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Mars: Perseverance findet Spuren von vergangenem Wasser

Mittlerweile wurden 28 der 43 Gesteinsproben auf dem Mars von Perseverance eingesammelt. Einige deuten auf eine wasserreiche Vergangenheit hin.
/ Patrick Klapetz
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Der Perseverance-Marsrover der Nasa hat dieses Selfie im Juli 2024 aufgenommen. (Bild: NASA/JPL-Caltech/MSSS)
Der Perseverance-Marsrover der Nasa hat dieses Selfie im Juli 2024 aufgenommen. Bild: NASA/JPL-Caltech/MSSS

Der Marsrover Perseverance von der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa sammelte bereits einige Proben vom Mars ein und fotografierte diese dabei. Die Katalogisierung dieser Aufnahmen erfolgt bereits. Ein Forschungsteam(öffnet im neuen Fenster) hat einige Hinweise auf eine frühere Wassereinwirkung und möglicherweise bewohnbare Bedingungen in den Perseverance-Proben gefunden.

Der Perseverance-Rover kann loses Material mit einer Größe von weniger als acht Millimetern von der Marsoberfläche bis zu einer Tiefe von etwa vier bis sechs Zentimetern entnehmen. Diese werden dann vom Rover in einem Probenröhrchen versiegelt und entweder auf der Marsoberfläche deponiert oder im Rover gelagert.

Vielversprechende Anzeichen für einen einst wasserreichen Mars

In den Aufnahmen unterscheidet sich die Oberflächenkruste von der darunterliegenden Erde. Es befinden sich größere Kiesel an der Oberfläche und feinere Körner unter ihr. Einige Partikel sind grob und verwittert, was darauf hindeutet, dass sie wahrscheinlich mit Wasser in Berührung kamen. Atmosphärische Messungen liefern zudem Anzeichen für jüngere Prozesse, zu denen wahrscheinlich auch Wasserdampf bei der Bildung der Bodenkruste gehört.

Das Grundgestein ist reich an Olivin(öffnet im neuen Fenster) , das aus mindestens zwei Quellregionen stammt. Das Mineral kommt auch in Marsmeteoriten vor. Es kann eine Serpentinisierung durchlaufen, wenn es mit Wasser und Wärme interagiert – auf der Erde ein Anzeichen für ihre Bewohnbarkeit.

Zudem erinnern die Flecken eines anderen Felsens, der den Spitznamen Cheyava Falls erhielt, an die Musterung eines Leoparden. Das Gestein enthält Phosphat, ein wichtiger Baustein des Lebens auf der Erde.

Vollständige Ergebnisse vorerst nicht möglich

Obwohl die Daten vielversprechend sind, wird das Team nicht in der Lage sein zu bestätigen, ob irgendwelche Spuren mikrobiellen Lebens vorhanden sind. Die Instrumente an Bord von Perseverance sind durch Gewicht, Größe und Stromversorgung eingeschränkt.

"Es gibt einige Instrumente, die sich einfach nicht verkleinern und zum Mars schicken lassen" , erklärt Libby Hausrath von der Universität von Nevada (USA) in einer Pressemitteilung(öffnet im neuen Fenster) .

Bislang gibt es jedoch starke Anzeichen, die frühere Vorhersagen über frei fließendes Wasser auf dem Mars vor schätzungsweise zwei Milliarden Jahren untermauern. "Sobald die Proben wieder auf der Erde sind, werden wir eine viel feinere Auflösung haben und in der Lage sein, kleinere Mengen jeder Probe mit höherer Präzision zu messen" , so Hausrath.

Mars-Sample-Return: Wann kann es so weit sein?

Dafür braucht es eine Mars-Sample-Return-Mission (Mission zur Marsproben-Rückführung), die irgendwann in den 2030er Jahren mit einer robotergesteuerten Landfähre und einem Aufstiegsmodul auf dem Roten Planeten landen soll. Ursprünglich sollte die Mission 2028 starten, könnte aber aus Kostengründen möglicherweise erst in den 2040er Jahren erfolgen (Paywall)(öffnet im neuen Fenster) .

Im Jahr 2028 soll der Marsrover Rosalind Franklin von der Europäischen Weltraumorganisation Esa starten und bis zu zwei Meter tief in die Marsoberfläche vordringen. Das sollte weitere Erkenntnisse über die Vergangenheit des Roten Planeten liefern.

Wenn privatwirtschaftliche Unternehmen wie SpaceX oder Blue Origin für die Rückführung der Probenmission beauftragt werden, könnten die Perseverance-Proben vielleicht zwischen den Jahren 2035 und 2039 zur Erde gebracht werden. Die Volksrepublik China möchte unabhängig davon bereits im Jahr 2028 ihre Mars-Sample-Return-Mission Tianwen-3 starten.

Zur Studie

Die Studie wurde am 6. Februar 2025 in dem Fachmagazin JGR Planets veröffentlicht: Collection and In Situ Analyses of Regolith Samples by the Mars 2020 Rover: Implications for Their Formation and Alteration History(öffnet im neuen Fenster) (Sammlung und In-Situ-Analysen von Regolith-Proben durch den Mars-2020-Rover: Implikationen für ihre Entstehungs- und Alterationsgeschichte).


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