Man-in-the-Browser: Angreifer räumen Bankkonten in Europa ab

Im Januar 2014 sind rund 190 Kunden einer großen europäischen Bank Opfer der Cyberbetrugskampagne Luuuk geworden. Das gab das Sicherheitsunternehmen Kaspersky Labs am 25. Juni 2014 bekannt.(öffnet im neuen Fenster) . Angaben zum Namen der Bank wurden nicht gemacht. Innerhalb einer Woche soll ein Schaden von mehr als 500.000 Euro verursacht worden sein. Pro Konto wurden demnach Beträge zwischen 1.700 und 39.000 Euro abgebucht.
Am 20. Januar 2014 entdeckten Kaspersky-Experten den zur Luuuk-Kampagne gehörenden Command-and-Control-Server (C&C). Die Auswertung der Log-Files ergab: Die Betrugskampagne begann spätestens am 13. Januar 2014. Zwei Tage nach Entdeckung des C&C-Servers hätten die Täter sämtliche Spuren bereits wieder entfernt, erklärte Kaspersky.
Die betroffene Bank sowie die Ermittlungsbehörden seien "sofort nach Enttarnung des C&C-Servers informiert und sämtliche Hinweise zur Verfügung gestellt" worden, sagte Vincente Diaz, Principal Security Researcher bei Kaspersky Lab. Die komplexe Vorgehensweise lasse vermuten, dass dies an anderer Stelle jederzeit wiederholt werden könne.
Bei der Angriffsform Man-in-the-Browser (MITB) schaltet sich ein Trojaner zwischen Kunde und Bank, und die Darstellung der Originalwebseite wird verändert. Bei Luuuk wurden die Daten der Bankkunden vermutlich durch den Trojaner Zeus oder die Zeus-Variaten Citadel, SpyEye oder IceIX beim Anmeldevorgang zum Online-Banking abgegriffen. Kaspersky konnte den Trojaner nicht erfassen.
Der Geldtransfer lief über dafür eingerichtete Empfängerkonten. Die Money Mules holten die Beträge direkt am Geldautomaten ab.



