Marktmacht missbraucht: Amazon muss in Italien 1,1 Milliarden Euro Strafe zahlen

Die italienische Kartellbehörde erlegt Amazon Verhaltensregeln auf, die genau überwacht werden sollen.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Italienische Kartellbehörde sieht unfaires Handeln bei Amazon.
Italienische Kartellbehörde sieht unfaires Handeln bei Amazon. (Bild: Remo Casilli/Reuters)

Italienische Wettbewerbshüter haben eine Milliardenstrafe gegen Amazon verhängt. Der Vorwurf lautet, das Onlinekaufhaus habe auf der Plattform aktive Händler zur Nutzung seiner Logistikdienste gedrängt. Das sei ein Missbrauch seiner Marktposition, den die italienische Kartellbehörde AGCM mit einer Strafe von knapp 1,129 Milliarden Euro ahnden will. Amazon wies den Vorwurf zurück und kündigte Widerspruch an.

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Amazon habe seine Stellung als Vermittler von Logistikdiensten auf der eigenen Plattform missbraucht und anderen Dienstleistern und Anbietern geschadet, erklärte die AGCM. Konkret geht es um den Service Fulfillment by Amazon (FBA), der in Deutschland als Versand durch Amazon bezeichnet wird. Dabei bietet Amazon Marketplace-Händlern die Möglichkeit, die Versandlogistik des Onlinekaufhauses zu übernehmen.

An die Dienstleistung seien Vorteile auf der Verkaufsplattform gekoppelt, argumentierte die Kartellbehörde. So erhielten Verkäufer eine bessere Sichtbarkeit oder könnten ihre Produkte im Abo-Angebot Amazon Prime anbieten. Dies sei entscheidend für den Verkaufserfolg auf der italienischen Amazon-Homepage. Nach Ansicht der AGCM wendet Amazon bei Händlern strengere Qualitätskontrollen an, wenn diese nicht den Logistik-Service nutzen. Dies könne zu einer Sperrung von Händlerkonten führen.

Amazon muss sich an Regeln halten

Amazon habe konkurrierenden Logistikunternehmen im Bereich des E-Commerce geschadet, weil diese sich der Dienstleistung des Marktführers anpassen mussten, erklärte die Behörde. Zugleich seien auch andere Verkaufsplattformen geschädigt worden, weil Verkäufer zu Amazon gedrängt worden seien. Die Kluft zwischen dem US-Onlinehändler und anderen Anbietern sei damit größer geworden.

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Die Strafe von mehr als einer Milliarde Euro spiegele das Ausmaß und die Dauer des Marktmissbrauchs sowie die Größe von Amazon wider, hieß es von der AGCM. Um dies künftig zu vermeiden, will sie dem Unternehmen Verhaltensmaßnahmen auferlegen, die ein Treuhänder überwachen soll. Amazon müsse gewährleisten, dass jeder Verkäufer - unabhängig davon, ob er die Versandlogistik des Unternehmens nutzt oder nicht - zu denselben Privilegien Zugang habe und ebenso sichtbar sei wie andere.

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Amazon sieht sich ungerecht behandelt

Amazon bezeichnete die Strafe und die Auflagen als "ungerechtfertigt und unverhältnismäßig". Kleinen und mittelgroßen Händlern stünden viele Wege offen, ihre Produkte zu verkaufen, "Amazon ist nur eine dieser Optionen." Das Unternehmen unterstütze auch Händler, wenn sie den Versand selbst übernähmen.

Der Umgang von Amazon mit anderen Händlern auf seiner Plattform geriet immer wieder ins Blickfeld von Wettbewerbshütern, unter anderem auch auf Ebene der EU-Kommission.

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