücken. Wer eher kleine Ohren hat und keine Brille trägt, kommt mit dem MW75 vielleicht gut zurecht.
Die passive Abschirmung des MW75 ist so hoch, dass wir beim Umherlaufen die typischen Schritthallprobleme haben, die wir sonst nur von Hörstöpseln kennen. Das stört beim Musikkonsum entsprechend. Bezüglich Active Noise Cancellation (ANC) leistet der Kopfhörer von Master & Dynamic weniger als die Konkurrenz von Apple, Bose, Sony oder Technics.
Immerhin ist die ANC-Leistung des MW75 so hoch, dass sich das beim Musikhören nicht negativ bemerkbar macht. Leider gehört der MW75 zu den Probanden, die im ANC-Betrieb ziemlich stark rauschen. Erfreulich ist hingegen, dass Master & Dynamic etwas gegen Windgeräusche unternommen hat, auch wenn die Konkurrenz bessere Ergebnisse liefert.
Der Transparenzmodus klingt passabel, ist aber deutlich gedämpft. Rund um den Transparenzbetrieb geizt der Hersteller mit sinnvollen Funktionen und macht ihn damit zum Teil nutzlos. Die Trageerkennung hält die Musik meist nur an und bringt damit entsprechend wenig.
Generell vermittelt der MW75 den Eindruck, dass es nur Grundfunktionen gibt. Am Kopfhörer können wir nur wenig einstellen. Dabei nervt die App mit langen Ladezeiten. Der MW75 reiht sich bei den vielen ANC-Kopfhörern ein, die sich im Kabelbetrieb nicht mehr steuern lassen. Geradezu eine Frechheit bei dem hohen Preis ist die mangelhafte Verarbeitungsqualität der viel zu großen und dicken Transporttasche.
Anzeige
Sony WH-1000XM5 kabellose Bluetooth Noise Cancelling Kopfhörer (30h Akku, Touch Sensor, Headphones Connect App, Schnellladefunktion, optimiert für Amazon Alexa, Headset mit Mikrofon) Schwarz
Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.
Der MW75 hat es schwer gegen die Konkurrenz
Wir können aufgrund der vielen Einschränkungen und des vergleichsweise hohen Preises nicht zu einem Kauf des MW75 raten. Wer weniger bezahlt, bekommt mit dem WH-1000XM5 ganz eindeutig einen viel besseren ANC-Kopfhörer, der deutlich angenehmer sitzt, gut klingt und in fast allen Punkten Topwerte erreicht. Vor allem in den Disziplinen ANC-Leistung sowie Anrufqualität in lauten Umgebungen setzt er Maßstäbe. Kein anderes Produkt liefert vergleichbar viel Komfort.
Wer unbedingt einen faltbaren ANC-Kopfhörern sucht, bekommt derzeit bei Technics mit dem EAH-A800 das beste Gesamtpaket. Der Kopfhörer erreicht zwar nicht in allen Einzeldisziplinen Topwerte, ist dabei aber immer so gut, dass im Alltag keine gravierenden Nachteile auftreten. Dabei punktet der EAH-A800 mit einem sehr bequemen Tragegefühl, einer sensationell langen Akkulaufzeit, einem vorzüglichen Transparenzmodus mit Tuning-Option und einer Mikrofonsteuerung direkt am Kopfhörer, die die meisten Hersteller ärgerlicherweise ganz vergessen.
- Anzeige Hier geht es zum Sony WH-1000XM5 bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.