Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Marke in Sachsen-Anhalt: Dorf fürchtet sich vor Hyperscaler-Rechenzentrum

Ein Dorf mit AfD-Bürgermeister, in dem kaum noch Menschen leben, will kein riesiges Rechenzentrum. Doch dort verläuft eine wichtige Datenleitung.
/ Achim Sawall
219 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Das Dorf Marke (Bild: Von M_H.DE - Eigenes Werk)
Das Dorf Marke Bild: Von M_H.DE - Eigenes Werk / CC BY-SA 3.0

Das Dorf Marke zwischen Dessau-Roßlau und Bitterfeld-Wolfen wehrt sich gegen ein dort bis 2030 geplantes Hyperscaler-Rechenzentrum. Das berichtet die Mitteldeutsche Zeitung (Paywall)(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf den Ortschaftsrat von Marke, der den Bau einstimmig abgelehnt hat. Auch der Stadtrat von Raguhn-Jeßnitz, der Stadt, zu der Marke gehört, will eine neue Beratung des Projekts.

Einwohner von Marke fürchten dem Zeitungsbericht zufolge um ihre Wohn- und Lebensqualität durch das Gebäude auf 60 Hektar Fläche mit über 20 Metern Höhe und einem Wärmeabzug mit bis zu 35 Metern. Auch die 150 entstehenden Arbeitsplätze konnten offenbar nicht überzeugen. In Marke wohnen laut Mitteldeutscher Zeitung(öffnet im neuen Fenster) "kaum mehr Leute" ; Angaben aus dem Jahr 2017 zufolge waren es noch 252.

Das Leipziger Unternehmen FAB Gesellschaft für Gebietsentwicklung und Infrastrukturdienstleistungen plant, den Standort für das Rechenzentrum zu errichten, der Bitterfeld Blue Future Technologiegebiet genannt wird. Von der FAB Gesellschaft war für Golem.de keine Stellungnahme zu erhalten.

Neue Stromtrasse geplant

Zuvor hatte das Unternehmen in der Mitteldeutschen Zeitung betont, dass in Marke wichtige Standortfaktoren zusammenkämen: Dort liege eine der "größten Datentrassen der Republik" . Zum vorhandenen Umspannwerk Marke sollen zudem ohnehin vom Verteilnetzbetreiber Mitnetz Strom neue, verbesserte Hochspannungsfreileitungen gebaut werden(öffnet im neuen Fenster) .

Die Gemeinde mit dem AfD-Bürgermeister Hannes Loth erklärte: "Von den Ballungsräumen Bitterfeld-Wolfen beziehungsweise Dessau-Roßlau liegen wir nicht einmal 10 km entfernt. Unser Ort verfügt über einen Bahnanschluss (Dessau-Leipzig) und die Autobahnanbindung Dessau-Süd an der Bundesautobahn A9 ist in wenigen Minuten erreichbar."

"Es gibt weltweit viele Unternehmen, die genau solche Flächen suchen" , sagte ein FAB-Vertreter der Mitteldeutschen Zeitung, ohne bereits Partner nennen zu können.


Relevante Themen