Abo
  • IT-Karriere:

Maschinelles Lernen: IBM entwickelt KI, die ethischen Vorgaben folgt

Ist ein Video für Kinder geeignet? Ein selbstlernendes Empfehlungssystem soll das anhand von vorgegebenen ethischen Werten herausfinden. IBM-Forscher arbeiten an der KI, die aufgestellte Regeln auf große Datenmengen anwenden kann - in Zukunft vielleicht auf das Internet.

Artikel veröffentlicht am ,
Richtig oder falsch? Ein KI-System soll es herausfinden.
Richtig oder falsch? Ein KI-System soll es herausfinden. (Bild: Pixabay.com/CC0 1.0)

Forscher bei IBM arbeiten an einem KI-System, das nach ethischen und moralischen Vorgaben handeln können soll. Konkret geht es um Software, die Inhalte aus dem Netz nach verschiedenen Kriterien aussucht und Nutzern anbietet. Das berichtet das IT-Businessmagazin Venturebeat. Dabei sollen möglichst viele Ergebnisse bei gleichzeitigem Einhalten der Regeln angezeigt werden. Geführt wird das Forschungsteam von der IBM-Forscherin und Leiterin der KI-Ethik-Abteilung Francesca Rossi.

Stellenmarkt
  1. Versicherungskammer Bayern, München
  2. Kisters AG, Oldenburg

Eine solche Methode erfordert an sich kein maschinelles Lernen, beispielsweise wenn einem Programm feste Regeln vorgegeben sind, die Nutzer per Sprach- oder Textkommando abrufen können. "Es ist einfach eine Regelsammlung zu erstellen", sagt IBM-Mitforscher Nicholas Mattel. Das Problem ist, dass sich solche vorgegebenen Regeln nicht allgemein auf den Inhalt des gesamten Internets anwenden lassen.

Aus diesem Grund lernt das KI-System anhand von Beispielen deren Eigenschaften und stuft diese etwa als jugendschutzwürdig oder als für Kinder empfehlenswert ein. Das Forschungsteam konnte das bisher an einer Software für Videovorschläge testen. Mit dem Nach-Beispiel-lernen-Ansatz könnte sich das aber auch auf Literatur, Musik, Bilder oder andere Felder ausweiten lassen. Das Training des Modells erfolgt dabei zunächst offline, indem Beispiele als Referenzen zugeführt werden. Daraus erstellt sich das System eigene Regeln und kategorisiert Videos entsprechend.

In der Onlinephase können Nutzer das System direkt zur Auswahl von Videoinhalten im Netz anwenden. IBM stellt dabei einen Regler zur Verfügung, der die Balance zwischen ethischen Werten und den Präferenzen der Nutzer - in diesem Testfall Kinder - festlegt. Das ist notwendig, da Vorlieben und einschränkende Regeln oft kollidieren.

Noch nicht ausgereift genug

Ausgegebene Empfehlungen auf Basis ethischer Regeln funktionieren bei IBMs Projekt momentan nur auf Ja/Nein-Basis. Außerdem benötigt das KI-System noch zwei menschliche Parteien: Nutzer und Regelsetzer. Viele Inhalte im Netz werden jedoch oft persönlich von einer Person ausgewählt. Diese müssten sich entsprechend ihre eigenen Regeln setzen. Das könnte beispielsweise so aussehen, dass Menschen sich selbst Zeiten am Smartphone setzen oder angeben, wie bewusst sie sich ernähren wollen.

Potenzielle Anwendungsfälle gibt es viele, allerdings ist das System bisher noch nicht so allgemein verwendbar. Es muss also vorerst auf dem altmodischen Weg gedacht werden: mit Menschenverstand.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 298,00€
  2. 159,90€ + Versand (Bestpreis!)

daarkside 17. Jul 2018

Aus linker Sicht(heute, nicht gestern!) ist es unmoralisch Menschen den Gruppen nach zu...

Aki-San 17. Jul 2018

Siehe Wall-E..

Aki-San 17. Jul 2018

Also von einer KI, welche ein Filtering nach einem Muster macht zu einer KI die nach...

DooMMasteR 17. Jul 2018

Ethik hindert Roboter/KI nicht daran Menschenleben als wertlos einzustufen, einzig Asimov...


Folgen Sie uns
       


Zenbook Pro Duo - Hands on

Braucht man das? Gut aussehen tut das Zenbook Pro Duo jedenfalls.

Zenbook Pro Duo - Hands on Video aufrufen
Physik: Den Quanten beim Sprung zusehen
Physik
Den Quanten beim Sprung zusehen

Quantensprünge sind niemals groß und nicht vorhersehbar. Forschern ist es dennoch gelungen, den Vorgang zuverlässig zu beobachten, wenn er einmal angefangen hatte - und sie konnten ihn sogar umkehren. Die Fehlerkorrektur in Quantencomputern soll in Zukunft genau so funktionieren.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer


    Digitaler Knoten 4.0: Auto und Ampel im Austausch
    Digitaler Knoten 4.0
    Auto und Ampel im Austausch

    Auf der Autobahn klappt das autonome Fahren schon recht gut. In der Stadt brauchen die Autos jedoch Unterstützung. In Braunschweig testet das DLR die Vernetzung von Autos und Infrastruktur, damit die autonom fahrenden Autos im fließenden Verkehr links abbiegen können.
    Ein Bericht von Werner Pluta

    1. LTE-V2X vs. WLAN 802.11p Wer hat Recht im Streit ums Auto-WLAN?
    2. Vernetztes Fahren Lobbyschlacht um WLAN und 5G in Europa
    3. Gefahrenwarnungen EU setzt bei vernetztem Fahren weiter auf WLAN

    Elektromobilität: Wohin mit den vielen Akkus?
    Elektromobilität
    Wohin mit den vielen Akkus?

    Akkus sind die wichtigste Komponente von Elektroautos. Doch auch, wenn sie für die Autos nicht mehr geeignet sind, sind sie kein Fall für den Schredder. Hersteller wie Audi testen Möglichkeiten, sie weiterzuverwenden.
    Ein Bericht von Dirk Kunde

    1. Proterra Elektrobushersteller vermietet Akkus zur Absatzförderung
    2. Batterieherstellung Kampf um die Zelle
    3. US CPSC HP muss in den USA nochmals fast 80.000 Akkus zurückrufen

      •  /