Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Manipulierte Bewertungen: Gesperrte Amazon-Händler kehren unter neuem Namen zurück

Zum Teil waren die Markenbezeichnungen nur minimal verändert. Amazon brauchte Hilfe von außen, um bereits gesperrte Verkäufer aufzuspüren.
/ Ingo Pakalski
53 Kommentare undefined News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Gesperrte Verkäuferkonten machen bei Amazon unter neuem Namen weiter. (Bild: Sebastien Bozon/AFP via Getty Images)
Gesperrte Verkäuferkonten machen bei Amazon unter neuem Namen weiter. Bild: Sebastien Bozon/AFP via Getty Images

Einige der von Amazon gesperrten Unternehmen waren mit leicht veränderten Namen wieder im Sortiment vertreten. Das Onlinekaufhaus wurde von The Verge(öffnet im neuen Fenster) nach eigenen Angaben bereits Mitte September 2021 darüber informiert. Nun hat es aber zwei Wochen gedauert, bis die fraglichen Verkäuferkonten erneut von Amazon gesperrt wurden. Es ist davon auszugehen, dass sich dieses Spiel bald wiederholen wird.

Nach Beobachtungen von The Verge war vor allem das Unternehmen Sunvalley aktiv, um die eigenen Marken unter einer neuen Bezeichnung über die Amazon-Webseite verkaufen zu können. Dazu gehören etwa die Marken Ravpower, Vava sowie Taotronics. Es ist nicht bekannt, ab wann genau diese drei Marken unter leicht veränderten Bezeichnungen wieder bei Amazon vertreten waren.

Aus Ravpower wurde Rav, Vava wurde zu Vav und Taotronics kam als Taotronic zurück. Das Magazin habe Amazon über dieses Vorgehen informiert. Bis zur Sperrung der Marken durch Amazon Anfang Oktober 2021 habe es also mindestens zwei Wochen gedauert.

Kritik an Verhalten von Amazon

The Verge kritisiert den Online-Markplatz dafür, dass Amazon nicht von sich aus diese neuen Verkäuferkonten gefunden habe, sondern von außen auf Hilfe angewiesen sei. Es sei für das Magazin nicht nachvollziehbar, warum Amazon solche plumpen Täuschungsmanöver nicht erkenne. Amazon ruft Kunden auf, solche Verkäufer zu melden und verspricht eine schnelle Reaktion.

The Verge hat nach eigenen Angaben gezielt diese Produkte bestellt und dabei bemerkt, dass diesen Produkten Hinweise beiliegen, dass es sich um die ursprünglichen Marken handele, die Amazon in den vergangenen Monaten gesperrt hatte, weil sie wiederholt mit gefälschten Produktbewertungen aufgefallen seien.

Amazon soll 600 Marken gesperrt haben

Immer öfter sollen Unternehmen Käufern anbieten, für eine positive Bewertung auf Amazon einen Preisnachlass auf den Kaufpreis zu erhalten. Oder für ein gekauftes Produkt wird der Kaufpreis zurückerstattet, sobald eine positive Bewertung vom Kunden veröffentlicht wurde. Es werden auch Gutscheine für weitere Käufe verteilt, um so positive Kundenbewertungen zu erhalten.

Nach eigenen Angaben habe Amazon im Kampf gegen gefälschte Produktbewertungen in den zurückliegenden fünf Monaten 3.000 unterschiedliche Verkäuferkonten von insgesamt 600 chinesischen Marken gesperrt .


Relevante Themen