Maschinensehen: Lights Mehraugen-Kamera soll Lidar ersetzen

Nach den Fehlschlägen mit der Light L16 und dem Nokia Pureview soll die Kameratechnik des US-Startups Light in autonom fahrenden Autos verbaut werden.

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Autonom fahrende VW Golf mit Lidarsensoren auf de Dach (Symbolbild): Lights Systeme sind günstiger, haben eine höhere Reichweite und verbrauchen weniger Strom
Autonom fahrende VW Golf mit Lidarsensoren auf de Dach (Symbolbild): Lights Systeme sind günstiger, haben eine höhere Reichweite und verbrauchen weniger Strom (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Neustart mit autonomen Autos: Das US-Startup Light will seine Kameratechnik für Maschinensehen in automatisiert fahrenden Autos einsetzen. Das System soll das teurere Lidar ersetzen.

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Light hat vor einigen Jahren ein Kamerasystem entwickelt, das ähnlich wie Lichtfeldfotografie funktioniert. Die Kamera Light L16 verfügt über 16 Objektive und ebenso viele Sensoren. In einem darin aufgenommenen Bild lassen sich nachträglich Tiefenschärfe und Fokus ändern.

Ein Bild wird aus mehreren montiert

Möglich wird das dadurch, dass ein Bild aus Einzelbildern mehrerer Kameramodule zusammengesetzt ist. Da diese leicht versetzt angeordnet sind und deshalb Objekte aus leicht veränderter Perspektive aufnehmen, werden Tiefeninformationen von diesen erfasst und damit letztlich von jedem Pixel. Eine Software kann eine dreidimensionale Karte der Szenerie erstellen.

Was sich im Kamera- und Smartphonemarkt nicht durchgesetzt hat, soll künftig automatisiert fahrenden Autos beim Wahrnehmen der Umwelt helfen. Die Idee kam von Masayoshi Son, dem Chef von Softbank. Der japanische Technologiekonzern war 2018 im Zuge einer Finanzierungsrunde bei Light eingestiegen. Zu den weiteren Investoren gehörte seinerzeit der deutsche Kamerahersteller Leica.

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Derzeit wird beim automatisierten Fahren vor allem auf Laserscanner, sogenanntes Lidar, gesetzt. Die Light-Technologie soll Vorteile bieten: Zum einem sei sie deutlich günstiger als die Laser-Systeme - einige Tausend statt einige Zehntausend US-Dollar, sagte Dave Grannan, einer der Gründer und Chef von Light, dem US-Wissenschaftsmagazin IEEE Spectrum. Vor allem schaue sie weiter als die Laser: "Wir können eine größere Entfernung abdecken - bis zu 1.000 Meter, verglichen mit 200 oder so für Lidar." Ein weiterer Vorteil, gerade für Elektroautos, soll sein, dass das System weniger Strom benötigt.

Anfangs zweifelte Rajiv Laroia, zweiter Gründer und Technikchef von Light,daran, dass die für Fahrzeuge nötige Reichweite erreicht werden könne. Ein Fahrzeug in Bewegung erzeugt Vibrationen, die die Software ausgleichen muss. Das konnte aber geschafft werden. Seit Anfang 2019 arbeitet Light intensiv daran, die eigene Technik für Autos anzupassen.

Inzwischen testet Light das System auf der Straße. Ein Lieferwagen wurde damit ausgestattet und ist in der San Francisco Bay Area unterwegs. Light will das System noch in diesem Jahr vorstellen und dann auch Partnerschaften mit Entwicklern autonomer Fahrzeuge bekanntgeben.

Das Kamerageschäft hat das Unternehmen aufgegeben. Zwar hatte es die erste Charge der Kamera L16 komplett verkauft - wobei das Unternehmen verschweigt, wie viele es waren. Die Integration in das Smartphone Nokia Pureview war dann jedoch ein Fehlschlag.

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