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Marktmissbrauch bei Preissuchmaschinen: Google muss Milliardenstrafe an Klarna-Tochter zahlen

Ein schwedisches Gericht hat Google zu einer Milliardenstrafe verurteilt. Das Unternehmen habe Konkurrenten benachteiligt und seine Marktdominanz missbraucht.
/ Ingo Pakalski
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Die Klarna-Tochter Pricerunner hat vor Gericht gegen Google gewonnen. (Bild: Dado Ruvic/Reuters)
Die Klarna-Tochter Pricerunner hat vor Gericht gegen Google gewonnen. Bild: Dado Ruvic/Reuters

Google hat das Klarna-Tochterunternehmen Pricerunner viele Jahre wettbewerbsrechtlich benachteiligt und Suchergebnisse zu eigenen Gunsten manipuliert. Ein schwedisches Gericht verurteilte Google dafür zur Zahlung eines Schadensersatzes von 14,3 Milliarden schwedischen Kronen, das sind umgerechnet rund 1,29 Milliarden Euro.

Ergänzend dazu muss Google Zinsen zahlen, die sich auf insgesamt rund 4,6 Milliarden schwedische Kronen (rund 415 Millionen Euro) belaufen. Das ergibt eine Gesamtsumme von umgerechnet 1,71 Milliarden Euro. Das schwedische Patent- und Markgericht(öffnet im neuen Fenster) sah es als erwiesen an, dass Google seine eigene Einkaufsplattform mehrere Jahre lang bevorzugt und dadurch Pricerunner geschadet habe.

"Der Schadenersatz ist zweifellos der höchste, der jemals in einem schwedischen Wettbewerbsverfahren zugesprochen wurde", sagte Richterin Linda Kullberg. Klarna hatte Pricerunner 2022 übernommen und verlangte einen höheren Schadensersatz von 77 Milliarden schwedischen Kronen, das wären rund 6,9 Milliarden Euro.

Darum ging es

Das Urteil steht im Zusammenhang mit einer Entscheidung der EU-Kommission aus dem Juni 2017: Damals wurde festgestellt, dass Google seine marktbeherrschende Stellung bei Preissuchmaschinen missbraucht habe. Der Konzern wurde zu einer Strafe von 2,42 Milliarden Euro verurteilt. 2021 verlor Google eine Berufung gegen diese Entscheidung. Aufgrund der damaligen Entscheidung ging auch Idealo gegen Google vor und erstritt im Sommer 2025 vor Gericht eine Schadensersatzsumme von 465 Millionen Euro. Auch Producto wählte diesen Weg und bekam 107 Millionen Euro zugesprochen.

In der 2022 eingereichten Klage machte Pricerunner geltend, dass Googles Missbrauch auch nach der Entscheidung der Europäischen Kommission bis Ende 2023 fortgesetzt worden sei. Google widersprach dieser Schilderung. Das Gericht bestätigte indes, dass Googles marktmissbräuchliches Verhalten länger angedauert habe, als das Unternehmen behauptete.

Klarna freut sich, Google prüft

"Wenn Märkte gut funktionieren, profitieren alle davon. Verbraucher erhalten höhere Qualität zu niedrigeren Kosten, Unternehmen konzentrieren sich weiterhin darauf, ihre Kunden zu bedienen, anstatt ihre Marktposition zu verteidigen", sagte Dan Greaves, Leiter der Klarna-Presseabteilung. "Dieses Urteil fördert einen gesünderen, wettbewerbsfähigeren Markt für den Vergleich von Produkten und Dienstleistungen – und das ist gut für alle, die einkaufen."

"Wir teilen die Einschätzung des Gerichts nicht. Wir prüfen derzeit das Urteil und erwägen unsere Optionen. Die Änderungen, die wir 2017 an den Shopping-Anzeigen vorgenommen haben, funktionieren gut und sorgen für Wachstum und Arbeitsplätze bei Hunderten von Preisvergleichsdiensten, die europaweit mehr als 1.500 Websites betreiben", erklärte ein Google-Sprecher auf Nachfrage der schwedischen Nachrichtenagentur TT(öffnet im neuen Fenster).

Klarna rechnet damit, dass Google gegen die Gerichtsentscheidung vorgehen und daher die Auszahlung des Schadensersatzes zunächst ausbleiben werde. "Wir müssen davon ausgehen, dass ein Berufungsverfahren über ein Jahr und wahrscheinlich sogar mehrere Jahre dauern wird", zitierte die Nachrichtenagentur Reuters(öffnet im neuen Fenster) den Klarna-Rechtsberater Pontus Scherp.


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