Abo
  • Services:

Maschinenlernen: BSI setzt auf KI für die Netzwerksicherheit beim Bund

Um den Schutz der Kommunikationstechnik des Bundes "fortlaufend gewährleisten zu können", nutzt das BSI "Verfahren des maschinellen Lernens", lässt die Bundesregierung durchblicken. Auch das BKA verwendet KI für Datenanalysen. Was die Geheimdienste auf diesem Sektor machen? "Streng geheim."

Ein Bericht von Stefan Krempl veröffentlicht am
Das BSI setzt auf KI.
Das BSI setzt auf KI. (Bild: BSI)

Die Bundesregierung will mit ihrer Strategie für Künstliche Intelligenz (KI) Deutschland nicht nur allgemein zu einem führenden Standort in diesem Technologiesektor machen, einzelne Bundesbehörden setzen einschlägige Verfahren auch bereits selbst für Überwachungszwecke ein. "Um den Schutz der Kommunikationstechnik des Bundes durch die automatisierte Auswertung der dort anfallenden Protokolldaten fortlaufend gewährleisten zu können", setze das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) "Verfahren des maschinellen Lernens" ein und baue diese "kontinuierlich" aus, hat die Regierung etwa in einer jetzt veröffentlichten Antwort auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag mitgeteilt.

Inhalt:
  1. Maschinenlernen: BSI setzt auf KI für die Netzwerksicherheit beim Bund
  2. Geheimniskrämerei auch rund um die Foren-Beschattung

Das BSI darf auf Basis des seit 2009 geltenden Gesetzes "zur Stärkung der Sicherheit in der Informationstechnik des Bundes" alle "Protokolldaten" einschließlich personenbeziehbarer Nutzerinformationen wie IP-Adressen unbegrenzt speichern und automatisiert auswerten, die bei der Online-Kommunikation zwischen Bürgern und Verwaltungseinrichtungen sowie Abgeordneten anfallen.

Um die Informationsberge etwa auf Auffälligkeiten hin zu untersuchen, schwört die Bonner Behörde auf die genannte KI-Spielart. Weitere Details zu eingesetzten Programmen oder Verfahrensweisen nennt das federführende Bundesinnenministerium nicht.

Hacker zielen auf die Netze des Bundes

Das BSI ist für die Informationssicherheit der deutschen Regierungsnetze zuständig. Die sogenannten Netze des Bundes, zu denen etwa der Informationsverbund Berlin-Bonn (IVBB) gehört, waren durch den "Bundeshack" einer größeren Öffentlichkeit bekanntgeworden. Die massiven Cyberangriffe zogen sich dabei von der Hochschule des Bundes bis hin zum Außenministerium. Den Betrieb der Regierungsnetze übernimmt zum 1. Januar die Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS) schrittweise von T-Systems.

Stellenmarkt
  1. Hays AG, Raum Nürnberg
  2. SICK AG, Waldkirch bei Freiburg im Breisgau

Daneben untersucht das Bundesamt nach Regierungsangaben im Rahmen eines Projektes "technische Möglichkeiten und rechtliche Rahmenbedingungen für den Einsatz von selbstlernenden Systemen zur Spracherkennung und Informationsextraktion auf öffentlich zugänglichen und nicht zugangsbeschränkten Dokument- und Datenquellen". Dabei gehe es vor allem darum, Recherchen zu unterstützen und die Lagebilderstellung zu vereinfachen. Auch im Rahmen eines Kodeknackerwettbewerbs hat das BSI nach eigener Darstellung bereits erfolgreich "klassische Verfahren der Kryptografie mit den Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz kombiniert".

Das Bundeskriminalamt (BKA) wendet der Antwort zufolge "im Einzelfall Methoden des maschinellen Lernens anlassbezogen auf Datenbeständen des jeweiligen Ermittlungsverfahrens" an. Dabei gehe es aber nicht um massive Big-Data-Analysen, schränkt die Regierung ein. Die seit August laufende Rasterfahndung in europäischen Fluggastdaten bleibt also offenbar außen vor. Andere Methoden zur "Verarbeitung von Massendaten" sind bei der Ermittlungsbehörde aber in Gebrauch. Das BKA setze generell in Ermittlungsverfahren "die geeignetste Methode ein, um sichergestellte Daten nach relevanten Informationen auszuwerten", erklärte das Innenressort. Dabei kämen "auch Methoden der Computerlinguistik und der Künstlichen Intelligenz zum Einsatz".

BKA & Co. führen Server-TKÜ durch

Die Fragen der Oppositionsfraktion zielten eigentlich vor allem darauf ab, ob und wie der Bundesnachrichtendienst (BND) und das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) KI-Verfahren verwenden. Aus Sicherheitsgründen schweigt sich die Regierung darüber aber aus.

