Marek Lieberberg: Konzert von Bruce Springsteen bringt Gema 150.000 Euro
Der Konzertveranstalter Marek Lieberberg geht mit der Gema in einem Interview hart ins Gericht. Der Verein habe nur seine "Selbstversorgung perfektioniert" und verlange viel höhere Gebühren als international üblich.
Während die Gema vor allem durch neue Tarife für die Musiknutzung in Diskotheken derzeit besonders in der Kritik steht, meldet sich nun auch Marek Lieberberg zu Wort. Der Inhaber der Agentur MLK gilt als einer der erfahrensten Veranstalter von musikalischen Großereignissen und präsentierte unter anderem Acts wie Bon Jovi, Madonna oder auch das Festival Rock am Ring.
In einem Interview mit der Hamburger Stadtzeitung Oxmox sagte Lieberberg, Bruce Springsteen - ebenfalls seit vielen Jahren einer der Lieberberg-Künstler - werde durch die Gema durchschnittlich "mit 150.000 Euro zwangsvereinnahmt". Wie hoch die Gebühr im internationalen Vergleich für einen solchen Stadien füllenden Superstar ist, sagte Lieberberg aber nicht.
In Deutschland 30.000 Euro, in den USA 500 US-Dollar
Dafür brachte er einen anderen Vergleich. Ein Konzert in der Blaisdell-Arena in Hawaii koste bei den US-Verwertungsgesellschaften 500 US-Dollar. Für eine vergleichbare Location mit bis zu 9.000 Besuchen müsse er in Deutschland aber zwischen 30.000 und 40.000 Euro bezahlen, sagte der Konzertveranstalter.
Laut Lieberberg liegen die sehr hohen Gema-Gebühren unter anderem daran, dass der Verein ein "Machtmonopol" habe. In anderen Ländern gebe es einen Wettbewerb der Verwertungsgesellschaften, für die USA nannte Lieberberg die Organisationen ASCAP und BMI. Bei beiden, so meinte er in seinem Beispiel, würde das Konzert in Hawaii den gleichen Betrag kosten.
Lieberbergs Ausführungen sind besonders interessant, weil die Veranstalter von so großen Konzerten sich nur selten in ihre Kalkulationen blicken lassen. Anders als bei Diskotheken, wo es Pauschalen nach Raumgröße und Öffnungszeit gibt, werden Großkonzerte oft einzeln mit der Gema abgerechnet. Das liegt unter anderem daran, dass die entsprechenden Locations häufig nicht jeden Tag für Musik-, sondern auch für Sport- und Firmenveranstaltungen genutzt werden.
Für solche Einzelabrechnungen ist dann eine der Bezirksorganisationen der Gema zuständig, wo es laut Lieberberg auch "verständnisvolle und vernünftige Repräsentanten" gibt .Die zitterten aber vor dem "allmächtigen Vorstand", der "Kadavergehorsam" verlange.
Eine Reform der Gema hält der Veranstalter für unumgänglich, "sonst geht sie den Weg aller Dinosaurier, selbst wenn das Monstrum derzeit unbesiegbar erscheint", sagte Marek Lieberberg.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
- ohne Werbung
- mit ausgeschaltetem Javascript
- mit RSS-Volltext-Feed








Es hätte wahrscheinlich ausgereicht, Fotokopien aller CD-Cover im Voraus an die GEMA zu...
tschuldigung vergessen @yomico
Ich halte es für ein Gerücht, dass der Künstler nicht zahlt. Dazu die Gema-Netzseite...
Als Protest gegen die hohen GEMA-Gebühren könnten Veranstalter doch große Konzerte in's...