Mario: Nintendo macht Apps und gesund
"Ich habe unseren Entwicklern keine Beschränkungen gegeben und noch nicht einmal die Möglichkeit ausgeschlossen, Spiele zu produzieren oder unsere Spielcharaktere zu verwenden", sagte Nintendo-Chef Satoru Iwata nach der Bekanntgabe von Geschäftsergebnissen mit Analysten. Direkt im nächsten Satz schob er jedoch nach: "Wenn Sie allerdings berichten, dass wir Mario auf Smartphones veröffentlichen, wäre das eine vollständig in die Irre führende Aussage."
Was Nintendo vorhat, ist damit weiterhin unklar – offenbar weiß es aber auch die Firma selbst noch nicht genau. In der offiziellen Übersetzung der Aussagen von Iwata(öffnet im neuen Fenster) wird nur deutlich, dass er Smartphones und Tablets in erster Linie als Instrument zur Gewinnung neuer Kunden sieht und weniger, um direkt Geld zu verdienen. Auch Begleit-Apps für Spiele soll es offenbar geben – und das alles wohl gegen Ende 2014.

Bei dem Analystengespräch hat sich Iwata auch über weitere Pläne geäußert – allerdings ähnlich kryptisch wie über Smartphones. So sagte er, ein Schlüsselwort für die Strategie von Nintendo sei "Gesundheit". Außerdem gebe es einen Trend hin zu Wearables, also am Körper tragbare Hardware wie Smartwatches. Nintendo plane allerdings "Non-Wearables", die Körperfunkionen überwachen sollten – aber nicht unbedingt im Wohnzimmer der Endverbraucher. Konkreter will der Manager im Laufe des Jahres werden, Produkte soll es 2015 geben.
Iwata hat sich auch über die Schwierigkeiten der Wii U geäußert. Die Konsole habe unter Marketinggesichtspunkten einen Schwachpunkt: das Gamepad. Viele Kunden würden es für ein Zubehör für die ältere Wii halten und seine Vorteile nicht verstehen. Weil eine Preissenkung für das Gerät derzeit nicht möglich sei, soll eine neue Kommunikationsstrategie helfen. Außerdem sollen neue Spiele die speziellen Möglichkeiten besser nutzen, unter anderem das nun konkret für Mai 2014 angekündigte Mario Kart 8.
Weniger Gehalt für Shigeru Miyamoto
Nintendo hat derzeit vor allem wegen der schwächelnden Wii U mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Iwata verzichtet deshalb ebenso wie Shigeru Miyamoto, der bekannteste Spieldesigner des Unternehmens, und sieben weitere Manager auf einen Teil seines Gehaltes. Iwata soll über einen Zeitraum von fünf Monaten nur die Hälfte erhalten, Miyamoto verzichtet auf 30 Prozent, die anderen auf 20 Prozent.
Vertrauen soll auch durch den Rückkauf von Aktien neu aufgebaut werden. Rund 7,82 Prozent seiner Anteilsscheine will Nintendo für rund 125 Milliarden Yen (rund 89,9 Millionen Euro) wieder in seinen eigenen Besitz holen. Zuvor hatte Nintendo berichtet(öffnet im neuen Fenster), in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres einen Gewinn von rund 10,2 Milliarden Yen (73 Millionen Euro) erzielt zu haben – der werde aber durch das letzte Quartal, das im April 2014 endet, doch in einen Verlust münden. Der Umsatz ging um acht Prozent auf 499,1 Milliarden Yen (3,59 Milliarden Euro) gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum zurück.
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