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Mars Insight:
Messdaten von einsamer Marsstation veröffentlicht

Über den Aufbau des Planeten hat Mars Insight bislang nur wenig gelernt. 174 Erdbeben sind nachgewiesen, aber nur drei verortet worden. Der Maulwurf steckt fest. Wissenschaftler warten auf ein großes Beben, um mehr zu lernen. Viele Kompromisse in der Planung behindern das Ziel der Mission.
/ Frank Wunderlich-Pfeiffer
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In der Nähe von Cerberus Fossae wurden auf dem Mars zwei Beben nachgewiesen. (Bild: Esa/DLR/FU Berlin)
In der Nähe von Cerberus Fossae wurden auf dem Mars zwei Beben nachgewiesen. Bild: Esa/DLR/FU Berlin

Die Nasa hat die Messdaten des ersten Jahres nach der Landung von Mars Insight veröffentlicht.(öffnet im neuen Fenster) Demnach ist der Mars etwa so aktiv wie das Innere einer stabilen Kontinentalplatte auf der Erde. Das DLR verglich die Stärke der Erdbeben mit denen in der schwäbischen Alb.(öffnet im neuen Fenster) Auf dem Mars konnten mit Hilfe des Seismometers "Seis" 174 Erdbeben nachgewiesen werden. 13 lieferten ausreichend gute Daten, um Stärke und Abstand zu bestimmen, aber nur von drei Beben konnte auch das Epizentrum auf einige Hundert Kilometer genau verortet werden. Zwei Beben ereigneten sich unter Cerberus Fossae,(öffnet im neuen Fenster) einem Ort in der Nähe der Landestelle, an dem schon vor der Mission seismische Aktivität vermutet wurde.

Auch die stärksten Signale waren aber zu schwach, um zu bestimmen, in welcher Tiefe sie stattfanden. Über den größten Teil der Beben ist wenig bekannt. Die Wissenschaftler schätzen, dass es auf dem Mars pro Jahr etwa acht messbare Erdbeben durch Meteoriteneinschläge geben sollte. Bislang konnte aber noch kein Beben einem Einschlag zugeordnet werden. Ein Einschlag würde für die wissenschaftliche Auswertung sichere Daten über Entfernung und Tiefe des Bebens liefern.

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