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Mark Russinovich: "Ein Open-Source-Windows wäre eine Möglichkeit"

Es gab zumindest Überlegungen, Quellcode von Windows freizugeben. Das sagte Mark Russinovich, ein leitender Entwickler bei Microsoft. Allerdings dämpfte er zugleich die Erwartungen.
/ Jörg Thoma
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Microsoft-Entwickler Mark Russinovich könnte sich vorstellen, dass der Windows-Quellcode veröffentlicht wird. (Bild: Microsoft)
Microsoft-Entwickler Mark Russinovich könnte sich vorstellen, dass der Windows-Quellcode veröffentlicht wird. Bild: Microsoft

Der Softwarekonzern Microsoft hat intern bereits die Freigabe des Quellcodes von Windows diskutiert. Das sagte der leitende Entwickler Mark Russinovich in dieser Woche auf der Entwicklerkonferenz Chefconf(öffnet im neuen Fenster) im kalifornischen Santa Clara. Microsoft befinde sich weiterhin im Wandel, sagte Russinovich auf einem Diskussionsforum(öffnet im neuen Fenster) . Die Freigabe des Betriebssystem-Codes " wäre möglich" . Denn viele Unternehmen und auch zahlreiche Kunden Microsofts verließen sich inzwischen immer mehr auf Open-Source-Software. Deshalb binde Microsoft quelloffene Software zunehmend in seine Dienste ein.

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Auch das Unternehmen Chef, das die Entwicklerkonferenz organisiert, bietet ein quelloffenes Konfigurations- und Verwaltungswerkzeug für virtualisierte Umgebungen in Firmen an. Auf Russinovichs Frage an das Publikum, wer ausschließlich Windows nutze, habe nur einer von mehreren hundert Zuhörern seine Hand gehoben, berichtet Wired(öffnet im neuen Fenster) . Das sei heutzutage die Realität, kommentierte Russinovich demnach das Ergebnis.

Gedämpfte Erwartungen

Derzeit werde bei Microsoft darüber diskutiert, wie der Konzern seine Software künftig einsetzen solle, sagte Russinovich. So könnten die Programme als Open-Source-Software freigegeben werden und Microsoft dann als Dienstleister fungieren. Er könne sich allerdings kaum vorstellen, dass die Freigabe des komplexen Windows-Codes wirklich nützen würde, vor allem, wenn der dazugehörige Erstellungsprozess monatelang aufgebaut und von ausgewiesenen Experten betreut werden müsste.

Microsofts Annäherung an die Open-Source-Gemeinde dauert bereits mehrere Jahre an. Seit der Windows-Hersteller 2012 seine Hyper-V-Treiber in den Linux-Kernel integriert hat, lassen sich Linux-Distributionen in seiner Cloud-Plattform Azure nutzen. Inzwischen sollen 20 Prozent der Rechner in Azure unter Linux laufen.

Microsofts Annäherungen an Open Source

Ende 2014 hatte Microsoft weite Teile von Microsofts .Net-Plattform unter die MIT-Lizenz gestellt. Mit Codeplex(öffnet im neuen Fenster) stellt Microsoft eine Hosting-Webseite für Open-Source-Software für seinen Plattformen zur Verfügung. Seine aktuelle Version der Entwicklungsumgebung Visual Studio 2015 soll erstmals auch für Anwendungen für Linux genutzt werden können, wobei hier wohl .Net-Anwendungen gemeint sind, die dann unter Mono auf Linux laufen.

Im März 2014 gab das Unternehmen den Quellcode der inzwischen betagten Betriebssysteme MS-DOS 1.25 und 2.0 sowie der Textverarbeitung Word für Windows 1.1a frei, allerdings unter einer eigenen Lizenz, die das Kompilieren und Ändern für eine nichtkommerzielle Nutzung erlaubt. Ob Microsoft aber jemals den Quellcode seines Kernprodukts Windows veröffentlichen wird, ist mehr als fraglich.


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