Maschinelles Lernen: RCN erkennt zwei Drittel aller Recaptchas automatisch

Das Team von Vicarious AI arbeitet an einem maschinellen Lernalgorithmus, der automatisch Captchas verschiedener Anbieter lösen kann. Anders als vegleichbare Systeme nutzt das Recursive Cortical Network (RCN) aber nur einzelne Klartextbuchstaben als Referenz. Das Ergebnis soll trotzdem besser sein.

Artikel veröffentlicht am ,
RCN erkennt Captchas automatisch.
RCN erkennt Captchas automatisch. (Bild: Vicarious AI)

Das kalifornische Startup-Unternehmen Vicarious AI entwickelt einen maschinellen Lernalgorithmus, der mit großer Präzision Captcha-Abfragen diverser Anbieter erkennen und ausfüllen kann. Das Recursive Cortical Network (RCN) erkennt Buchstaben und Zahlen, indem es deren Konturen, Oberflächenbeschaffenheit und Hintergrund analysiert, statt vollständige Bilder von Symbolen zu nutzen.

Stellenmarkt
  1. Sachbearbeiter (m/w/d) Digitalisierung
    Stadt Korntal-Münchingen, Korntal-Münchingen
  2. ERP-Systemadministrator (m/w/d)
    Systeme Helmholz GmbH, Großenseebach
Detailsuche

Als Vorgabe ist dem Modell die Struktur des Alphabets in Klartext gegeben, statt gelöste Captchas und deren Ausgangsbilder. In Anwendungsbeispielen verwenden die Mitarbeiter etwa die auf dem jeweiligen Computer installierten Schriftarten als Referenz für RCN.

  • Erfolgsquote von RCN und Konkurrenz bei Buchstabenabstand (Bild: Vicarious AI)
  • RCN rekonstruiert Buchstaben. (Bild: Vicarious AI)
  • Baumstruktur beim Erkennen von Mustern (Bild: Vicarious AI)
  • Der Buchstabe A als Problem für OCR-Systeme (Bild: Vicarious AI)
Baumstruktur beim Erkennen von Mustern (Bild: Vicarious AI)

Über diesen Ansatz baut der Algorithmus eine Art Abhängigkeitsbaum auf, beginnend bei einem ganz kleinen Ausschnitt des Quellbilds. Abschnitte werden zu Objekten zusammengefasst und mit anderen Objekten verglichen. Dabei achtet das Modell auf die Lage von Objekten zueinander, um das Muster eines Symbols zu erkennen. Passende Objekte werden im nächsten Schritt rekursiv zu Gruppen zusammengefasst. Das wiederholt sich, bis das Symbol vollständig analysiert wurde.

Hohe Genauigkeit bei wenig Ressourcenaufwand

Die Erfolgsquote scheint für den Algorithmus zu sprechen. RCN kann laut eigenen Aussagen damit eine Erfolgsquote von 94 Prozent pro Buchstaben bei Captchas von Recaptcha erreichen. Damit seien zwei Drittel aller so erzeugten Sicherheitsabfragen automatisch erkennbar. Der Mensch selbst hat eine Genauigkeit von 87 Prozent.

Golem Karrierewelt
  1. Hands-on C# Programmierung: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    13./14.09.2022, virtuell
  2. First Response auf Security Incidents: Ein-Tages-Workshop
    14.11.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Captchas von Botdetect können mit einer ähnlich hohen Genauigkeit erkannt werden. Die Systeme von Yahoo und Paypal werden zu 57 Prozent gelöst. Ein Captcha gilt als sicher, wenn automatische Systeme nur ein Prozent der gestellten Begriffe erkennen.

RCN benötigt für die Lösung 260 Bilder von einzelnen Buchstaben. Andere Deep-Learning-Algorithmen benötigen etwa 50.000 Referenzbilder und sind damit wesentlich langsamer. Dadurch könnte es in Zukunft möglich sein, dass automatisierte Brute-Force-Passwortangriffe auf Webseiten auch auf weniger potenter Hardware ausgeführt werden können.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Trollversteher 01. Nov 2017

Hier geht es aber nicht um Messgeräte/algorithmische Erkennung, sondern maschinelles...

twothe 01. Nov 2017

Technisch ist das interessant was die Firma da macht, und kann beispielsweise bei der...

Benutzer0000 31. Okt 2017

1. spenden 2. pro x gelöste captchas werden y einheiten währung fällig 3. man hasst...

AllDayPiano 31. Okt 2017

Da scheitere ich jedes mal! Zu 90% brauche ich 2 versuche, zu 50% drei und mehr. Das...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Krypto-Gaming
Spieleentwickler wollen nichts mit NFT zu tun haben

Die Gamesbranche wehrt sich bislang vehement gegen jedes neue Blockchain-Projekt. Manager und Entwickler erklären warum.
Von Daniel Ziegener

Krypto-Gaming: Spieleentwickler wollen nichts mit NFT zu tun haben
Artikel
  1. Mojo Lens: Erster Tragetest mit Augmented-Reality-Kontaktlinse
    Mojo Lens
    Erster Tragetest mit Augmented-Reality-Kontaktlinse

    Ein winziges Micro-LED-Display, ein Funkmodem, ein Akku - und kein Kabel: Der Chef von Mojo Lens hat seine AR-Kontaktlinse im Auge getragen.

  2. Ouca Bikes: E-Lastenrad für eine Viertel Tonne Fracht oder acht Kinder
    Ouca Bikes
    E-Lastenrad für eine Viertel Tonne Fracht oder acht Kinder

    Ouca Bikes hat ein elektrisches Lastenrad vorgestellt, das eine Zuladung von rund 250 kg transportieren kann. Das E-Bike fährt auf drei Rädern.

  3. Bill Nelson: Nasa-Chef warnt vor chinesischem Weltraumprogramm
    Bill Nelson
    Nasa-Chef warnt vor chinesischem Weltraumprogramm

    Gibt es Streit um den Mond? Nasa-Chef Bill Nelson fürchtet, dass China den Trabanten als militärischen Außenposten für sich haben möchte.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • MindStar (G.Skill Trident Z Neo 32 GB DDR4-3600 149€ und Patriot P300 512 GB M.2 39€) • Alternate (Acer Nitro QHD/165 Hz 246,89€, Acer Predator X28 UHD/155 Hz 1.105,99€) • Samsung GU75AU7179 699€ • Kingston A400 480 GB 39,99€ • Top-PC mit Ryzen 7 & RTX 3070 Ti für 1.700€ [Werbung]
    •  /