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Mangelnde Nutzerbeteiligung: DRadio Wissen will raus aus Google+

Google+ ist eine Geisterstadt? Diese Frage hat DRadio Wissen mit ja beantwortet und will sich aus dem sozialen Netzwerk zurückziehen. Dessen Nutzer sind nicht begeistert.
Aktualisiert am , veröffentlicht am / Steve Haak
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Google+-Profil von Deutschlandradio Wissen (Bild: Google+/Screenshot: Golem.de)
Google+-Profil von Deutschlandradio Wissen Bild: Google+/Screenshot: Golem.de

"Liebe Google+-Community, wir sind raus." Das hat die Redaktion von DRadio Wissen gestern Mittag auf ihrem Google+-Profil(öffnet im neuen Fenster) geschrieben. Die Begründung: Bisher habe sie das Gefühl gehabt, dass ihre Posts in anderen Kanälen wie Facebook oder Twitter besser angenommen würden. Mit anderen Worten: Die Nutzer beteiligen sich zu wenig an den geposteten Beiträgen der Redaktion.

Über 300 Google+-Nutzer sehen das anders und kommentieren die Entscheidung des Senders unter dem Beitrag meist mit "nicht nachvollziehbar" . Ein Nutzer weist den Kölner Sender sogar auf seine Profilangaben bei Facebook hin. Dort hat er angegeben, sich mit Netzthemen auseinandersetzen zu wollen. "G+ ist Netzthema" , schreibt Kris Behrendt.

Weniger Energie in Google+ verpulvern

DRadio Wissen beteiligt sich mittlerweile nicht nur online, sondern auch on air an der Diskussion. DRadio-Wissen-Redakteur Thomas Reintjes sagte in einer Sendung am Mittag(öffnet im neuen Fenster) : " Wenn wir weniger Energie in Google+ verpulvern, dann können wir in anderen sozialen Netzwerken besser werden."

Reintjes verwies auch auf andere Unternehmen wie die Spielehersteller Popcap und Wooga, die sich aus dem sozialen Netzwerk Google+ zurückziehen wollen. Spiegel Online hatte darüber vor wenigen Tagen berichtet(öffnet im neuen Fenster) . Die Begründung der Spielehersteller: Die Ressourcen seien anderswo besser eingesetzt.

Der 08/15-Auftritt von DRadio Wissen

Philipp Steuer, Autor des Buches "Plus Eins: Das Google+ Buch für Jedermann", macht in seinem Blog(öffnet im neuen Fenster) die Redaktion von DRadio Wissen für die mangelnde Beteiligung der Nutzer verantwortlich. Im Vergleich zur Facebook-Seite sehe das Profil des Radiosenders auf Google+ "stiefmütterlich behandelt aus" . Auf der Seite steche dem Nutzer "direkt der 08/15-Banner ins Auge" , schreibt er.

Steuer kritisiert außerdem das mangelnde Engagement der Radiomacher auf ihrer Google+-Seite. "DRadio Wissen ist nie (zumindest in den letzten Beiträgen) nochmal aktiv in den Kommentaren geworden, falls Fragen seitens der User aufkamen." Von nichts komme eben nichts.

"Unsere Ressourcen sind nicht unendlich"

Ob DRadio Wissen seine Entscheidung noch einmal überdenkt? Thomas Reintjes sagte: "Wir sind natürlich nicht unbeeindruckt von dem Feedback. Die Diskussion geht weiter, auch bei uns hier in der Redaktion."

Auf ihrer Seite schreibt die Redaktion(öffnet im neuen Fenster) : "Andererseits bleibt ein Teil unserer Gründe für den Ausstieg bestehen: Unsere Ressourcen sind nicht unendlich, wir müssen sie gezielt einsetzen."

Um 17 Uhr wollte der Sender live mit seinen Hörern über die Entscheidung diskutieren. Hier geht's zum Livestream(öffnet im neuen Fenster) .

Nachtrag vom 22. Juni 2012, 17:57 Uhr

DRadio wird weiter mit einem eigenen Profil bei Google+ vertreten sein. Das sagte DRadio-Wissen-Redakteurin Anja Stöcker in einer einstündigen Sendung zum Thema. Man hoffe auf viel Feedback von der Community. "Für uns ist da einiges zu holen. Wir haben den Anspruch, gut zu sein" , sagte sie.

In der Sendung gingen die Redakteure zusammen mit Social-Media-Experten auf die Kritik der Nutzer ein.


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