Maps: Google schickt Autofahrer absichtlich auf Umwege
Google hat in einem Experiment über einen Zeitraum von sechs Monaten über seine Karten-App Maps den Verkehr in mehreren US-Städten zu Stoßzeiten umgeleitet. Ziel war es, den Verkehr auf den verstopften Straßen zu entlasten und zu untersuchen, wie sich die Fahrzeiten verkürzen.
Wie die Webseite SF Gate(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf ein Paper(öffnet im neuen Fenster) berichtet, wurden zehn US-Städte in das Experiment eingeschlossen – darunter Los Angeles, Salt Lake City und San Francisco. Auf den verstopften Straßen erhöhte sich durch die Umleitung einiger Fahrzeuge insgesamt die durchschnittliche Geschwindigkeit um 2 Prozent, die Fahrzeit reduzierte sich um 0,7 Prozent.
Dass Umleitungen eines Teils des Verkehrs die Fahrzeit auf besonders belasteten Straßen zu einer Verbesserung der Situation führen würden, liegt nahe. Das Experiment von Google zeigt nun, wie eine solche Verkehrsführung in der Realität funktionieren könnte. Google verweigerte SF Gate eine Auskunft darüber, ob die Behörden von dem Experiment wussten und ob umgeleitete Fahrer von der veränderten Routenführung informiert wurden.
Geschwindigkeitsverbesserung in Los Angeles sehr stark
In Städten mit vielen Stadtautobahnen scheint die Umleitung effektiver zu sein. In Los Angeles erhöhte sich die Geschwindigkeit um 4,6 Prozent. In anderen Städten bewirkten die Umleitungen nur Geschwindigkeitserhöhungen von 0,5 Prozent.
Die Schwierigkeit bei derartigen Umleitungen besteht darin, die ursprüngliche Route nicht zu attraktiv zu machen. Würde Maps so viele Autos von der ursprünglichen Strecke abziehen, dass diese eine wesentlich kürzere Fahrzeit ermöglicht, könnte dies am Ende dazu führen, dass mehr Menschen als bisher das Auto nehmen – schließlich wäre die Reisezeit ja deutlich attraktiver als zuvor.
Das erklärt auch, warum die Verbesserungen eher klein sind. Das Ziel ist, die Fahrzeit so zu verbessern, dass die Strecken etwas entlastet werden. Außerdem können auch nicht zu viele Autos umgeleitet werden, da ansonsten andere Teile der Städte mit Staus zu kämpfen hätten. Google zufolge könnten die Umleitungen bis zu 1.000 Tonnen Kohlenstoffdioxid pro Jahr einsparen.
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