Abo
  • Services:
Anzeige
Facebook-Chef Mark Zuckerberg
Facebook-Chef Mark Zuckerberg (Bild: David Ramos/Getty Images)

Mark Zuckerberg: Facebook soll Falschmeldungen besser erkennen

Facebook-Chef Mark Zuckerberg
Facebook-Chef Mark Zuckerberg (Bild: David Ramos/Getty Images)

Der Schock über die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten sitzt im Silicon Valley tief. Nun hat offenbar auch Facebook-Chef Zuckerberg eingesehen, dass die sozialen Medien nicht unbeteiligt am Wahlausgang waren.

Facebook ist schuld, lautet eine häufig gehörte These nach der US-Wahl. Sogenannte Fake-News, frei erfundene Nachrichten, waren in dem sozialen Netzwerk teilweise weiter verbreitet als die Inhalte seriöser Nachrichtenmedien. Das habe die Stimmung zugunsten des Wahlsiegers Donald Trump entscheidend beeinflusst. So hieß es in viel geteilten Facebook-Einträgen beispielsweise, dass Hillary Clinton an den Islamischen Staat Waffen verkauft habe; dass ein FBI-Agent, der gegen Clinton in der E-Mail-Affäre ermittelte, ermordet worden sei; oder dass Papst Franziskus den Präsidentschaftskandidaten Trump unterstütze.

Anzeige

Die Verantwortung seines Netzwerks für das Wahlergebnis hat Facebook-Chef Mark zwar mehrfach zurückgewiesen. Dass Fake-News auf Facebook ein Problem darstellen - sowohl für das soziale Netzwerk als auch für die ganze Gesellschaft - bestreitet auch Zuckerberg nicht.

Technik soll gegen Lügen helfen

Jetzt hat sich Zuckerberg in einem Facebook-Post ausführlich dazu geäußert, wie seine Firma das Problem angehen will. "Das Wichtigste, das wir tun können, ist, unsere Fähigkeiten zu verbessern, Fehlinformationen als solche zu erkennen", schreibt Zuckerberg. "Das heißt, dass wir bessere technische Systeme brauchen, die Inhalte schon als falsch erkennen, bevor sie Nutzer als Falschmeldung markieren."

Dazu wolle Facebook mit Journalisten, Medienschaffenden und Fact-Checking-Organisationen zusammenarbeiten, um von deren Methoden zu lernen. "Wir haben schon manche von ihnen kontaktiert", schreibt Zuckerberg weiter, "aber wir haben vor, noch mit vielen mehr zu sprechen."

Neuer Algorithmus gegen Filter-Blase

Auch der sogenannten Filter-Bubble - das Phänomen, dass der Facebook-Algorithmus einem Nutzer tendenziell eher gleichgesinnte anstatt gegensätzliche Meinungen prominent anzeigt - soll eine Maßnahme Linderung verschaffen. Der Algorithmus soll so angepasst werden, dass sogenannte "Related Stories" - also Nachrichten mit ähnlichem Inhalt wie solche, auf die ein Nutzer bereits mit einem Like, einem Kommentar oder zumindest einem Klick reagiert hat - es schwerer haben, im Facebook-Newsfeed angezeigt zu werden.

Außerdem setzt Facebook mehr auf die Hilfe der Nutzer. Sie sollen es in Zukunft einfacher haben, Fake-News an Facebook zu melden. Nachrichten, die bereits als Fake-News markiert wurden, sollen dann außerdem mit einem Warnhinweis versehen werden, wenn sie gelesen oder geteilt werden. "Wir haben uns immer auf unsere Community verlassen, uns dabei zu helfen, zu verstehen, was falsch ist, und was nicht", schreibt Zuckerberg.

An all diesen Maßnahmen werde bei Facebook bereits "seit langer Zeit" gearbeitet. Allerdings, betont Zuckerberg, sei das Vorgehen gegen Falschmeldungen heikel: "Wir müssen vorsichtig sein, damit niemanden zu entmutigen, seine Meinung zu sagen, oder fälschlicherweise die Verbreitung korrekter Informationen einzuschränken." Die Probleme seien deshalb komplex, "sowohl aus technischer, als auch aus philosophischer Sicht".

Facebook im Filter-Dilemma

Und aus finanzieller: Facebook profitiert davon, wenn Nachrichten besonders viele Interaktionen - die Gesamtzahl aus Likes, Kommentaren, Klicks und geteilten Inhalten - hervorrufen. Das heißt, dass die Nutzer mehr Zeit auf Facebook verbringen, was sich wiederum in mehr Anzeigenerlösen niederschlägt. Auch deshalb dürfte Zuckerberg daran gelegen sein, im Kampf gegen Fake-News behutsam vorzugehen.

