Marsrover: China veröffentlicht Pläne für eigenen Marsrover

Im Jahr 2020 soll eine chinesische Mission zum Mars fliegen. Neben einem Orbiter soll auch eine Landekapsel mit einem Marsrover dabei sein.

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Chinas neuer Marsrover als Computeranimation
Chinas neuer Marsrover als Computeranimation (Bild: Xinhua)

Schon im April wurde bekannt, dass China eine eigene Marsmission für das Jahr 2020 plant. Jetzt hat die staatliche Administration für Wissenschaft, Technologie und Industrie der nationalen Verteidigung erste Details und Bilder zu den ambitionierten Plänen geliefert. Es ist erst die zweite chinesische Mission zum Mars. Chinas erste Marsmission, Yinghuo-1, verglühte zusammen mit der russischen Mission Fobos-Grunt wegen einer Fehlfunktion der russischen Rakete in der Erdatmosphäre.

Die neue Mission wird vollständig mit chinesischer Technik durchgeführt werden. Sie soll mit Chinas neuer Schwerlastrakete Langer Marsch 5 gestartet werden. Die Mission besteht dabei aus einem Orbiter, an dem die Landekapsel für einen Rover befestigt wird. Der Orbiter soll die Oberfläche und Atmosphäre des Mars untersuchen, außerdem dessen Ionosphäre und die Verteilung von Wassereis. Ein Radarsystem soll auch die Oberfläche des Mars durchdringen und größere Tiefen untersuchen können.

Die amerikanische Ausgabe des staatlichen chinesischen Fernsehens CCTV veröffentlichte eine Animation der geplanten Landesequenz des etwa 200 kg schweren Rovers, der etwa so groß wie die Marsrover Spirit und Opportunity ist. Die Landung folgt dabei einer ähnlichen Technik, die auch bei der Landung der amerikanischen Viking Sonden in den 70er Jahren angewendet wurde. Nach dem Eintritt in die Atmosphäre mit einem Hitzeschild wird der Lander mit einem Fallschirm abgebremst und setzt schließlich mit Hilfe eines Raketentriebwerks sanft auf.

Noch kein konkretes Forschungsziel für den Rover

Der Rover soll auf der Nordhalbkugel des Mars, abseits des Äquators, landen. Während damit die Stromversorgung durch Sonnenlicht schlechter ist, soll das Terrain in der Gegend leichter befahrbar sein. Die Nordhalbkugel des Mars unterscheidet sich deutlich vom Rest des Planeten. Eine Vermutung ist, dass eine Kollision mit einem großen Asteroiden der Größe unseres Mondes in der Frühzeit des Mars die gesamte Halbkugel verwüstet hat.

Ein konkretes Forschungsziel für den Rover steht noch nicht fest, es soll aber keine Wiederholung anderer Missionen von Marslandern sein. Über den Namen des Rovers soll die Bevölkerung abstimmen. Für die Marsmission wird das gleiche Team verantwortlich sein, das auch die erfolgreiche Mondmission Chang'e 3 mit dem Rover Yutu, Jadehase, betreut hat. Die Marsmission ist im Vergleich dazu deutlich komplexer. Anders als der weitgehend direkt ferngesteuerte Mondrover wird der Marsrover wegen der großen Signallaufzeit weitgehend autonom agieren müssen. Außerdem muss die Kommunikation mit der Erde über die Sonde als Relaisstation laufen.

In Anspielung auf die indische Marsmission Mangalyaan sagte Ye Peijian schon im März, dass China damit zwar nicht die erste asiatische Nation mit einer Marsmission sein wird, dafür aber auf einem hohen Niveau einsteigen wird. Indiens Marssonde ist ein umgebauter Kommunikationssatellit und sollte hauptsächlich zur Technologiedemonstration dienen. In einem anderen Interview betonte er außerdem, dass die Mission nach sieben Monaten Flug zum Mars wohl rechtzeitig zum 100. Jahrestag des Bestehens der kommunistischen Volkspartei Chinas im Jahr 2021 landen würde.

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