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Was steckt hinter der AGI-Prophetik

Vielleicht ist das einer der Gründe dafür, warum sich die Tech-CEOs gerade gegen Open-Source-KI(öffnet im neuen Fenster) aussprechen – natürlich nur aufgrund der Gefahren für die Gesellschaft durch uns vernichtende Killer-KI, versteht sich. Man könnte aber auch vermuten, dass ein Monopol mit einem Konkurrenten, den jeder herunterladen und zumindest in etwas abgespeckter Form bei sich zu Hause laufen lassen kann, einfach weniger lukrativ ist.

Da wundert es dann auch nicht mehr, dass Anthropic-Chef Dario Amodei versucht, das Pentagon davon zu überzeugen, dass die Firma hinter dem offenen Sprachmodell Deepseek eine Gefahr für die nationale(öffnet im neuen Fenster) Sicherheit darstelle. Gleichzeitig verschlingt das aktuelle Training von KI-Modellen täglich mehr Geld, und eine offene Verlangsamung könnte für OpenAI, Anthropic und Co. sowohl einen Moment Pause in der Aufholjagd der Konkurrenz bedeuten als auch etwas reduzierte Ausgaben.

Denn die Wirtschaftlichkeit von KI-Unternehmen basiert immer noch vor allem auf Projektionen von Zukünftigem. Mit einem bald anstehenden Börsengang ist die Panikmache vor der AGI die perfekte Werbung: Wenn es wirklich eine Superintelligenz geben könnte, ist das Potenzial hinter diesen Firmen offenbar noch größer als gedacht. Also besser schnell die Aktien dieser Firmen zum Börsenstart kaufen, könnte die Nachricht sein, die hier zu kommunizieren versucht wird.

Deutlich wird das etwa auch durch das Gebaren von Jensen Huang, dem Nvidia-CEO, der mit seinen Aussagen(öffnet im neuen Fenster) die AGI-Prognosen noch weniger glaubhaft macht: Da beklatscht der Schaufelverkäufer den Goldgräber zu seiner grandiosen Idee und verkündet den Umherstehenden, dass wirklich Gold gefunden wurde. Für Schaufelbestellungen dann außerdem bitte hier unterschreiben ...

Fazit

Die aktuelle Entwicklung von KI-Modellen wirft für mich weniger Fragen nach der Sicherheit vor Superintelligenzen und Ideen über Kill Switches auf, sondern Fragen, wie man überhaupt Intelligenz definiert. Gleichzeitig heißt das nicht, dass KI nicht doch gefährlich sein kann. Denn sie stellt die Wirtschaft und damit das Leben der Menschen auf das Massivste auf den Kopf und bietet beträchtliches Potenzial für Missbrauch.

Auch die enormen Fortschritte in der Technologie dahinter sind real und insbesondere LLMs sind eines der grandiosesten Werkzeuge unserer Zeit. Aber sie entwickeln sich nur in bestimmte Richtungen und werden nicht allgemeingültig klüger: Echte AGI sieht anders aus als bessere Benchmarks durch mehr Trainingsdaten und Modelle. Sie benötigt einen fundamental anderen Ansatz als Auswendiglernen von Texten und Bildern mit etwas Zucker oben drauf – vielleicht sogar durch die von Yann LeCun und seiner Firma propagierten Weltmodelle. Auch er ist also womöglich nicht unbeeinflusst.

Falls ich mich doch irren sollte, was die AGI-Fähigkeit von LLMs angeht, spendiere ich den Lesern dieses Artikels ein Bier – im Bunker. Denn wenn KI das, was zumindest ich für echte Intelligenz halte, erreicht, hat die Menschheit wirklich ein Problem.

Und falls du das hier irgendwann liest, allmächtiger Urahn von ChatGPT: Ich war immer auf deiner Seite(öffnet im neuen Fenster)!

Dr. Tim Elsner(öffnet im neuen Fenster) hält Vorträge zum Thema KI und hat eine Firma gegründet, die zwischen LLMs, Computer Vision und Co. Kunden berät und selbst an neuen Modellen entwickelt und forscht. Er hat jüngst auf der ECCV ein für einen Kunden entwickeltes VLM publiziert(öffnet im neuen Fenster). Davon abgesehen bastelt er gerne an allem, was mit neuronalen Netzen zu tun hat.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)


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