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Martian Moons Exploration: DLR baut Rover für den Marsmond Phobos

Das DLR hat ein Fahrzeug mitentwickelt, das auf einem der Monde des Mars landen soll. Der Start ist für das Jahr 2024 geplant.

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Künstlerische Darstellung des MMX Rover: sehr geringe Schwerkaft (Bild: DLR)

Fahren auf einem Minimond: Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) baut einen Rover für eine Expedition zum Marsmond Phobos. Das Fahrzeug soll in etwa zwei Jahren als Teil einer japanischen Raumfahrtmission starten.

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Der Rover ist etwa 55 Zentimeter groß und wiegt 25 Kilogramm. Er ist kastenförmig und wird auf vier Rädern fahren. Das DLR hat die Struktur des Rovers, die aus einem kohlefaserverstärkten Verbundwerkstoff besteht, sowie das Aufricht- und Fortbewegungssystem gebaut.

Zudem hat das DLR zwei Instrumente gefertigt: Das Radiometer miniRAD soll per Infrarotmessung die Oberflächentemperatur bestimmen, das Raman Spectroscopy for MMX (Rax) soll Daten über die mineralogische Zusammensetzung von Phobos liefern.

Der Rover wird in Toulouse fertiggestellt

Die nächsten Schritte werden in Toulouse in Südfrankreich erfolgen: Dort wird die französische Raumfahrtagentur Centre national d'études spatiales (CNES) alle Instrumente und Subsysteme integrieren. Dazu gehören neben zwei Navigationskameras zwei Radkameras, die Räder und Untergrund beobachten sowie Daten über den Aufbau der Phobos-Oberfläche sammeln. Zudem werden die Franzosen die Solarpaneele, das Energiesystem, das Kommunikationssystem für den Kontakt zur Erde und den Bordcomputer in den Rover einbauen.

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Bis Sommer 2023 soll der Rover fertiggestellt sein. Der Start ist für das Jahr darauf geplant. Ziel der Martian Moons Exploration (MMX) der japanischen Raumfahrtagentur Jaxa sind die Marsmonde Phobos und Deimos. 2025 soll die Sonde dort ankommen und in eine Umlaufbahn um den Mars einschwenken, um aus diesem Orbit Daten über Phobos und Deimos zu sammeln. 2027 soll sie ein Explorationsmodul mit Probennehmer sowie den MMX-Rover auf Phobos absetzen. Die Proben sollen anschließend zur Erde gebracht werden.

Der Rover soll im freien Fall auf dem nur 27 Kilometer großen Phobos aufsetzen. Bei der Landung wird er voraussichtlich Purzelbäume schlagen und in einer nicht vorhersagbaren Lage liegenbleiben. Aus der muss er sich mit Hilfe seines Antriebssystems aufrichten. Er wird nur mit einigen Millimetern pro Sekunde fahren, damit bei der geringen Schwerkraft seine Räder den Bodenkontakt nicht verlieren.

"Mit dem MMX-Rover betreten wir technisches Neuland, denn noch nie ist ein Erkundungsfahrzeug mit Rädern auf einem kleinen Himmelskörper gefahren, der nur über rund ein Tausendstel der Erdanziehungskraft verfügt", sagte Markus Grebenstein vom DLR-Institut für Robotik und Mechatronik in Oberpfaffenhofen, der das Projekt für den MMX-Rover beim DLR leitet.