Andere sind nicht einmal überzeugt, dass ein Fake-News-Filter auf Facebook das Problem überhaupt lösen würde, sondern höchstens kurzfristig lindern. Clay Johnson, Autor des Buches "The Information Diet", warnt vor einem solchen Filter: "In dem Moment, in dem Facebook versuchen würde, zum Hüter der Wahrheit zu werden, würden Menschen die Autorität von Facebook in Frage stellen", schreibt er in einem Tweet. Sein Gegenvorschlag: Facebook sollte im Newsfeed lieber Lokalnachrichten bevorzugen. Dem Tech-Magazin Wired sagte Johnson: "Wenn man frei von Fake-News sein will, muss man sich auf Dinge konzentrieren, die sichtbar sind."


eye home zur Startseite
William 21. Nov 2016

Ich bin der Meinung, ob eine News Fake ist oder nicht, sollte der individuelle Leser...

ThaKilla 21. Nov 2016

Leider Wahr.

seizethecheesl 20. Nov 2016

Am schlimmsten ist es, dass die ÖR kritisiert werden, "Propaganda" zu bringen, wenn sie...

mr.r 20. Nov 2016

Das Problem ist doch dass es so viele Berichte gibt, dass man gar nicht die Zeit hat alle...

Prinzeumel 20. Nov 2016

Ich hab eher das Gefühl das das wort "Autorität" da nix zu suchen hat und eher sowas wie...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. HFO Telecom AG, Oberkotzau (Raum Hof)
  2. OMICRON electronics GmbH, Klaus (Österreich)
  3. heroal - Johann Henkenjohann GmbH & Co. KG, Verl
  4. ORBIT Gesellschaft für Applikations- und Informationssysteme mbH, Bonn


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 17,99€ statt 29,99€
  2. ab 649,90€
  3. ab 799,90€

Folgen Sie uns
       


  1. Komplett-PC

    In Nvidias Battleboxen steckt AMDs Ryzen

  2. Internet

    Cloudflare macht IPv6 parallel zu IPv4 jetzt Pflicht

  3. Square Enix

    Neustart für das Final Fantasy 7 Remake

  4. Agesa 1006

    Ryzen unterstützt DDR4-4000

  5. Telekom Austria

    Nokia erreicht 850 MBit/s im LTE-Netz

  6. Star Trek Bridge Crew im Test

    Festgetackert im Holodeck

  7. Quantenalgorithmen

    "Morgen könnte ein Physiker die Quantenmechanik widerlegen"

  8. Astra

    ZDF bleibt bis zum Jahr 2020 per Satellit in SD verfügbar

  9. Kubic

    Opensuse startet Projekt für Container-Plattform

  10. Frühstart

    Kabelnetzbetreiber findet keine Modems für Docsis 3.1



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
The Surge im Test: Frust und Feiern in der Zukunft
The Surge im Test
Frust und Feiern in der Zukunft
  1. Computerspiele und Psyche Wie Computerspieler zu Süchtigen erklärt werden sollen
  2. Wirtschaftssimulation Pizza Connection 3 wird gebacken
  3. Mobile-Games-Auslese Untote Rundfahrt und mobiles Seemannsgarn

Vernetzte Hörgeräte und Hearables: Ich filter mir die Welt widdewiddewie sie mir gefällt
Vernetzte Hörgeräte und Hearables
Ich filter mir die Welt widdewiddewie sie mir gefällt
  1. Polar Fitnesstracker A370 mit Tiefschlaf- und Pulsmessung
  2. The Dash Pro Bragis Drahtlos-Ohrstöpsel können jetzt auch übersetzen
  3. Beddit Apple kauft Schlaf-Tracker-Hersteller

Redmond Campus Building 87: Microsofts Area 51 für Hardware
Redmond Campus Building 87
Microsofts Area 51 für Hardware
  1. Windows on ARM Microsoft erklärt den kommenden x86-Emulator im Detail
  2. Azure Microsoft betreut MySQL und PostgreSQL in der Cloud
  3. Microsoft Azure bekommt eine beeindruckend beängstigende Video-API

  1. Völliger Schwachsinn

    Signator | 05:42

  2. Bei der KI würde ich mich fragen wer davon...

    Signator | 05:25

  3. Re: ... Kabel Deutschland schon heute ausschlie...

    GenXRoad | 04:58

  4. Re: 1400W... für welche Hardware?

    Ach | 04:49

  5. Virtual Reality News zur Rift scheinen niemand...

    motzerator | 04:33


  1. 18:08

  2. 17:37

  3. 16:55

  4. 16:46

  5. 16:06

  6. 16:00

  7. 14:21

  8. 13:56


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel