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Maneater im Test: Bissiger Blödsinn

Wer schon immer als Bullenhai auf Menschenjagd gehen wollte - hier entlang schwimmen bitte. Maneater legt aber auch die Flosse in die Wunde.

Ein Test von veröffentlicht am
Sieht aus wie ein Weißer Hai, soll aber ein Bullenhai sein.
Sieht aus wie ein Weißer Hai, soll aber ein Bullenhai sein. (Bild: Tripwire Interactive, Screenshot: Golem.de)

Unserem Ruf als Menschenfresser werden wir schon nach wenigen Minuten gerecht: Lebendig aus dem Leib der toten Mutter geschnitten, will uns der Fiesling Scaly Pete in Stücke hacken - wir beißen ihm den Arm ab und starten eine Karriere als Küstenschreck. Dazu versetzt uns Maneater in die Rolle eines Bullenhais: Die gibt es in Salz- wie in Süßwasser, die Spezies ist zudem für die meisten Angriffe auf Menschen verantwortlich.

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Vorerst müssen wir aber mit verzweifelt davonrudernden Schildkröten und harmlosen Welsen vorliebnehmen, denn mit kaum einem Meter ist unser Bullenhai-Weibchen mehr Beute denn Beißer. Das bekommen wir auch gleich zu spüren, denn ein Level-8-Alligator macht uns per Todesrolle den Garaus. Der Sprecher aus dem Off kommentiert zynisch: "Haie müssen gelegentlich darin erinnert werden, dass sie nicht die unangefochtenen Herrscher der Meere sind", denn unser Abenteuer ist in eine Reality-Show eingebettet.

Um stärker zu werden und zu wachsen, muss das Weibchen nicht nur anderes Wassergetier jagen, sondern am besten auch Nährstoffspeicher finden und zu Sehenswürdigkeiten (drei Muscheln!) schwimmen. Alternativ erfüllen wir Haupt- und Nebenmissionen, die sich allerdings zumeist darauf beschränken, irgendwo hinzuschwimmen, um dort andere Lebewesen zu massakrieren. Das Bullenhai-Weibchen kann schnöde zubeißen, aber auch fest zupacken und das Opfer mit den Sägezähnen schütteln. Ein Schlag mit der Schwanzflosse schleudert Gegner davon oder betäubt sie, und natürlich können wir aus dem Wasser schnellen.

Das ist vor allem bei Angriffen auf Menschen wichtig, die in Booten und Jetskis unterwegs sind oder am Ufer herumlungern. Für eine Weile kann sich der Hai sogar an Land begeben - zumindest, bis ihm die Luft ausgeht. Dann heißt es zurück ins sauerstoffreiche Nass oder so schnell fressen, dass wir die Lebensenergie zügiger auffüllen, als sie sich leert. Aufgrund der chaotischen Kameraführung geraten wir zwar in keinen Blutrausch, wohl aber in einen ziemlichen Buttonrausch, so wild wie wir die Knöpfe drücken.

Gerade wenn sich Jäger auf der Suche nach uns befinden und MG-Salven (!) abfeuern, kann die fummelige Steuerung nerven: Wir müssen gleichzeitig ausweichen, anvisieren und aus dem Wasser springen, um die Haimörder aus ihren Booten zu reißen. Wer viele Menschen auf einen Schlag tötet, der ruft durch diese Niedertracht etwa die Barkeeperin Bobbie auf den Plan, die uns hartnäckig für ihr Chilli con Carcharhinus verfolgt. Generell empfinden wir den Schwierigkeitsgrad als etwas unausgewogen, beim virtuellen Ableben taucht unser Bullenhai-Weibchen allerdings schlicht wieder in der heimischen Grotte auf. Nur zum Missionsziel müssen wir erneut schwimmen, was in allen acht Gebieten selten mehr als wenige Minuten entfernt ist.

  • Lass zappeln! (Rechteinhaber: Tripwire Interactive, Screenshot: Golem.de)
  • Über Kais hüpfen darf nicht fehlen. (Rechteinhaber: Tripwire Interactive, Screenshot: Golem.de)
  • In der Grotte kann sich das Bullenhai-Weibchen ausruhen ... (Rechteinhaber: Tripwire Interactive, Screenshot: Golem.de)
  • ... und von dort aus auf Missionen begeben. (Rechteinhaber: Tripwire Interactive, Screenshot: Golem.de)
  • Menschen fressen ... (Rechteinhaber: Tripwire Interactive, Screenshot: Golem.de)
  • ... ruft Jäger auf den Plan. (Rechteinhaber: Tripwire Interactive, Screenshot: Golem.de)
  • Wir kämpfen mit anderem Meeresgetier um den Platz den Spitzenprädators. (Rechteinhaber: Tripwire Interactive, Screenshot: Golem.de)
  • Mit der Zeit wächst unser Bullenhai. (Rechteinhaber: Tripwire Interactive, Screenshot: Golem.de)
  • Wow - schon fast drei Meter! (Rechteinhaber: Tripwire Interactive, Screenshot: Golem.de)
  • Per Evolution rüsten wir uns mit einem Elektrokiefer aus. (Rechteinhaber: Tripwire Interactive, Screenshot: Golem.de)
  • Blitzschnell - hihi - schnappen die zu! (Rechteinhaber: Tripwire Interactive, Screenshot: Golem.de)
Lass zappeln! (Rechteinhaber: Tripwire Interactive, Screenshot: Golem.de)

In der Grotte entwickelt sich das Weibchen vom Jungtier zum Teenager und zu weiteren Stufen, auch steigen Eigenschaften wie Schaden oder Geschwindigkeit. Per Evolution erhält der Bullenhai überdies Features wie ein übermächtiges Sonar, betäubende Elektrokiefer und zupackende Knochenzähne oder eine Knochenpanzerung um Boote zu rammen. Damit ausgerüstet, wagen wir uns an die Spitzenprädatoren des jeweiligen Abschnitts, um zu beweisen, dass Haie eben doch die unangefochtenen Herrscher der Meere sind. Wir bekommen es mit einem fiesen Barrakuda und einem Kanalisations-Alligator zu tun, und auch Anleihen bei Herman Melville, Peter Benchley und Steve Alten sind nicht zu übersehen.

Schön finden wir, dass die Entwickler den lakonischen Humor und den Zynismus des Kommentators auch dazu nutzen, auf reale Probleme hinzuweisen: Der Dead Horse Lake etwa quillt vor Atommüll über, dennoch paddeln allerhand Menschen darin herum: "Nirgends wird die Schädigung der Natur deutlicher als in dem verdreckten See", konstatiert der Sprecher. Im Verlauf des Spiels wird klar, dass der Mensch und nicht der Hai die eigentliche Killermaschine ist: "Das köstliche Fleisch kann nun nach Hongkong, Singapur oder Taiwan exportiert werden." Die Ladebildschirme werden genutzt, um tatsächliche Fakten zu den Knorpelfischen zu vermitteln.

Aufgrund der überzeichneten Gewalt und des durchaus humoristischen Settings ist Maneater ab 16 Jahren freigegeben. Das 40 Euro teure Spiel ist für Windows-PC via Epic Store verfügbar, zudem für Playstation 4 (Pro) und für Xbox One (X). Eine Version für Nintendo Switch soll folgen.

Fazit

Wer Der Weiße Hai mochte, der dürfte auch mit einem Bullenhai seinen Spaß haben. Uns hat Maneater als schmackhafter Snack häppchenweise Laune bereitet. Die Missionen wiederholen sich zwar, sind aber aufregend gestaltet und grafisch nett anzuschauen. Weil sich Maneater selbst nicht ernst nimmt und dennoch Kritik am Verhalten des Menschen übt, ist das Spiel auch nicht so stumpf wie im Vorhinein befürchtet.

Nachtrag vom 22. Mai 2020, 21:42 Uhr

Die Steam-Version von Maneater erscheint erst zu einem späteren Zeitpunkt.

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renegade334 26. Mai 2020

Es gibt Leute mit speziellem Geschmack. Ich beispielsweise bin bereit, weniger als 10...

ElMario 23. Mai 2020

war wesentlich unterhaltsamer. Besonders wegen der zahlreichen Glitches.

unbuntu 23. Mai 2020

Und aufm C64 hatte ich auch schonmal sowas! Alles abgekupfert!

JackReaper 22. Mai 2020

"Maneater will come out on other PC platforms 12 months later, according to a press...


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