Massenhafte Buchbestellungen: Gefährdet destruktives Scannen für KI das deutsche Bucherbe?
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Warum gibt es plötzlich massenhafte Bestellungen von alten Büchern, die praktisch unverkäuflich sind? Diese Frage stellten sich in den vergangenen Wochen zahlreiche Antiquariate, die von dem kanadischen Händler Zoom Books entsprechende Anfragen erhielten. Während manche Buchhändler zunächst einen Kreditkartenbetrug vermuteten, wird nun über einen anderen Grund spekuliert: Die Bücher könnten für das Training von KI-Systemen eingescannt und dann vernichtet werden.
Im Buchhändler-Forum Lesekauz schrieb am 30. April 2026 ein erster Händler(öffnet im neuen Fenster): "Wir haben über Nacht sehr viele abebooks-mehrere-Titel-Sammelstellungen (zum Teil 30 Bücher pro Bestellung) von ZoomBooks c/o PrepFort USA erhalten. Hat jemand damit Erfahrungen damit. Ist das seriös? Sind es On-Demand-Bestellungen? Oder ist es gar ein Bot?" Der Thread hat inzwischen mehr als 300 Einträge, weil immer mehr Buchhändler von den Bestellungen berichteten.
Nicht nur Deutschland betroffen
Die Antiquariate vermarkten ihre Bücher vor allem über das Portal ZVAB, das seit 2011 zum Unternehmen Abebooks gehört, das 2008 von Amazon übernommen worden war. Für die Händler war der Umfang der Bestellungen ungewöhnlich. "Wir haben von gestern auf heute 10 Bestellungen mit jeweils 100 Büchern bekommen und vor einer halben Stunde eine Anfrage per E-Mail wegen Direktbezug", schrieb ein Antiquariat am 5. Mai 2026(öffnet im neuen Fenster). Ein anderer Händler antwortete: "Bei uns wurde auch wieder kräftig eingekauft, teils in sehr großen Portionen zusammengefasst, teils in Einzelbestellungen."
Nicht nur Händler in Deutschland, sondern auch Händler in anderen Ländern waren betroffen. Auch hier wurde spekuliert, dass die Bücher zum KI-Training eingescannt und anschließend vernichtet werden könnten. Als Begründung dafür diente ein Bericht über das KI-Unternehmen Anthropic, das ein entsprechendes Projekt gestartet haben soll.
Anthropic will Urheberrechtsklagen vermeiden
Anthropic hatte zuvor Inhalte von Hunderttausenden Büchern und Texten aus teilweise illegalen Onlinedatenbanken heruntergeladen und für das Training seiner KI-Modelle genutzt. Dieses Vorgehen soll nicht mit dem Konzept des Fair Use vereinbar und damit ein Urheberrechtsverstoß gewesen sein. Deshalb einigte sich Anthropic mit Autoren in einem Gerichtsverfahren auf einen Vergleich in Milliardenhöhe.
Einem Bericht der Washington Post zufolge(öffnet im neuen Fenster) fing Anthropic stattdessen an, im großen Stil gedruckte Bücher aufzukaufen und diese zu digitalisieren.
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