Malware: Kein Web für PCs mit DNS Changer ab 9. Juli 2012
Nachdem das FBI im November 2011 das Botnetz rund um die Malware DNS Changer ausgehoben hatte, wollte die US-Bundespolizei die beschlagnahmten DNS-Server unter den IP-Adressen des Schädlings zum 8. März 2012 abschalten. Diese Frist wurde wegen der immer noch hohen Anzahl an Infektionen auf den 9. Juli 2012 verlängert.
Nach Angaben des BSI(öffnet im neuen Fenster) vom Januar 2012 sollen es damals in Deutschland rund 33.000 PCs gewesen sein, weltweit geht das FBI von rund 300.000 Rechnern aus. Maschinen, auf denen DNS Charger noch aktiv ist, könnten ab dem kommenden Montag keinen Zugang zu Webseiten und anderen Diensten über die Eingabe von Domainnamen mehr haben.
DNS Changer ändert die Einträge für die DNS-Server unter Windows auf eigene Werte, so dass auch etwaige DNS-Einträge in einem Router übergangen werden. Schlimmer noch: Wie das FBI in einem PDF auf Seite 6(öffnet im neuen Fenster) schreibt, kann der Schädling auch manche Router angreifen und seine DNS-Einträge dort hinterlegen. Das klappt aber nur, wenn die Router nur mit ihrem Werkspasswort geschützt sind. Die genauen Modellnummern nennt die Behörde nicht, betroffen sein sollen aber Router von Cisco, D-Link, Linksys und Netgear.
Ob ein PC oder der Router, über welchen dieser Rechner ins Internet gelangt, mit DNS Charger infiziert ist, lässt sich durch den Aufruf der Webseite dns-ok.de(öffnet im neuen Fenster) überprüfen. Auch alle namhaften Virenscanner erkennen den Schädling seit Monaten. Wird ein Befall festgestellt, kann die Malware mit Removal-Tools entfernt werden, die unter anderem Avira(öffnet im neuen Fenster), Bitdefender(öffnet im neuen Fenster) und F-Secure(öffnet im neuen Fenster) anbieten. Die Links führen auf die jeweiligen Downloadseiten zu den Programmen.
Administratoren, die den Schädling durch Beobachtung des Netzwerkverkehrs aufspüren wollen, sollten nach den IP-Adressen der noch aktiven DNS-Server Ausschau halten. Diese liegen in den Bereichen 85.255.112.0 bis 85.255.127.255, 67.210.0.0 bis 67.210.15.255, 93.188.160.0 bis 93.188.167.255, 77.67.83.0 bis 77.67.83.255, 213.109.64.0 bis 213.109.79.255 und 64.28.176.0 bis 64.28.191.25.
Für erfahrene Anwender gibt es auch eine ausführliche Anleitung zum manuellen Entfernen(öffnet im neuen Fenster) der falschen DNS-Einträge in PCs und Routern, sie wird vom Eco-Verband bereitgestellt.
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