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Maschinelles Lernen: KI bewertet heimlich Klausuren an chinesischen Schulen

In China wird eine KI eingesetzt, die automatisiert Klassenarbeiten benoten kann. Das System nutzt gesammelte Daten von 60.000 chinesischen Schulen als Grundlage - teilweise ohne die Kenntnis der Schüler oder der Eltern. Generell haben nur sehr wenige Forscher Zugriff auf die Ergebnisse.

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An chinesischen Schulen kann eine KI Klassenarbeiten korrigieren.
An chinesischen Schulen kann eine KI Klassenarbeiten korrigieren. (Bild: Pixabay.com/Montage: Golem.de/CC0 1.0)

Chinesische Schulen setzen eine KI-Software ein, die Klassenarbeiten von Schülern automatisch korrigieren kann. Das System wird laut der Zeitung South China Morning Post an etwa 60.000 Einrichtungen eingesetzt, also etwa jeder vierten Schule im Land. Der Sinn der KI ist es, Lehrer beim Benoten von Arbeiten zu entlasten. Sie versteht geschriebene Texte in den Sprachen Englisch und Chinesisch.

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Die Software soll auch den Zusammenhang und die Aussagen von längeren Texten analysieren und verstehen können. Sie gibt dabei Verbesserungsvorschläge und weist auf am Thema vorbeiführende Aussagen der Schüler hin. Das bereits seit zehn Jahren eingesetzte System ähnelt dem in den USA eingesetzten KI-System Re-Ater. Dieses versteht allerdings nur Texte in englischer Sprache und nutzt eine wesentlich kleinere Datenmenge.

Daten werden teilweise im Unwissen der Schüler gesammelt

Wie jedes KI-System nutzt auch die in China eingesetzte Software eine bestimmte Menge an Quelldaten. In diesem Fall analysiert sie Klausuren von teilnehmenden Schülern. Das Problem ist, dass diese laut der South China Morning Post teilweise im Unklaren darüber gelassen werden. Auch die Eltern der Schüler wissen in manchen Fällen nichts von den Tests.

Generell sind die Quelldaten ungewöhnlich gut geschützt: Nur wenige ausgewählte Personen haben darauf direkten Zugriff. Das gilt auch für die Testergebnisse und die Genauigkeitswerte der KI. Allerdings scheinen einige Lehrer, die das System produktiv nutzen, noch nicht ganz überzeugt zu sein. In einigen Fällen seien brillant geschriebene Texte von der Software mit niedrigen Noten bewertet worden.

Die Hardware, die für die Kalkulationen der KI-Entscheidungen zuständig ist, steht in Chinas Hauptstadt Beijing (Peking). Ein ungenannter Forscher des Projekts sagte gegenüber der South China Morning Post: "Es hat sich kontinuierlich entwickelt und ist so komplex geworden, dass wir mittlerweile nicht mehr wissen, was es denkt und wie es Entscheidungen trifft." Es sei auch in der Lage, inzwischen selbstständig eine eigene Wissensbasis ohne menschliche Einmischung zu erstellen.



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FreiGeistler 31. Mai 2018

Wäre doch ein Verlustgeschäft, wenn sie an 269 Tagen im Jahr nichts erheben...

Oldy 29. Mai 2018

Und hast Du etwa Kenntnis, was für Daten über das Internet von Dir gesammelt werden?

der Fl0sch 29. Mai 2018

Auch die "Schönheit" lässt sich Wissenschaftlich erfassen, nur dann halt komplexer, es...

Karmageddon 29. Mai 2018

Tut er doch gar nicht. Er hat von "echten Lehrern" gesprochen, nicht von "allen echten...


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