Massiver Stellenabbau: Deutsche Telekom will Filialnetz ausdünnen
Die Deutsche Telekom will die Zahl ihrer Verkaufsstandorte zusammenstreichen. Das Netz mit rund 500 eigenen Geschäften sei inzwischen überdimensioniert, die Zahl soll auf 460 sinken, berichtet das Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf Konzernkreise. Noch drastischer soll der Einschnitt bei der Belegschaft ausfallen: Von den 4.500 Stellen sollen rund 1.200 wegfallen.
Die Nachfrage sei in den vergangenen Jahren massiv gefallen, daher sei der Plan alternativlos, erklärte ein Insider.
Die finalen Details und den Zeitplan will die Firmenspitze in Gesprächen mit dem Betriebsrat klären. Die Verhandlungen sollen zeitnah anlaufen, hieß es in Konzernkreisen. Das Unternehmen erklärte auf Anfrage, sich nicht an Spekulationen zu beteiligen, verwies aber generell darauf, dass die "Kundenfrequenz im Einzelhandel" sinke, während das Onlinegeschäft an Bedeutung gewinne.
Viele Tarifänderungen und Neubuchungen können Kunden im Online-Chat bei der Telekom erledigen. Dort sparen Kunden Zeit und können in der Pause schnell Anfragen stellen.
Verdi-Sprecher Richard Rother sagte Golem.de auf Anfrage: "Sollte die Meldung zutreffen, wären – gemessen an der Betriebsgröße – solche Pläne für Stellenstreichungen das größte Arbeitsplatzabbauprogramm in der Geschichte der Telekom." Verdi fordere die Konzernführung auf, die Karten offen auf den Tisch zu legen. Das Unternehmen dürfe "sich nicht auf dem Rücken der Beschäftigten austoben."
Laut einer Verdi-Umfrage unter Beschäftigten der Telekom(öffnet im neuen Fenster) ist die Arbeitsintensität wegen mangelhafter interner Prozesse alarmierend hoch und ein starker Belastungsfaktor für die Beschäftigten. 64,3 Prozent geben an, oft oder sehr häufig "bei der Arbeit gestört oder unterbrochen zu werden" und 52,7 Prozent "fühlen sich bei der Arbeit gehetzt oder stehen unter Zeitdruck". Diese Faktoren wirken für weit mehr als die Hälfte aller Betroffenen in "starkem" beziehungsweise "eher starkem" Maße belastend. Knapp die Hälfte der Beschäftigten berichtet von einer Verdichtung der Arbeit – sie "müssen mehr in der gleichen Zeit schaffen".
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