Malware: Sicherheitsfirma F-Secure will Staatstrojaner bekämpfen

Die Antivirensoftware soll jede Schadsoftware erkennen, auch Staatstrojaner.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Ein trojanisches Pferd
Ein trojanisches Pferd (Bild: Pascal Guyot/AFP/Getty Images)

Die finnische Sicherheitsfirma F-Secure wird mit ihrer Antivirensoftware aktiv nach dem deutschen Staatstrojaner suchen und ihn deaktivieren. "Wir sind da nicht zur Kooperation mit dem Staat verpflichtet und werden das daher auch nicht tun", sagte F-Secure-Manager Rüdiger Trost. Damit will F-Secure die Pläne der Bundesregierung durchkreuzen, die Geheimdienste künftig in die Lage zu versetzen, Kommunikation über Whatsapp und andere verschlüsselte Messenger-Dienste mitzulesen.

Stellenmarkt
  1. Specialist (m/w/d) Modern Workplace
    IT4IPM GmbH, München
  2. IT-Systembetreuerin/IT-Syste- mbetreuer (m/w/d)
    FFG Fahrzeugwerkstätten Falkenried GmbH, Hamburg
Detailsuche

"Staatstrojaner bekommen von uns keinen Freifahrtschein", sagte Trost der Deutschen Presse-Agentur. Jeder Trojaner sei aus Sicht seines Unternehmens eine Schadsoftware, die es zu bekämpfen gelte. "Daher schalten wir sie aus, wenn wir sie entdecken."

Das Bundeskabinett hatte sich kürzlich darauf geeinigt, dass der Verfassungsschutz, der Bundesnachrichtendienst (BND) und der Militärische Abschirmdienst (MAD) künftig Gespräche und Nachrichten auf den Endgeräten abhören dürfen, die über Messenger ausgetauscht werden. Dazu müssen Geräte wie Smartphones oder Computer mit einem Staatstrojaner infiziert werden. Eine entsprechende Gesetzesänderung zur sogenannten Quellen-TKÜ bedarf noch der Zustimmung des Bundestages.

Sicherheitslücken für Staatstrojaner

Trost sagte, die Geheimdienste würden zunächst versuchen, Sicherheitslücken in den Geräten und Programmen auszunutzen. Außerdem würden die staatlichen Stellen wahrscheinlich auch auf einzelne Anbieter dieser Geräte und Betriebssysteme zugehen und die Programmierung von Hintertüren verlangen. Dabei würden sich die Dienste auf die mobilen Plattformen fokussieren.

Golem Akademie
  1. Jira für Anwender: virtueller Ein-Tages-Workshop
    03.06.2022, virtuell
  2. Azure und AWS Cloudnutzung absichern: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    19./20.05.2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Hier sei aber nicht nur die Kommunikation mit Whatsapp oder einem anderen Messenger betroffen, betonte Trost. "Das Smartphone ist inzwischen mit Diensten wie Apple Pay oder Google Pay auch eine Geldbörse und ermöglicht das Nachverfolgen von Bezahlungen." Außerdem sei das Smartphone für manche durch Funktionen wie Carkey auch ein Autoschlüssel, auf den der Trojaner im Zweifel Zugriff habe.

F-Secure Internet Security 2020 - 3 Jahre / 1 Gerät für PC [Online Code]

FDP-Fraktionsvize Stephan Thomae warnte am Samstag, der Staatstrojaner stelle einen massiven Eingriff in die Bürgerrechte dar. Dagegen gebe es erhebliche verfassungsrechtliche Bedenken. Gut organisierte und finanzierte Verbrechens- und Terrororganisationen würden ihn leicht austricksen, sagte Thomae. Sollte der Trojaner für die Nachrichtendienste kommen, sei der Gang vor das Bundesverfassungsgericht "wohl unausweichlich". Der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber sieht in dem geheimdienstlichen Trojanereinsatz eine Gefahr für die Demokratie.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Jonny Dee 28. Okt 2020

Wo bleibt die angemessene Reaktion der Medien??? Das ist doch eine Sensation?!? Der...

ChemoKnabe 27. Okt 2020

Tja, wie wird wohl der Staatstrojaner auf das Handy kommen? Vielleicht mit F-Secure? XD...

Dedado 26. Okt 2020

Dieser erschreckende Wunsch zur Komplettüberwachung wird langsam gefährlich.



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Cariad
Aufsichtsrat greift bei VWs Softwareentwicklung durch

Die Sorge um die Volkswagen-Softwarefirma Cariad hat den Aufsichtsrat veranlasst, ein überarbeitetes Konzept für die ehrgeizigen Pläne vorzulegen.

Cariad: Aufsichtsrat greift bei VWs Softwareentwicklung durch
Artikel
  1. Delfast Top 3.0: Ukrainische Armee setzt E-Motorräder zur Panzerjagd ein
    Delfast Top 3.0
    Ukrainische Armee setzt E-Motorräder zur Panzerjagd ein

    Ukrainische Infanteristen nutzen E-Motorräder, um leise und schnell zum Einsatz zu gelangen und die Panzerabwehrlenkwaffe NLAW zu transportieren.

  2. Überwachung: Polizei setzt Handy-Erkennungskamera gegen Autofahrer ein
    Überwachung
    Polizei setzt Handy-Erkennungskamera gegen Autofahrer ein

    In Rheinland-Pfalz werden Handynutzer am Steuer eines Autos automatisch erkannt. Dazu wird das System Monocam aus den Niederlanden genutzt.

  3. Love, Death + Robots 3: Mal spannend, mal tragisch, mal gelungen, mal nicht so
    Love, Death + Robots 3
    Mal spannend, mal tragisch, mal gelungen, mal nicht so

    Die abwechslungsreichste Science-Fiction-Serie unserer Zeit ist wieder da - mit acht neuen Folgen der von David Fincher produzierten Anthologie-Reihe.
    Von Peter Osteried

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Borderlands 3 gratis • CW: Top-Rabatte auf PC-Komponenten • Inno3D RTX 3070 günstig wie nie: 614€ • Ryzen 9 5900X 398€ • Top-Laptops zu Tiefpreisen • Edifier Lautsprecher 129€ • Kingston SSD 2TB günstig wie nie: 129,90€ • Samsung Soundbar + Subwoofer günstig wie nie: 228,52€ [Werbung]
    •  /