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Mangalyaan: Indien fliegt zum Mars

Die indische Raumfahrtbehörde Isro hat eine Mission zum Mars gestartet: Die Sonde Mangalyaan soll im September 2014 den Nachbarplaneten erreichen und aus dem Orbit unter anderem dessen Atmosphäre erforschen.
/ Werner Pluta
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Startklar: die Tägerrakete PSLV-XL mit Mangalyaan auf der Rampe (Bild: Isro)
Startklar: die Tägerrakete PSLV-XL mit Mangalyaan auf der Rampe Bild: Isro

Indien macht den nächsten Schritt in den Weltraum: Das Land hat am heutigen Dienstag die Mars Orbiter Mission(öffnet im neuen Fenster) (MOM) gestartet.

Die Sonde Mangalyaan(öffnet im neuen Fenster) ist am 5. November 2013 gegen 14:38 Uhr Ortszeit (10:08 Uhr mitteleuropäischer Zeit) vom Startplatz Satish Dhawan Space Centre(öffnet im neuen Fenster) in Sriharikota im südostindischen Bundesstaat Andhra Pradesh aus abgehoben. Sie hat ihre Reise an Bord einer Trägerrakete vom Typ Polar Satellite Launch Vehicle XL(öffnet im neuen Fenster) (PSLV) angetreten.

Drei Wochen im Erdorbit

Mangalyaan soll zunächst etwa drei Wochen um die Erde kreisen und sich dann zum Mars aufmachen. Dort soll sie im September kommenden Jahres ankommen. Die Sonde wird den Mars auf einem elliptischen Orbit umkreisen. Dabei nähert sie sich dem Planeten bis auf 372 Kilometer und entfernt sich dann bis auf 80.000 Kilometer. Ein Umlauf dauert 3,1 Tage.

Die Sonde wiegt rund 1,3 Tonnen. 15 Kilogramm davon sind wissenschaftliche Nutzlast. Die besteht aus fünf Instrumenten: Der Mars Exospheric Neutral Composition Analyzer (MENCA), der Methane Sensor For Mars (MSM) und der Lyman-Alpha Photometer dienen zur Analyse der Marsatmosphäre. Die Mars Color Camera (MCC) und der Thermal Infrared Imaging Spectrometer (TIS) sollen Bilder und Daten von der Oberfläche des Mars liefern.

Nummer vier auf dem Mars

Bisher ist es erst drei Akteuren gelungen, Sonden zum Mars zu schicken: den USA, der Sowjetunion und Europäern. Die indische Raumfahrtbehörde, die Indian Space Research Organisation(öffnet im neuen Fenster) (Isro), wäre also Nummer vier. Und die Mission wäre zudem günstiger als die anderen: MOM soll umgerechnet nur 54 Millionen Euro kosten. Das ist weniger als ein Sechstel der Kosten der US-Mission Maven , die am 18. November 2013 starten soll.

Das Marsdebüt des Nachbarn und Konkurrenten China, der ebenfalls ehrgeizige Weltraumpläne hegt, war ein Fehlschlag: Die Chinesen wollten 2011 die Sonde Yinghuo-1 zum Marsmond Phobos schicken – zusammen mit dem russischen Raumfahrzeug Fobos Grunt. Das aber kam nur bis in die Erdumlaufbahn, blieb dort hängen und stürzte im Januar 2012 über dem Pazifik ab .


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