Marketplace: Amazon-Händler setzt Kunden wegen Bewertungen unter Druck

Ein Ölsprayflaschen-Händler bei Amazon greift zu schmierigen Methoden gegen kritische Kunden.

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Öl in der Küche eines Golem-Redakteurs
Öl in der Küche eines Golem-Redakteurs (Bild: Achim Sawall/Golem.de)

Ein Amazon-Händler setzt seine Kunden wegen schlechter Bewertungen unter Druck. Das berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf Betroffene und eine E-Mail-Korrespondenz mit dem Händler.

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Im März erwarb die New Yorkerin Katherine Scott für 10 US-Dollar eine Ölsprühflasche der Marke Auxtun, die über 1.000 Bewertungen und 4,5 Sterne hatte. Doch das Produkt entsprach nicht ihren Vorstellungen, weil es, statt das Öl in feinste Tröpfchen zu verwandeln, "eher wie eine Wasserpistole funktionierte". Scott gab eine negative Bewertung ab.

Da der Marketplace-Händler den Versand durch Amazon nutzte, hätte ihm die E-Mail-Adresse von Scott eigentlich nicht bekannt sein dürfen. Doch eine Woche später erhielt sie eine E-Mail mit dem Angebot: "Wir sind bereit, den vollen Betrag zu erstatten. Wir hoffen, dass Sie das Löschen des Kommentars in Betracht ziehen." Die Nachricht endete mit die Ankündigung: "Wenn wir keine Antwort erhalten, gehen wir davon aus, dass Sie die Mail nicht gesehen haben und senden weiterhin E-Mails."

Händler bietet Geld für Löschung der Produktbewertung

Scott bat um eine Rückerstattung, wollte ihre Bewertung jedoch nicht löschen. Eine weitere Mitarbeiterin meldete sich am nächsten Tag und lehnte eine Rückerstattung ab, wollte aber die Bewertung gegen Bezahlung löschen lassen: "Eine schlechte Bewertung ist für uns ein fataler Schlag. Könnten Sie mir helfen, die Bewertung zu löschen? Wenn ja, möchte ich Ihnen 20 US-Dollar zurückerstatten, um unsere Dankbarkeit auszudrücken." Weitere Mails folgten.

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Scott glaubt, dass sie ihre E-Mail-Adresse durch die Teilnahme an einem Gewinnspiel selbst verraten habe, bei dem sie ihre E-Mail-Adresse und Bestell-ID eingeben hatte, um ein Geschenk zu erhalten,. Ein Amazon-Sprecher sagte dem Wall Street Journal, das solche Produktbeilagen gegen die Unternehmensrichtlinien verstießen.

Druck wegen negativer Bewertungen: kein Einzelfall

Verkäufer dürfen nur über die integrierte Messaging-Plattform von Amazon mit Kunden kommunizieren, die die E-Mail-Adresse des Kunden verbirgt. Die Nutzungsbedingungen von Amazon verbieten es Verkäufern außerdem, dazu aufzufordern, eine negative Bewertung zu entfernen.

Hohe Rabatte bei den Amazon Blitzangeboten

Laut dem Bericht des Wall Street Journals wird die gleiche Sprühflasche auch unter anderen Markennamen angeboten. Darunter finden sich weitere Kundenbewertungen wie: "Das Produkt funktioniert nicht und das Unternehmen wird Sie nerven, bis Sie die Bewertung ändern." "Der Verkäufer bietet 20 bis 30 US-Dollar an, um negative Bewertungen zu löschen", erklärte ein anderer Kunde. Beide gaben dem Spray nur einen Stern.

Erst nach dem Eingreifen der Redakteurin des Wall Street Journals sperrte Amazon den Anbieter von der Plattform.

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