Massenentlassungen bei SiFive: Unklarheiten über Zukunft von RISC-V-Entwickler

Sifive hat in den letzten Jahren die RISC-V-Entwicklung entscheidend vorangetrieben . Nun steht das Unternehmen vor einer großen Umstrukturierung, die Hunderte Entwickler ihren Arbeitsplatz kosten könnte. Das berichtet der Branchenbeobachter Ian Cutress(öffnet im neuen Fenster) .
Um sich an die "schnell verändernden Halbleiterendmärkte" anzupassen, richte man "alle Teams neu aus" , um "die betriebliche Komplexität zu verringern" , heißt es aus dem Unternehmen in einer Bestätigung der Meldung gegenüber Cutress.
Wie viele Beschäftigte ihren Job verlieren, war daher zunächst unklar. Im Forum Blind(öffnet im neuen Fenster) ist von Zahlen zwischen 60 und 129 Entlassungen die Rede, Cutress spricht von 100 bis mehr als 300. Sifive selbst sprach gegenüber Toms Hardware(öffnet im neuen Fenster) von etwa 20 Prozent der Belegschaft, was rund 140 Stellen entsprechen würde.
Sifive blicke weiterhin optimistisch in die Zukunft, teilte das Unternehmen mit und versicherte, man sei "für die kommenden Jahre vollständig finanziert" . Man sehe "enorme Möglichkeiten in der KI und bei Consumerprodukten wie Wearables und mobilen Geräten" . Erst in dieser Woche hatte Sifive zwei neue RISC-V-CPUs vorgestellt .
Funktioniert für Sifive das ARM-Geschäftsmodell?
Sifive fährt mit seinem Geschäftsmodell zweigleisig: Wie ARM bietet das Unternehmen fertige Kerne an, die Kunden in ihre Chips einbauen können, entwirft allerdings auch Kerne nach Kundenspezifikation. Speziell das ARM-Geschäftsmodell scheint aber für Sifive schlechter zu laufen als erwartet. Besonders die Hochleistungskerne , die mittlerweile große Ähnlichkeit mit ARMs Neoverse-Kernen haben, scheint das Unternehmen nur schwer verkaufen zu können.
Entsprechend soll sich Sifive künftig wohl verstärkt auf das Geschäft mit kundenspezifischen Designs konzentrieren. Für RISC-V kann das einen Rückschlag bedeuten, wenn leistungsfähige Prozessorkerne nicht mehr einfach zugänglich sind. Allerdings ist Sifive nicht der einzige Entwickler fertiger RISC-V-Kerne, Alibabas Prozessorsparte T-Head etwa bietet eine komplette Entwicklungsplattform an. Und dass Sifive die gerade vorgestellten Kerne gleich wieder einstampft, dürfte ebenfalls recht unwahrscheinlich sein – bleibt nur zu hoffen, dass sie ihren Weg ins Silizium finden.