Mangelnde Qualität und Leistung: Amazon tauscht Alexa-KI aus
Amazons eigene KI für Alexa hat versagt und wird ausgetauscht. Alexa soll künftig intern vor allem die Anthropic-KI Claude verwenden. Das berichtet Reuters(öffnet im neuen Fenster) mit Verweis auf fünf Personen, die mit den Plänen bei Amazon Alexa vertraut sind.
Die neue Version von Alexa könnte im Oktober 2024 auf den Markt kommen. Es wird erwartet, dass Amazon sie im September 2024 vorstellt. Üblicherweise zeigt Amazon im September neue Echo-Geräte und neue Alexa-Funktionen. Die neue Alexa-Version könnte den Zusatz Remarkable erhalten und möglicherweise als Abo angeboten werden, für das Kunden monatlich 5 bis 10 US-Dollar zahlen müssen.
Eine Basisversion von Alexa soll weiterhin kostenlos im Angebot sein, allerdings einen geringeren Funktionsumfang haben und weniger leistungsfähig sein. Kürzlich gab es einen weiteren Pressebericht dazu, dass eine Bezahlversion von Alexa im Oktober 2024 starten und 10 US-Dollar monatlich kosten wird .
Wechsel zu Claude
Die Amazon-eigene KI habe bei internen Tests viel zu langsam reagiert und daher sei es zum Wechsel zu Claude gekommen, werden die Quellen im Bericht zitiert. Bisher ist Amazon damit gescheitert, mit Alexa Geld zu verdienen. Nach dem Willen des Anbieters sollen Kunden bei Amazon per Sprachbefehl einkaufen und damit für zusätzliche Umsätze sorgen.
Dieser Plan ging bisher nicht auf, das dürfte nicht nur an der schlechten Leistung, sondern auch an der mangelhaften Suchfunktion auf der Amazon-Homepage sorgen. Selbst wenn sehr genaue Suchbegriffe eingegeben werden, zeigt die Amazon-Suche immer wieder Produkte, die mit der Anfrage nichts zu tun haben. Das erschwert den Einkauf nur mit Sprachbefehlen erheblich.
Weder Amazon noch Anthropic wollten die Angaben im Bericht inhaltlich kommentieren, Amazon gab Reuters nur eine ausweichende Antwort, Anthropic lehnte eine Antwort ab. Amazon besitzt an Anthropic eine Minderheitsbeteiligung .
Funktioniert ein Bezahlabo von Alexa?
Amazon will Kunden dazu bringen, künftig für Alexa bis zu 120 US-Dollar pro Jahr zu zahlen. Mitarbeiter des Unternehmens sind laut Reuters allerdings skeptisch, dass Kunden für einen Dienst zahlen werden, der bisher kostenlos angeboten wurde. Amazon verkaufte nach eigenen Angaben bisher 500 Millionen Alexa-fähige Geräte, macht aber keine Angaben dazu, wie viele davon regelmäßig genutzt werden.
Rund 100 Millionen aktive Alexa-Geräte weltweit schätzt Justin Post, ein Analyst der Bank of America. Er geht davon aus, dass sich rund 10 Prozent dieser Kunden für ein kostenpflichtiges Abo entscheiden werden.
Amazon nimmt Spezial-Abo für Alexa-Gerät vom Markt
In den USA unternahm Amazon bereits erste Versuche, mit Echo-Geräten und Abos Geld zu verdienen . Den Abodienst Photos-Plus gab es nur für ein einzelnes Echo-Gerät. Nach einem Jahr wird das Abo bereits wieder komplett vom Markt genommen.
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