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Malware: Schadsoftware bei 1.200 Holiday-Inn- und Crowne-Plaza-Hotels

Wer im vergangenen Jahr auf Geschäftsreise oder im Urlaub in den USA gewesen ist, sollte seine Kreditkartenabrechnungen prüfen: Zahlungsterminals zahlreicher Hotels von Crown Plaza und Holiday Inn waren mit Malware infiziert.
/ Hauke Gierow
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Historisches Schild von Holiday Inn (Bild: JMG717)
Historisches Schild von Holiday Inn Bild: JMG717 / CC-BY-SA 3.0

Kassensysteme von zahlreichen Hotels der Marken Crowne Plaza und Holiday Inn waren im vergangenen Jahr mit Malware kompromittiert, die offenbar zum Kopieren von Kreditkarteninformationen genutzt werden kann. Betroffen waren Häuser in den USA und in Puerto Rico. Bislang sollen noch nicht alle Infektionen restlos beseitigt sein, schreibt The Register. Die Probleme wurden bereits im Februar 2017 erstmals veröffentlicht. Einer aktuellen Mitteilung des Betreibers zufolge(öffnet im neuen Fenster) sind die Probleme aber deutlich größer als zunächst angenommen.

Die Hotels gehören zur Hotelkette IHG und werden nach dem Franchise-System betrieben. Die individuellen Hotelbetreiber haben demnach das Recht, die Marke zu verwenden und auch bestimmte Vorgaben für die Buchungssysteme. Viele Betreiber hätten laut The Register auf zusätzliche Absicherungen der eigenen Terminals mittels der von IHG entwickelten "Secure Payment Solutions" verzichtet, um Kosten zu sparen.

Malware kopiert Magnetstreifen

Die Malware auf den POS-Terminals kopiert die auf dem Magnetstreifen der Kunden hinterlegten Zahlungsinformationen, die dann später verkauft oder direkt in Betrugsszenarien eingesetzt werden. In den USA ist das Chip-und-PIN-Verfahren nach dem EMV-Standard (Europay Mastercard Visa) noch nicht weit verbreitet. Dabei werden Zahlungsinformationen unter anderem mit einer PIN geschützt und statt vom Magnetstreifen von einem kryptographisch gesicherten Chip ausgelesen.

IHG hat eine umfangreiche Liste aller betroffenen Hotels(öffnet im neuen Fenster) veröffentlicht. Der Großteil der Infektionen fand offenbar im vergangenen Jahr statt, einige der infizierten Systeme sollen aber bis März 2017 im Betrieb gewesen sein, bei anderen sei auch heute noch nicht auszuschließen, dass diese noch infiziert seien.

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Obskure Tipps aus dem Darknet (01:18)

Die IT-Systeme in Hotels sind offenbar häufig nachlässig implementiert: Im vergangenen Jahr waren zahlreiche Systeme von Hilton-Hotels infiziert , auch Hyatt war betroffen und die Hotelkette des US-Präsidenten Donald Trump .


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