Malwarebytes: Update für Windows 11 lässt Google Chrome abstürzen
Zusammen mit dem Exploit-Schutz von Malwarebytes macht ein neues Windows-11-Update Google Chrome auf einigen Systemen unbenutzbar.
Nach der Installation des kumulativen Updates KB5027231 für Windows 11 22H2 können viele Nutzer der Sicherheitssoftware von Malwarebytes den Webbrowser Google Chrome nicht mehr starten. Wie Malwarebytes in seinem Support-Bereich erklärt, verursacht das am 13. Juni veröffentlichte Windows-Update "einen Konflikt zwischen Google Chrome und dem Exploit-Schutz, was Browserabstürze zur Folge hat."
Während das Unternehmen das Problem derzeit noch genauer untersucht, empfiehlt es betroffenen Nutzern, Google Chrome vorerst von der Liste der geschützten Anwendungen zu entfernen. Zu finden sei diese in den Einstellungen des Anti-Malware-Tools unter Sicherheit > Exploit-Schutz > Geschützte Anwendungen verwalten. Dort sollten Anwender Google Chrome sowie zugehörige Plug-ins vorerst deaktivieren. Malwarebytes rät jedoch dazu, dies rückgängig zu machen, sobald der Fehler behoben ist.
Eine erste Beta-Version mit einem Fix steht laut dem für das Malwarebytes-Produkt verantwortlichen Michael Sherwood inzwischen bereit. Wer jedoch die Beta nicht nutzen will, wird bis zum finalen Release weiterhin auf den bereits genannten Workaround verwiesen.
Deinstallation des Windows-Updates oftmals unpraktikabel
Wie Bleeping Computer berichtet, lässt sich das Problem auch durch die Deinstallation des KB5027231-Updates beseitigen. Für einige Administratoren ist dies jedoch keine Option.
Denn wie der Nutzer HighPingOfDeath auf Reddit erklärt, kann das Update aufgrund eines "katastrophalen Fehlers" nicht über die Windows Server Update Services (WSUS) entfernt werden. Die zuständigen IT-Fachkräfte müssten KB5027231 folglich auf jedem betroffenen Rechner manuell deinstallieren, was je nach Unternehmensgröße einen unverhältnismäßig hohen Aufwand nach sich zieht.
Jedoch ist laut HighPingOfDeath nicht jedes System von dem Problem betroffen. "Wir haben den Patch auf etwa 400 Rechnern installiert", erklärte er in einem anderen Kommentar. Der Google Chrome stürze aber nur auf etwa 30 Computern ab.
Wie aus einem früheren Beitrag im Forum von Malwarebytes hervorgeht, erscheint Google Chrome nach seinem Start auf betroffenen Systemen durchaus im Task-Manager.
Das am vergangenen Dienstag verteilte Windows-Update verhindere jedoch zusammen mit dem Anti-Exploit-Modul von Malwarebytes, dass die Benutzeroberfläche des Browsers nach dem Laden angezeigt werde, so das Unternehmen.
Nachtrag vom 20. Juni 2023, 12:32 Uhr
Malwarebytes hat inzwischen ein Update für alle Nutzer seines Anti-Malware-Werkzeugs bereitgestellt. Wie das Unternehmen in einem Support-Artikel erklärt, erfolgt die Aktualisierung automatisch. Wer manuell nachhelfen will, erreicht dies über die Einstellungen der Anwendung. Ab Component Version 1.0.2047 und Malwarebytes Version 4.5.31.270 soll Google Chrome auf betroffenen Geräten wieder reibungslos funktionieren.
Nutzern, die den zuvor genannten Workaround, den Browser und seine Plug-ins aus der Liste der geschützten Anwendungen zu entfernen, umgesetzt hatten, wird empfohlen, dies nach dem Update wieder rückgängig zu machen.