Mars: Curiosity hat vielleicht Spuren von Leben entdeckt
Die viel beschworenen grünen Männchen sind es nicht – aber möglicherweise hat der Marsrover Curiosity dennoch Spuren von ehemaligem Leben auf dem Mars gefunden: Einige der Sedimentformationen, die der Forschungsroboter fotografiert hat, sehen bestimmten Versteinerungen auf der Erde sehr ähnlich.
Die Fotos zeigen Sedimentstrukturen im Marskrater Gale. Curiosity hat auf seinem Weg durch den Krater mehrfach Hinweise darauf gefunden, dass es dort einmal fließendes Wasser gab. Möglicherweise wurde sogar der Berg im Gale-Krater einst von Flüssen aufgetürmt.
Mikroorganismen interagieren mit Sedimenten
Die Ablagerungen glichen bestimmten Sedimentstrukturen auf der Erde, sagt Nora Noffke, Geobiologin(öffnet im neuen Fenster) an der Old Dominion University in Norfolk im US-Bundesstaat Virginia. Diese werden von Mikroorganismen erzeugt (englisch: microbially induced sedimentary structure(öffnet im neuen Fenster) , Miss). Sie entstehen, wenn Teppiche aus Mikroorganismen mit den Sedimenten in ihrer Umgebung interagieren und sie verändern.

Miss kommen auf der Erde in flachem Wasser vor – etwa an einem Seeufer. Das Gebiet, in dem Curiosity derzeit unterwegs ist, scheint eine nasse Vergangenheit zu haben: Der Marskrater Gale war möglicherweise ein See , der im Laufe der Jahrmillionen mehrfach austrocknete und sich wieder füllte.
Noffke entdeckt Spuren von uralten Lebewesen
Miss versteinern im Laufe der Zeit. Diesen Versteinerungen ähnelten die Sedimente, die Curiosity in einem mutmaßlichen einstigen Flachwasserbereich fotografiert habe, schreibt Noffke in einem Aufsatz in der Fachzeitschrift Astrobiology(öffnet im neuen Fenster) . Die Forscherin beschäftigt sich seit gut 20 Jahren mit Miss. 2014 entdeckte sie solche Strukturen in Australien, die knapp 3,5 Milliarden Jahre alt sind – und damit mutmaßlich die ältesten Spuren von Leben auf der Erde.
Sollte die Forscherin recht haben, wäre das eine Sensation. Eine der wichtigsten Aufgaben von Curiosity ist schließlich die Suche nach Spuren von Leben auf dem Mars. Noffke ist allerdings vorsichtig: "Alles, was ich sagen kann, ist: Das ist meine Hypothese, und das sind die Beweise, die ich habe" , sagte sie dem Online-Nachrichtenangebot Astrobio(öffnet im neuen Fenster) .
Sie weise auf die starke Ähnlichkeit zwischen den Strukturen auf dem Mars zu Miss auf der Erde hin. Ob jene tatsächlich organischen Ursprungs seien, müsse aber noch bewiesen werden. Dazu müssten Proben auf die Erde gebracht und hier untersucht werden. Das ist derzeit jedoch nicht geplant.
- Anzeige Hier geht es zu Die Geschichte der Raumfahrt bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.