Marvel's Wolverine im Test: So brutal lässt es der Superheld krachen
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Nein, Wolverine ist kein sympathischer Typ. Als wir James "Logan" Howlett kennenlernen, trinkt er zu viel Whiskey und hält andere Menschen auf Abstand – jedenfalls die, die er nicht in Stücke reißt.
Das Entwicklerstudio Insomniac Games(öffnet im neuen Fenster) erzählt in dem Actionspiel Marvel's Wolverine kein klassisches Superheldenabenteuer mit einem strahlenden Retter, sondern die Geschichte eines ruppigen, kaputten Mannes mit gewaltigen Selbstheilungskräften und noch gewaltigeren Aggressionsproblemen.
Das funktioniert gut! Im Laufe der Kampagne ist uns Logan fast schon ans Herz gewachsen, auch weil er sich anderen Figuren langsam öffnet. Sabretooth, Mystique und Jean Grey spielen wichtige Rollen.
Auch Nathaniel Essex und das Mutantenteam Team X sind eng mit Logans Vergangenheit verbunden. Insomniac erzählt eine eigenständige Wolverine-Geschichte und übernimmt nicht einfach eine bekannte Comic- oder Filmhandlung.
Wieder einmal dreht sich vieles um den Konflikt zwischen Mutanten und Menschen. Milliardär Bolivar Trask lässt Mutanten entführen, Team X versucht sie zu schützen, und Logan muss sich mit den Lücken seiner eigenen Erinnerung beschäftigen. Wer von diesem X-Men-Konflikt nicht genug bekommen kann, dürfte wenig auszusetzen haben. Uns kommt er inzwischen reichlich oft erzählt vor.
Viel wichtiger ist ohnehin das eigentliche Gameplay. Wolverine kämpft schnell, aggressiv und ausgesprochen körperlich. Mit seinen Adamantium-Klauen schnetzelt und schlitzt er sich durch Gegner, springt sie aus größerer Entfernung an, blockt, pariert und weicht aus.
Spezialtechniken und freischaltbare Verbesserungen erweitern das Repertoire. Aggressives Vorgehen füllt Logans Rage-Anzeige und ermöglicht besonders mächtige Angriffe. Spezielle Tastenkombinationen eröffnen Superangriffe, in den unteren Schwierigkeitsstufen kommt man aber auch so ganz gut durch.
Die Gewalt ist für ein Marvel-Spiel extrem drastisch. Arme und Beine fliegen durch die Gegend, Körper werden von den Klauen zerfetzt und Blut spritzt reichlich. Einen Teil dieser Effekte können wir in den Optionen reduzieren.
Trotz des hohen Gewaltgrads wirkt Wolverine aber selten wie eine Splattershow zum Selbstzweck. Das Spiel hält nach brutalen Treffern normalerweise nicht inne, um uns das Ergebnis in Zeitlupe zu präsentieren. Im schnellen Kampfgetümmel bekommen wir manches Gemetzel kaum genau mit, auch wenn ein Gegner gerade buchstäblich in Stücke gerissen wurde.
Die Entwickler geben sich große Mühe, aus dem Grundprinzip möglichst viel herauszuholen. Wir kämpfen gegen unsichtbare Feinde, in Nebel und Dunkelheit, auf Bäumen und in engen Räumen. Gegner attackieren mit Katanas oder Scharfschützengewehren, andere sind besonders schnell oder stark gepanzert. Hinzu kommen größere Bosskämpfe.
Ganz verschwindet die Wiederholung trotzdem nicht. Nach ein oder zwei Stunden am Stück hatten wir regelmäßig genug von der Klopperei. Die Gefechte sind hervorragend inszeniert und fühlen sich gut an, aber es sind schlicht sehr viele. Wolverine funktionierte für uns deshalb fast besser in Etappen: Am nächsten Tag hatten wir wieder richtig Lust darauf, die Krallen auszufahren.
Logan kann trotz seiner enormen Regenerationsfähigkeit sterben. Das Spiel setzt uns dann an fair platzierten Checkpoints ab, lange Wiederholungen gibt es praktisch nicht. Häufig ist Wolverine zunächst nur schwer verwundet. Dann hämmern wir schnell auf die Quadrat-Taste und bringen ihn noch einmal auf die Beine.
Besonders hilfreich ist eine Option, die das Zeitfenster für Blocks und Paraden vergrößert; recht spät gibt es das auch als reguläres Update. Wir haben im Test sogar den allgemeinen Schwierigkeitsgrad reduziert.
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