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Marskolonie: Mars One geht an die Börse

Die Stiftung zur Besiedelung des Mars will Geld von der Börse. An der Ernsthaftigkeit des Projekts ist wohl nicht zu zweifeln, an der Seriosität dagegen schon.

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So bewirbt Mars One seine Mars-Besiedelungspläne.
So bewirbt Mars One seine Mars-Besiedelungspläne. (Bild: Mars One)

Mars One sucht nach neuen Finanzierungsmöglichkeiten für Pläne zur Besiedelung des Mars. Das Geld für den Flug dorthin soll jetzt an der Frankfurter Börse eingenommen werden. Bisher sind die Finanzierungsprojekte allesamt gescheitert.

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Dabei besteht das Projekt derzeit aus zwei Teilen. Einer ist die niederländische Mars-One-Stiftung, die sich um die Auswahl und das Training der angehenden Kolonisten kümmern soll. Außerdem soll sie die Raumschiffe und alles andere besorgen, was nötig ist, um die Kolonialisierungspläne umzusetzen. Das Geld dafür soll die britische Firma Mars One Ventures PLC heranschaffen, die sich dafür schon mehrere zweifelhafte Methoden ausgedacht hat.

Zunächst sollte eine Reality-TV-Sendung die Pläne finanzieren. Dabei sollten 100 Marskolonisten in einer Big-Brother-ähnlichen Sendung ausgewählt werden, auch der Flug zum Mars selbst sollte Teil der Fernsehshow sein. Die Pläne scheiterten aber am Ausstieg der Produktionsfirma Endemol. Im zweiten Schritt wurden die Kandidaten selbst zur Kasse gebeten: Das danach folgende Auswahlverfahren basierte auf einem Punktesystem, in dem die potenziellen Marskolonisten Punkte für den Kauf von Merchandising-Artikeln erhielten.

Fünf Prozent des Geldes gehen an das Mars-Projekt

Ähnlich zweifelhaft scheinen die jetzigen Pläne zum Börsengang zu sein. Die britische Mars One Ventures PLC soll von der Schweizer Innovative Finance AG übernommen werden. Die soll daraufhin Unternehmensanteile im Wert von 87 Millionen Euro an der Frankfurter Börse verkaufen. Die InFin AG wird dann in Mars One Ventures AG umbenannt und die bisherigen Anteilseigner der alten Mars One Ventures PLC erhalten 97,5 Prozent der Anteile der neuen Firma.

Die Mars One Foundation, die den Marsflug durchführen soll, erhält von dem Börsengang ganze 6 Millionen Euro. Außerdem sollen fünf Prozent des Umsatzes der Mars One Ventures AG an die Foundation gehen. Diesen Umsatz macht die Firma nach eigenen Angaben durch den Verkauf von Mechandise-Artikeln, Videowerbung, Verkauf von Senderechten, Markenpartnerschaften und ihrem geistigen Eigentum.

Zum Vergleich: SpaceX-Chef Elon Musk schätzte die Entwicklungskosten für sein interplanetares Raumschiff auf etwa 10 Milliarden US-Dollar. Und selbst diese Schätzung wurde als viel zu optimistisch kritisiert. Um der Mars One Foundation ein ähnlich großes Budget zukommen zu lassen, müsste Mars One Ventures einen Umsatz von etwa 200 Milliarden US-Dollar machen. Dazu müsste jeder Mensch auf der Erde ein Mars-One-T-Shirt im Wert von 30 US-Dollar kaufen.



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