Sehr zugeknöpft zeigt sich das Innenministerium auch bei Auskünften zur sogenannten Server-TKÜ bei den Geheimdiensten, dem BKA oder der Bundespolizei. Diese Methode der Netzwerk-Forensik bildet das Gegenstück zur Telekommunikationsüberwachung beim Endanwender. Häufig wird dabei eine Art Blackbox direkt an Servern in einem Rechenzentrum installiert, die den gesamten Datenverkehr mitschneidet. Die anfallenden enormen Mengen an Bits und Bytes müssen mit Hacker- und Analysewerkzeugen zunächst reduziert und aufbereitet werden, um sie auswerten zu können.

Bekannt war bisher, dass sich das BfV die dafür benötigten Techniken besorgt hat. Viel mehr mag die Regierung auch nicht preisgeben. Sie lässt sich nur entlocken, dass die Anzahl der Ermittlungsverfahren, in denen eine Server-TKÜ zum Tragen komme, sowie die jeweiligen Anschlussarten bei den "in Frage kommenden Strafverfolgungs-, Ermittlungs- und Gefahrenabwehrbehörden des Bundes" nicht "gesondert statistisch erfasst" werde.

Geheimniskrämerei auch rund um die Foren-Beschattung 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. täglich neue Deals bei Alternate.de

Cok3.Zer0 07. Dez 2018 / Themenstart

Wohl eher Clustering, also von k-means über Graphen bis hin zu SOMs und One-Class...

Frankenwein 07. Dez 2018 / Themenstart

Nice, einer ohne Ahnung von Sicherheit in governance Netzen glaubt er hätte Ahnung von...

Hoh6Xo 07. Dez 2018 / Themenstart

Wer, wenn nicht die Regierung und ihre Behörden braucht moderne Mustererkennung und...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Geforce RTX 2070 - Test

Wir haben uns zwei Geforce RTX 2070, eine von Asus und eine von MSI, angeschaut. Beide basieren auf einem TU106-Chip mit 2.304 Shader-Einheiten und einem 256-Bit-Interface mit GByte GDDR6-Speicher. Das Asus-Modell hat mehr Takt und ein höhere Power-Target sowie eine leicht bessere Ausstattung, die MSI-Karte ist mit 520 Euro statt 700 Euro aber günstiger. Beide Geforce RTX 2070 schlagen die Geforce GTX 1080 und Radeon RX Vega 64.

Geforce RTX 2070 - Test Video aufrufen
Apple Mac Mini (Late 2018) im Test: Tolles teures Teil - aber für wen?
Apple Mac Mini (Late 2018) im Test
Tolles teures Teil - aber für wen?

Der Mac Mini ist ein gutes Gerät, wenngleich der Preis für die Einstiegsvariante von Apple arg hoch angesetzt wurde und mehr Speicher(platz) viel Geld kostet. Für 4K-Videoschnitt eignet sich der Mac Mini nur selten und generell fragen wir uns, wer ihn kaufen soll.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Apple Mac Mini wird grau und schnell
  2. Neue Produkte Apple will Mac Mini und Macbook Air neu auflegen

Google Nachtsicht im Test: Starke Nachtaufnahmen mit dem Pixel
Google Nachtsicht im Test
Starke Nachtaufnahmen mit dem Pixel

Gut einen Monat nach der Vorstellung der neuen Pixel-Smartphones hat Google die Kamerafunktion Nachtsicht vorgestellt. Mit dieser lassen sich tolle Nachtaufnahmen machen, die mit denen von Huaweis Nachtmodus vergleichbar sind - und dessen Qualität bei Selbstporträts deutlich übersteigt.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Pixel 3 Google patcht Probleme mit Speichermanagement
  2. Smartphone Google soll Pixel 3 Lite mit Kopfhörerbuchse planen
  3. Google Dem Pixel 3 XL wächst eine zweite Notch

Mars Insight: Nasa hofft auf Langeweile auf dem Mars
Mars Insight
Nasa hofft auf Langeweile auf dem Mars

Bei der Frage, wie es im Inneren des Mars aussieht, kann eine Raumsonde keine spektakuläre Landschaft gebrauchen. Eine möglichst langweilige Sandwüste wäre den beteiligten Wissenschaftlern am liebsten. Der Nasa-Livestream zeigte ab 20 Uhr MEZ, dass die Suche nach der perfekten Langeweile tatsächlich gelang.

  1. Astronomie Flüssiges Wasser auf dem Mars war Messfehler
  2. Mars Die Nasa gibt den Rover nicht auf
  3. Raumfahrt Terraforming des Mars ist mit heutiger Technik nicht möglich

    •  /