Mars-Helikopter: Ingenuity war erst der Anfang

Die Nasa hat weitere große Pläne für die Erforschung der Überreste des Mars-Magnetfeldes.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Klapetz
Der Mini-Hubschrauber Ingenuity der Nasa auf der Marsoberfläche.
Der Mini-Hubschrauber Ingenuity der Nasa auf der Marsoberfläche. (Bild: NASA/JPL-Caltech)

Ursprünglich sollte der kleine Hubschrauber Ingenuity nach Ankunft auf dem Mars Anfang 2021 nur während eines Monats fünf Flugmanöver auf dem roten Planeten absolvieren. Im April dieses Jahres wurde dann der 50. Flugeinsatz verkündet. Beim 53. Flugversuch kam es zunächst zu einem Absturz, doch am 3. September 2023 stellte Ingenuity während des 57. Flugversuchs in der dünnen Marsluft einen Rekord auf. Ingesamt hat der kleine Helikopter nun mehr als 100 Minuten in der Luft verbracht.

Aufgrund des Erfolgs planen die Forschungsteams der US-Raumfahrtbehörde Nasa zwei weitere Mini-Hubschrauber als Ersatz für die Mission der Weltraumbehörde. Damit sollen Röhren mit Marsproben zur Erde gebracht werden. Außerdem bauen die Teams noch ein Fluggerät, das den Saturnmond Titan besuchen soll.

Laut einer aktuellen Studie könnte der Einsatz eines interplanetaren Hubschraubers mit einem Magnetometer optimiert werden. Dies könnte einzigartige Daten über Magnetfelder sammeln, die in die Kruste eines beliebigen Planeten des zu erforschenden Sonnensystems geätzt sind. Laut dem Forschungsteam hat "die Ära der helikoptergestützten Erkundungen auf dem Mars" begonnen. Mit einem Magnetometer und den analysierten künftigen Daten könnte die Fachwelt mehr über die Entstehung des Mars oder anderer Himmelskörper erfahren.

Helikopter schließen die Lücke zwischen Land- und Weltraumerkundung

Die meisten Daten vom Mars stammen entweder von Rovern, die den Planeten von der Oberfläche aus erkunden, oder von Raumsonden, die den Mars vom Weltraum aus erforschen. Eine Flotte von Helikoptern könnte Daten von Gebieten sammeln, an die weder Rover noch Orbiter mal eben so gelangen.

Es gibt einen Präzedenzfall auf der Erde: Flugzeugvermessungsdaten haben ein Muster von magnetischen Anomalien entlang tektonischer Plattengrenzen aufgedeckt, Satelliten konnten das gleiche Muster nicht finden. Letztlich lieferte diese Erkenntnis den Hauptbeweis für die inzwischen gut bekannten Magnetfeldumkehrungen auf der Erde.

Im Gegensatz zur Erde erzeugt der Mars kein eigenes Magnetfeld. Dessen Dynamo – ein rotierender Klumpen geschmolzenen Materials im Planetenkern, der einst ein beträchtliches Magnetfeld erzeugte – habe sich vor etwa drei oder vier Milliarden Jahren abgeschaltet und zahllose Taschen mit magnetisierter Kruste hinterlassen. Die Tiefe und Stärke dieser verstreuten Flecken auf dem Mars, die Aufschluss über die Entwicklung des Planeten geben können, sind jedoch nicht umfassend kartiert.

Mit der Hilfe von Motorflügen könnten einige der unerforschten Signale aufgespürt werden. Der Helikopter müsste dafür vielleicht nicht einmal zehn Kilometer hoch über Schluchten, steile Hänge, Krater und Dünen fliegen. Auch Russland und Indien planen ein fliegendes Gefährt für den Mars, nämlich ein Flugzeug.

Zur Studie

Die Studie wurde am 29. August 2023 im Fachmagazin The Planetary Science Journal veröffentlicht und heißt Exploring Martian Magnetic Fields with a Helicopter (Erforschung der Magnetfelder des Mars mit einem Hubschrauber).

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