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Mario Kart Tour im Test: Fahrgeschäft mit Spaßbremse

Den schnellsten Spielmodus gibts nur mit Monatsabo, dazu der Onlinezwang trotz eines (noch) fehlenden Multiplayermodus und Lootboxen: Mario Kart für mobile Endgeräte bietet zwar nette Wettrennen mit Figuren aus der Welt von Nintendo - aber als Spieler fühlen wir uns nicht sehr willkommen.

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Mario im Yoshi-Kart wird nach der Zieleinfahrt von einer Rakete erwischt.
Mario im Yoshi-Kart wird nach der Zieleinfahrt von einer Rakete erwischt. (Bild: Nintendo/Screenshot: Golem.de)

Durch das Antippen unseres Bildschirms werfen wir in Mario Kart Tour eine Bananenschale hinter uns - und obwohl wir den Trick natürlich aus vielen Stunden mit der Rennserie von Nintendo kennen: Als wir wenige Sekunden später ein "Autsch"-Symbol von Bowser gezeigt bekommen und unsere Spielfigur Toad eine triumphierende Geste macht, können und wollen wir uns ein Grinsen nicht verkneifen.

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Das für Smartphones und Tablets mit iOS (ab 10.0) und Android (ab 4.4) kostenlos herunterladbare Spiel bietet klassisches Mario Kart: Wir fahren in bunten Vehikeln mit und gegen Figuren aus der Welt von Nintendo um die Wette. Die Rennen sind kurz, nach zwei Runden und ähnlich vielen Minuten sausen wir auch schon über die Ziellinie.

Unsere Kontrahenten können wir mit besagter Bananenschale, aber auch mit Ölflecken, Bomben und sogar einer steuerbaren Rakete behindern. Die meisten dieser Elemente sind aus anderen Mario-Kart-Spielen bekannt.

Die Pisten schalten wir nach und nach frei. Zuerst fahren wir im Mario-Cup in New York und drei anderen Strecken, dann folgt der Donkey-Kong-Cup mit unter anderem einer Dschungelpiste und so weiter. Viele der Pisten sind von früheren Mario-Kart-Spielen inspiriert.

Beim Fahren gibt es kein Gaspedal, weil sich das Programm um die Beschleunigung kümmert. Wir müssen die Vehikel mit Wischbewegungen nach links oder rechts um die Kurven lenken - dabei hilft uns ein (abschaltbarer) Richtungspfeil etwas. Wer es noch herausfordernder mag, kann die automatische Drift deaktivieren, was deutlich mehr Kontrolle über die Vehikel bringt, aber auch mehr Konzentration erfordert. Zusätzlich gibt es eine Bewegungssteuerung, bei der wir unser Endgerät nach links oder rechts kippen, um durch die Kurven zu gelangen. In allen Modi ist die Steuerung je nach Geschmack entweder sehr gutmütig oder etwas zu schwammig.

Ein wesentliches Element in Mario Kart Tour sind Goldmünzen, Rubine und Massen an freischaltbaren Extras. Ständig ploppt zwischen den Rennen ein anderes Fenster auf und gratuliert uns zu gerade errungenen Sternen, Multiplikatoren und ähnlichem Kram. Eng damit verbunden ist die Monetarisierung, die über Rubine läuft. Kurzfassung: Wer schnell die tolleren Figuren und Vehikel haben möchte, muss echtes Geld investieren.

Außerdem gibt es Lootboxen, also Schatzkisten mit Glücksspiel. In Mario Kart Tour heißen die übrigens Röhren, der Zugang ist auch über Gameplay möglich. Wir haben recht schnell Mario als Spielfigur gewonnen und danach nur Nieten gezogen.

