Mark Zuckerberg: "Wir werden uns aus diesem Loch herausgraben"

Facebook-Chef Mark Zuckerberg rechnet nach dem Datenskandal nicht mit einer schnellen Lösung der aktuellen Datenschutzprobleme: "Ich wünschte, ich könnte all diese Probleme in drei oder sechs Monaten lösen, aber ich denke, die Realität ist, dass es bei einigen dieser Fragen einfach länger dauern wird."

Artikel veröffentlicht am , /dpa/Deutsche Presse-Agentur
Facebook-Chef Mark Zuckerberg
Facebook-Chef Mark Zuckerberg (Bild: Paul Marotta/Getty Images)

Facebook wird nach Aussage von Gründer und Chef Mark Zuckerberg noch Jahre brauchen, um die aktuellen Datenschutzprobleme des weltgrößten Onlinenetzwerks in den Griff zu bekommen. Facebook habe anfangs nur die positiven Seiten der Plattform im Blick gehabt, räumte der 33-Jährige in einem Interview der Website Vox ein. "Als wir loslegten, dachten wir daran, wie gut es wäre, wenn sich alle vernetzten könnten, wenn jeder eine Stimme hätte." Daher sei nicht genug auf die Möglichkeiten geachtet worden, wie die Plattform auch missbraucht werden könne. "Ich denke, jetzt fokussieren sich die Leute angemessenerweise auch auf die Risiken und Schattenseiten", sagte Zuckerberg.

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Facebook steht seit Jahren in der Kritik wegen Hassrede, Mobbings und Terrorpropaganda auf der Plattform. Danach kam hinzu, dass das Netzwerk im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 mutmaßlich für eine Kampagne aus Russland missbraucht wurde, die soziale Spannungen in den USA anheizen und Donald Trump helfen sollte. Zuletzt folgte ein Datenschutzskandal, weil ein App-Entwickler Informationen von Dutzenden Millionen Nutzern an die Analysefirma Cambridge Analytica weitergeben konnte.

Facebook hat die Probleme nicht schnell genug angegangen

Facebook sei die Probleme zu langsam angegangen, sagte Zuckerberg, der sich bereits seit dem Jahreswechsel selbstkritisch zeigt. Zugleich sei man nicht untätig gewesen und beispielsweise dabei, die Zahl der Mitarbeiter im Sicherheitsbereich auf 20.000 zu verdoppeln. Diese prüfen Facebook-Posts auf verstörende oder illegale Inhalte.

"Wir werden uns aus diesem Loch herausgraben, aber es wird einige Jahre dauern", sagte Zuckerberg. "Ich wünschte, ich könnte all diese Probleme in drei oder sechs Monaten lösen, aber ich denke, die Realität ist, dass es bei einigen dieser Fragen einfach länger dauern wird." Zugleich hoffe er, zum Jahresende Fortschritte zu sehen.

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In dem Interview stichelte Zuckerberg auch gegen Apple-Chef Tim Cook, der jüngst in seinen Kommentaren zum Datenskandal auf Distanz zu Facebook gegangen war. Cook hatte in einem Interview unter anderem gesagt: "Die Wahrheit ist, wir hätten tonnenweise Geld mit unseren Kunden schaufeln können - wenn der Kunde unser Produkt wäre. Wir haben uns dagegen entschieden." Apple erwirtschaftet seine Milliardengewinne vor allem mit Geräten wie dem iPhone - und betont stets, dass man deshalb konsequenter beim Datenschutz sein könne. Auf die Frage, was er in der aktuellen Lage Zuckerbergs tun würde, schnitt Cook ab: "Ich würde nicht in dieser Situation sein."

Zuckerberg wehrt sich gegen die Vorwürfe von Tim Cook

Zuckerberg konterte jetzt und erinnerte an Worte von Amazon-Chef Jeff Bezos, der zwischen Unternehmen unterschied, die hart daran arbeiteten, mehr Geld verlangen zu können - und solchen, die alles daran setzten, um weniger Geld zu fordern. Facebook sieht Zuckerberg in der letzteren Gruppe, weil das Unternehmen einen kostenlosen Dienst zur Verfügung stellen wolle, den jeder nutzen könne.

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SJ 05. Apr 2018

Ne, es ist schon lange bekannt, dass facebook daten weitergibt....

flauschi123 04. Apr 2018

... dann ist er sich ohnehin keiner Schuld bewusst. Aus Usersicht ist es nicht noetig...

ecv 04. Apr 2018

Naja, doch, sollte er. Damit hat er dann quasi alle Gewalt in seinen Händen. Wenn er da...

xmaniac 03. Apr 2018

...ist ein recht langer Weg. Vielleicht sollte er sich eher am eingehen Schopfe...



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