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Mars One: Kandidaten sollen Mars One mitfinanzieren

Er ist unter die letzten 100 gekommen, doch jemanden von Mars One hat der Kandidat Joseph Roche für die Marskolonie angeblich noch nicht getroffen. Er berichtet von dem Auswahlverfahren - das wenig seriös klingt.
/ Werner Pluta
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Mögliche Marskolonie: Ist der Platz in der Marsrakete käuflich? (Bild: Mars One)
Mögliche Marskolonie: Ist der Platz in der Marsrakete käuflich? Bild: Mars One

Ungereimtheiten gibt es einige bei dem Projekt Mars One(öffnet im neuen Fenster) , das in wenigen Jahren eine Kolonie auf dem Mars errichten will. Technisch ist das derzeit praktisch nicht machbar . Aber inzwischen scheint auch die Finanzierung infrage zu stehen. Auch das Auswahlverfahren mutet, glaubt man dem Bericht eines Kandidaten, eher merkwürdig an.

Mars One - Vorstellungsfilm
Mars One - Vorstellungsfilm (03:56)

Wie das Projekt finanziert werden soll, ist eine der Kernfragen. Ein Teil des Budgets sollte durch den Verkauf von Übertragungsrechten gedeckt werden. Der Auswahlprozess und die Marsflüge sollten als Reality-Show inszeniert werden. Als Partner war die niederländische Produktionsgesellschaft Endemol vorgesehen, die als Produzent von Big Brother Erfahrung mit solchen Formaten hat. Allerdings sei Endemol inzwischen aus dem Projekt ausgestiegen, berichtete der britische Fernsehsender Sky im Februar(öffnet im neuen Fenster)

Was hat Geld mit der Auswahl zu tun?

So scheint die Auswahl der verbliebenen 100 Kandidaten für den Flug zum Mars viel mit Geld zu tun zu haben. Das sagte der irische Astrophysiker Joseph Roche, einer der 100 Kandidaten, dem Onlinemagazin Medium.com(öffnet im neuen Fenster) .

Trailer Die dritte Auswahlrunde - Mars One
Trailer Die dritte Auswahlrunde - Mars One (02:33)

Jeder Bewerber werde automatisch Mitglied der Mars One Community, erzählte Roche. Die Mitglieder bekämen in jeder Runde des Auswahlprozesses Punkte. Die Verteilung sei aber willkürlich und habe nichts mit der Rangordnung zu tun. "Die einzige Möglichkeit, mehr Punkte zu bekommen ist, Fanartikel von Mars One zu kaufen oder Geld zu spenden." Die 100 Kandidaten hat Mars One aufgefordert, Angebote für bezahlte Interviews anzunehmen und 75 Prozent des Geldes der Stiftung zu überlassen.

Mehr Geld - bessere Chance?

Die aussichtsreichsten Kandidaten seien diejenigen, die das meiste Geld für Mars One sammelten, wirft Roche der niederländischen Stiftung vor. Eine Sprecherin von Mars One bestätigte Medium.com, dass es eine Rangliste auf Basis von Punkten gebe. Die Anzahl der Punkte habe aber nichts mit dem Auswahlprozess zu tun.

Crowdfunding für den Mars - Mars One
Crowdfunding für den Mars - Mars One (04:06)

Er habe niemanden von Mars One je persönlich getroffen, sagte Roche. Er wisse auch nicht, ob das bei einem der anderen Kandidaten der Fall sei. Alles, was Mars One über ihn wisse, stamme aus einem kurzen Video, einem Bewerbungsformular und einem zehnminütigen Gespräch über Skype.

Skype-Interview statt Tests vor Ort

Die dritte Auswahlrunde bestand aus einem Gespräch, das Norbert Kraft, medizinischer Leiter von Mars One, über Skype führte. Ursprünglich sei diese dritte Runde aber als Interview vor Ort angekündigt worden, sagt Roche. "Wir sollten dort hinfahren, wir würden interviewt, wir würden mehrere Tage lang geprüft. Für mich klang das wie etwas, das einem seriösen Astronautenauswahlverfahren zumindest nahe kam."

Stattdessen gab es ein zehnminütiges Videotelefonat. Darin mussten - so stellte es Mars One dar(öffnet im neuen Fenster) - die Kandidaten ihr Verständnis von Teamgeist darlegen, zeigen, dass sie sich der Risiken bewusst sind und vor allem erklären, weshalb sie sich auf die Expedition einlassen wollen, die ihr Leben nachhaltig und für immer ändern wird.

Keine Spur gab es offenbar von ernsthaften psychologischen oder psychometrischen Tests, die etwa einen Hinweis auf Stressfestigkeit gegeben hätten. Laut Roche stellte Kraft lediglich Fragen zu der Literatur über den Mars und das Projekt, das Mars One den Kandidaten zur Verfügung gestellt hatte. Die Auswahlverfahren der europäischen oder der US-Raumfahrtagenturen sehen wohl anders aus.


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