Abo
  • IT-Karriere:

Malware: Interne Dokumente geben Aufschluss über Bundestagshack

Das Linux-Magazin und Netzpolitik.org decken Hintergründe zum Bundestagshack im vergangenen Jahr auf. Die deuten nicht unbedingt auf hochkarätige Angreifer, sondern vielmehr auf schwere Versäumnisse hin.

Artikel veröffentlicht am , Hanno Böck
Hackerangriff auf den Bundestag - verhindert ein Schweigekartell echte Aufklärung?
Hackerangriff auf den Bundestag - verhindert ein Schweigekartell echte Aufklärung? (Bild: Ralf Roletschek/Wikimedia Commons/FDL-1.2)

Vor knapp einem Jahr wurde der Bundestag Opfer eines Hackerangriffs. Doch wurden nur wenige Details dazu bekannt, was damals wirklich vorfiel. Die beteiligten Behörden hüllten sich in Schweigen, und die Medien spekulierten. Dem Linux-Magazin und Netzpolitik.org ist nun ein Coup gelungen: Sie erhielten Einblick in zahlreiche interne Protokolle und Dokumente. Zum ersten Mal gelangt damit nun teilweise an die Öffentlichkeit, was im vergangenen Jahr im Bundestagsnetz wirklich passiert ist.

Inhalt:
  1. Malware: Interne Dokumente geben Aufschluss über Bundestagshack
  2. Die Täter sind weiterhin unbekannt

Der Einstieg ins Netz gelang der Malware wohl über die Rechner von Abgeordneten. Bestätigt ist hierbei, dass auf PCs der Linksfraktion eine entsprechende Malware gefunden wurde. Dazu hatte die Linksfraktion selbst im vergangenen Jahr bereits einige Informationen veröffentlicht.

Wie genau die Malware auf die Rechner der Abgeordneten kam, ist offenbar selbst den beteiligten Behörden nicht bekannt. Laut den Protokollen sagte das BSI der sogenannten IuK-Kommission dazu, dass hierzu keine Erkenntnisse vorliegen, man vermute aber, dass ein Link in einer E-Mail oder ein Besuch auf einer Webseite diese Schadsoftware installiert hat.

Auch wenn unklar ist, wie die Malware auf die Systeme kam, eine Vermutung erscheint plausibel: Als Reaktion auf die Angriffe will die Bundestags-IT künftig die Installation veralteter Software auf den Rechnern nicht mehr zulassen. Sprich: Bislang war es offenbar nicht ungewöhnlich, dass Software mit bekannten Sicherheitslücken auf den PCs vorhanden ist. Damit erscheint es wahrscheinlich, dass hierüber der Angriff erfolgte.

Zu viele Admin-Accounts im Active-Directory-System

Stellenmarkt
  1. Hornbach-Baumarkt-AG, Bornheim bei Landau Pfalz
  2. Dr. Fritz Faulhaber GmbH & Co. KG, Schönaich

Anschließend nutzten die Angreifer offenbar das Tool Mimikatz, um sich Zugangsdaten zu Accounts für das Active-Directory-System des Bundestages zu verschaffen. Und hier dürfte wohl eines der größten Probleme bestanden haben. Laut dem Linux-Magazin besaß eine unüberschaubare Zahl von Personen Administratorrechte für die Active-Directory-Server. Damit hatten sie Vollzugriff auf das Netzwerk.

Sollte diese Darstellung stimmen, dann ist vor allem eines klar: Die Angreifer mussten nicht über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügen. Sicherheitslücken in veralteter Software und der Einsatz eines für jeden öffentlich verfügbaren Tools wie Mimikatz widersprechen vielen früheren Darstellungen, in denen die Angreifer als extrem professionell bezeichnet wurden und die einen Geheimdiensthintergrund fast für sicher hielten. Vielmehr scheint das Bundestagsnetz schlicht extrem schlecht geschützt gewesen zu sein.

Die Täter sind weiterhin unbekannt 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 3,99€
  2. 44,99€
  3. 2,80€

Baron Münchhausen. 08. Mär 2016

Logik? Finde ich gerade nicht in deinem Beitrag. Mit deiner Logik kann ich jedem drohen...

matok 08. Mär 2016

Aber doch wohl nicht für die Führungskräfte dort, oder? Ansonsten sollte man sich über...

Robtoper 08. Mär 2016

... das es vielleicht kein Zufall ist, dass Rechner der Linken als...

wire-less 08. Mär 2016

ist es einem der vielen #neuland politiker zu erklären das der afrikanische Kettenbrief...

ElMario 07. Mär 2016

Danke für die Wahrheit, die niemand mehr zu sehen scheint. Und es geht weiter...


Folgen Sie uns
       


World of Warcraft Classic angespielt

Spielen wie zur Anfangszeit von World of Warcraft: Golem.de ist in WoW Classic durch die Fantasywelt Azeroth gezogen und hat sich mit Kobolden und Bergpumas angelegt.

World of Warcraft Classic angespielt Video aufrufen
Verkehrssicherheit: Die Lehren aus dem tödlichen SUV-Unfall
Verkehrssicherheit
Die Lehren aus dem tödlichen SUV-Unfall

Soll man tonnenschwere SUV aus den Innenstädten verbannen? Oder sollten technische Systeme schärfer in die Fahrzeugsteuerung eingreifen? Nach einem Unfall mit vier Toten in Berlin mangelt es nicht an radikalen Vorschlägen.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Torc Robotics Daimler-Tochter testet selbstfahrende Lkw
  2. Edag Citybot Wandelbares Auto mit Rucksackmodulen gegen Verkehrsprobleme
  3. Tusimple UPS testet automatisiert fahrende Lkw

Ryzen 7 3800X im Test: Der schluckt zu viel
Ryzen 7 3800X im Test
"Der schluckt zu viel"

Minimal mehr Takt, vor allem aber ein höheres Power-Budget für gestiegene Frequenzen unter Last: Das war unsere Vorstellung vor dem Test des Ryzen 7 3800X. Doch die Achtkern-CPU überrascht negativ, weil AMD es beim günstigeren 3700X bereits ziemlich gut meinte.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Agesa 1003abba Microcode-Update taktet Ryzen 3000 um 50 MHz höher
  2. Agesa 1003abb Viele ältere Platinen erhalten aktuelles UEFI für Ryzen 3000
  3. Ryzen 5 3400G und Ryzen 3 3200G im Test Picasso passt

TVs, Konsolen und HDMI 2.1: Wann wir mit 8K rechnen können
TVs, Konsolen und HDMI 2.1
Wann wir mit 8K rechnen können

Ifa 2019 Die Ifa 2019 ist bezüglich 8K nüchtern. Wird die hohe Auflösung wie 4K fast eine Dekade lang eine Nische bleiben? Oder bringen kommende Spielekonsolen und Anschlussstandards die Auflösung schneller als gedacht?
Eine Analyse von Oliver Nickel

  1. Kameras und Fernseher Ein 120-Zoll-TV mit 8K reicht Sharp nicht
  2. Sony ZG9 Erste 8K-Fernseher werden bald verkauft
  3. 8K Sharp schließt sich dem Micro-Four-Thirds-System an

    •  /