Mario Tennis Fever im Test: Spiel, Satz und Sieg mit Schnauzbart
Was macht Mario eigentlich in seiner Freizeit – also dann, wenn er nicht herumklempnert, Kart fährt oder Peach rettet? Offenbar greift er ziemlich regelmäßig zum Tennisschläger: Mit Mario Tennis Fever zeigt Nintendo(öffnet im neuen Fenster) nun jedenfalls, dass der bekannteste Schnauzbart der Spielegeschichte auch auf dem Court eine gute Figur macht.
Mario Tennis Fever ist keine akkurate Umsetzung des Rasensports, sondern setzt auf Spaß statt Schweiß: Der Ball landet quasi nie im Netz oder neben dem Platz. Auch ohne jede Vorkenntnis kommen wir gut rein und Frustmomente gibt es kaum – das sorgt dafür, dass wir im Spiel bleiben und nicht am Einstieg scheitern.
Die Steuerung ist eine der größten Stärken des Spiels. Topspin, Slice und der gerade Schlag haben eigene Tasten. Spezialschläge funktionieren über simple Kombinationen. Beispielsweise können wir den Ball mit dem Drücken von B und A kurz nacheinander unmittelbar hinter dem Netz platzieren.
Abenteuermodus als Tutorial
Wenn der Gegner dann nach vorne stürmt, können wir den Ball mit A und B kurz nacheinander über ihn lupfen, so dass er nicht herankommt und wir einen Punkt machen. Mario Tennis Fever lebt von derartigen Taktiken: Tempo und Winkel werden variiert, Risiken gezielt eingegangen. Das ist leicht zu lernen, aber schwer zu meistern – ein Balanceakt, den nur wenige Sportspiele so sauber hinbekommen.
Als Tutorial dient der rund zwei bis drei Stunden lange Abenteuermodus, der uns mit Mario in ein Fitnessstudio-Szenario schickt. Das zieht sich stellenweise etwas länger als nötig, erklärt aber alle Mechaniken wunderbar verständlich.
Neue Schläge, Bewegungen und Spielsituationen werden Schritt für Schritt eingeführt, ohne zu überfordern. Gerade Einsteiger profitieren davon, weil sie hier praktisch nebenbei lernen, warum welcher Schlag wann sinnvoll ist. Das ist durchaus auch eine Bereicherung für das Verfolgen echter Tennispartien.
Technisch eine gelungene Vorstellung
Eine Fantasy-Besonderheit sind die Fever-Schläger. Mit ihren Spezialeffekten können wir Matches massiv verändern: Eisflächen oder Bananen lassen den Gegner ausrutschen, Doppelgänger sorgen für Verwirrung.
Entscheidend ist, dass diese Fever-Schläge konterbar sind. Wer im richtigen Moment reagiert, schickt den Effekt zurück zum Gegner. Besonders im Doppel zeigt sich, wie gut dieses System funktioniert, auch weil die KI zuverlässig mitspielt und den Spielfluss nicht stört.
In Mario Tennis Fever können bis zu vier Spieler lokal im Einzel oder Doppel antreten, an einer Konsole oder über mehrere Systeme hinweg. Dank Game Share reicht eine einzige Version des Spiels, damit bis zu drei weitere Personen lokal mitspielen können. Online stehen sowohl freie Partien mit eigenen Regeln als auch Rang-Matches zur Verfügung.
Technisch liefert Mario Tennis Fever eine gelungene Vorstellung ab. Die Plätze sind detailreich, die Charaktere flüssig animiert, die Bildrate bleibt stabil. Auch in hektischen Situationen geht die Übersicht nicht verloren. Alles ist darauf ausgelegt, den Spielfluss zu erhalten und lange Ballwechsel zu ermöglichen.
Mario Tennis Fever erscheint am 12. Februar 2026 für die Nintendo Switch 2 (nicht Switch!) und kostet rund 70 Euro; die Boxed-Version ist 10 Euro teurer. Auf der Speicherkarte belegt der Titel rund 7,4 GByte. Es gibt eine gute deutsche Sprachausgabe und Bildschirmtexte. Die USK hat eine Freigabe ab 6 Jahren erteilt.
Fazit
Mario Tennis Fever überzeugt mit einer exzellenten, einsteigerfreundlichen Steuerung, überraschend viel taktischer Tiefe und einem tollen Spielfluss. Die Fever-Schläger bringen frische Ideen ins Spiel, ohne das Gleichgewicht zu zerstören, und sorgen für genau das richtige Maß an Chaos.
Nach Mario Kart World ist Mario Tennis Fever das zweite Spiel, das vermutlich dauerhaft auf unserer Switch 2 installiert bleiben wird. Es ist zugänglich, motivierend und technisch stark umgesetzt – ein Tennisspiel, das zeigt, dass der Schnauzbart auch abseits von Karts und Koopas verdammt gut auf dem Court aussieht.
Peter Steinlechner hat einmal Boris Becker live in Wimbledon gesehen, sonst aber eher wenig mit echtem Tennis am Hut. Ab und zu steht Pickleball auf dem Programm. Mario Tennis Fever hat das Interesse nun vorsichtig wieder geweckt, allerdings nur in Sachen TV-Berichterstattung.
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