Marktplatz im Darknet: Mutmaßliche Betreiber des Wall Street Market angeklagt

Drei Männer aus verschiedenen Regionen Deutschlands sollen gemeinsam den zweitgrößten Marktplatz für illegale Güter betrieben haben.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Über den Wall Street Market wurden vor allem Drogen verkauft.
Über den Wall Street Market wurden vor allem Drogen verkauft. (Bild: A_Different_Perspective/Pixabay)

Nachdem Ermittler im vergangenen Jahr den zweitgrößten Online-Marktplatz für illegale Waren im Darknet ausgehoben haben, hat die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft jetzt Anklage gegen drei Verdächtige erhoben. Die Männer sollen zwischen März 2016 und April 2019 den Wall Street Market aufgebaut und betrieben haben, wie die Generalstaatsanwaltschaft am 22. Juni 2020 mitteilte. Bei der Plattform handelt es sich den Angaben zufolge um die bis dato weltweit zweitgrößte kriminelle Handelsplattform, über die insbesondere Drogen, ausgespähte Daten, gefälschte Dokumente und Schadsoftware vertrieben wurden.

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Den Festnahmen im Frühjahr 2019 waren aufwendige verdeckte Ermittlungen vorausgegangen. Amerikanische und niederländische Behörden waren ebenso beteiligt wie die europäische Polizeibehörde Europol.

Die drei Beschuldigten sollen als Betreiber der Plattform an den Verkäufen illegaler Güter Provisionen verdient haben. Bei den Verdächtigen handelt es sich um einen 33-Jährigen aus Bad Vilbel (Hessen), einen 23-Jährigen aus Kleve (Nordrhein-Westfalen) und einen 30-Jährigen aus dem Landkreis Esslingen (Baden-Württemberg). Gegen alle drei Männer wurde Anklage wegen des Verdachts des bandenmäßigen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge erhoben, zwei von ihnen sind zudem wegen des Verdachts der Untreue angeklagt.

Mutmaßliche Betreiber ließen sich mit der Staatsanwaltschaft ein

Die Handelsplattform war nur über das Tor-Netzwerk erreichbar und hatte sich auf den Handel mit illegalen Gütern spezialisiert. Für die Bezahlung verwendeten die Nutzer vornehmlich die Kryptowährungen Bitcoin und Monero. "Während der gesamten Betriebsdauer sollen auf [dem] Wall Street Market insgesamt 75 kg Kokain, 11 kg Heroin, über 2,4 t Cannabisprodukte (Marihuana, Haschisch), 642 kg Speed, 156 kg MDMA, 52 kg Meth, über 460.000 Tabletten Ecstasy, und über 240.000 Portionen LSD umgesetzt worden sein", schreibt die Generalstaatsanwaltschaft in einer Pressemitteilung. Über die treuhänderisch von den Beschuldigten verwalteten Kryptowallets sollen insgesamt 36 Millionen Euro geflossen sein, von welchen die Angeklagten 2,5 bis 5,5 Prozent Provision einbehalten haben sollen.

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"Aufgrund der im Rahmen der Ermittlungen gezeigten Kooperationsbereitschaft - insbesondere der Nennung von Zugangsdaten zu den sichergestellten Datenträgern und Kryptowallets - wurden die ursprünglich gegen die Angeschuldigten erlassenen Haftbefehle [...] gegen Auflagen ausgesetzt", schreibt die Generalstaatsanwaltschaft. Die Beschuldigten befinden sich wieder auf freiem Fuß. Wann das Verfahren vor dem Frankfurter Landgericht starten soll, wurde zunächst nicht bekanntgegeben.

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