  • Auch mit dem vermeintlich schwerfälligen Bowser überholten wir die KI-Piloten noch problemlos. (Bild: Nintendo/Screenshot: Golem.de)
  • Die Rennstrecken schalten wir nach und nach frei. (Bild: Nintendo/Screenshot: Golem.de)
  • Örks - ein Ölfleck versperrt kurzzeitig die Sicht. (Bild: Nintendo/Screenshot: Golem.de)
  • Rubine können wir erspielen oder kaufen. (Bild: Nintendo/Screenshot: Golem.de)
  • Die Preise für Rubine sind gefühlt ganz schön hoch. (Bild: Nintendo/Screenshot: Golem.de)
  • In einem Spezialparcours können wir mit Gold-Mario besonders viele Münzen sammeln. (Bild: Nintendo/Screenshot: Golem.de)
  • Die Pisten werden im Spielverlauf etwas fordernder, dann müssen wir auch öfter mal fliegen. (Bild: Nintendo/Screenshot: Golem.de)
  • Vor dem ersten Rennen wählen wir den Steuermodus. (Bild: Nintendo/Screenshot: Golem.de)
  • Schanzen spielen eine große Rolle in Mario Kart Tour. (Bild: Nintendo/Screenshot: Golem.de)
  • Die 200-ccm-Klasse können wir nur über ein teures Monatsabo freischalten. (Bild: Nintendo/Screenshot: Golem.de)
  • Im Optionenmenü gibt es auch einen Akkusparmodus, der die Grafikqualität sichtbar verringert. (Bild: Nintendo/Screenshot: Golem.de)
Auch mit dem vermeintlich schwerfälligen Bowser überholten wir die KI-Piloten noch problemlos. (Bild: Nintendo/Screenshot: Golem.de)

Was nicht erspielbar ist, ist die 200-ccm-Klasse. Das Renntempo und damit der Schwierigkeitsgrad sind in vier Klassen unterteilt: 50, 100 und 150 sowie eben die schnellste 200er-Klasse. Um Zugriff zu bekommen, gibt es nur die Möglichkeit, ein Monatsabo abzuschließen. Unter Android kostet das rund 5 Euro, unter iOS rund 5,50 Euro. Zum Vergleich: Der vollständige und uneingeschränkte Zugang zu ein paar Dutzend qualitativ hochwertigen Spielen bei Apple Arcade kostet 5 Euro ... Alles Weitere zu den wenig erfreulichen Details des Gold Pass lassen wir Nintendo selbst erklären.

Mario Kart Tour ist nur nach Anmeldung bei Nintendo und nur mit aktiver Onlineverbindung spielbar. Wenn die unterbrochen wird, laufen die Rennen immerhin noch weiter - wir haben es beim Ausprobieren stets über die Ziellinie geschafft. Trotzdem muss sich Nintendo fragen lassen, was das soll, denn einen echten Multiplayermodus will das Unternehmen erst irgendwann als Update nachliefern.

In Rennen fahren wir ausschließlich gegen Spieler, die Namen wie von echten Opponenten bekommen haben, was anfangs für Verwirrung sorgt. Tatsächlich handelt es sich aber nur um wenig meisterlich agierende KI-Piloten. Mit unseren Kumpels können wir uns derzeit lediglich über die gesammelten Punkte in Ranglisten messen.

Fazit

Mario Kart Tour lässt uns ratlos zurück. Die Wettrennen sind ganz gut - was angesichts der Qualität, die Nintendos Rennspielserie sonst bietet, aber auch nicht besonders viel ist. Uns ist die Steuerung auf Dauer zu schwammig. Außerdem sind wir vom ersten Augenblick an so gut wie immer problemlos auf den ersten Platz gefahren, was rasch langweilig wird.

Die meisten Strecken sind hübsch, ein paar sind sehr schön und ein paar ziemlich hässlich. Vor allem aber sind uns die Pisten aus fahrtechnischer Sicht auf Dauer nicht interessant genug, was möglicherweise der Rücksichtnahme auf mobile Endgeräte und dem damit verbundenen Umstand geschuldet ist, dass man da selten mit voller Konzentration unterwegs ist.

Wie auch immer: Mario Kart Tour baut bei uns längst nicht den Suchtfaktor eines Dr. Mario World oder Super Mario Run auf. Allzu viele Kommentare speziell zur Monetarisierung ersparen wir uns hier. Es ist einfach nur traurig, wie Nintendo mit neuen und alten Fans umgeht und diese vom ersten Moment an mit völlig überzogenen Preisen und gefühlt fiesen Tricks zur Kasse bittet.



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Apfelbaum 02. Okt 2019 / Themenstart

Da sagst du was. Ich muss gestehen, ich finde Mario Kart Tour nicht so schlecht...

Apfelbaum 02. Okt 2019 / Themenstart

Ich finde es moralisch völlig legitim, eine nicht autorisierte "Sicherheitskopie" aus dem...

SomeoneYouKnow 30. Sep 2019 / Themenstart

... und darauf zocke ich dann... ... ... äh ja, genau: das identische Mario Kart, dass...

Truhe 30. Sep 2019 / Themenstart

Der Onlinezwang führte schon bei Super Mario Run dazu, dass ich das Spiel immer dann...

Garius 27. Sep 2019 / Themenstart

Dürfte zu spät sein. Die anderen beiden haben auch grünes Licht bezüglich online Abzocke...

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