Abo
  • Services:
Anzeige
Derusbi setzt die Driver Signing Policy von Windows außer Kraft.
Derusbi setzt die Driver Signing Policy von Windows außer Kraft. (Bild: Sekoia)

Malware: Derusbi umgeht trickreich die Windows Driver Signing Policy

Derusbi setzt die Driver Signing Policy von Windows außer Kraft.
Derusbi setzt die Driver Signing Policy von Windows außer Kraft. (Bild: Sekoia)

Sicherheitsforscher haben neue Details zu der seit mehreren Jahren aktiven Derusbi-Malware veröffentlicht. Die Malware nutzt Schwachstellen in Treibern aus, um sich unentdeckt auf dem System zu installieren.

Die aus verschiedenen Hacks bekannte Malware Derusbi nutzt eine Schwachstelle in einigen Treibern aus, um die Driver Signing Policy des Betriebssystems Windows außer Gefecht zu setzen - das hat die Sicherheitsfirma Sekoia herausgefunden.

Anzeige

Derusbi ist keine unbekannte Malware. Bereits im Jahr 2008 wurde die Schadsoftware entdeckt. In den vergangenen Jahren tauchte auch vermehrt verwandte Schadsoftware auf. 2011 wurde Derusbi beispielsweise bei einem Hack auf Mitsubishi Heavy Industries eingesetzt. Auch bei dem sogenannten Anthem Hack in diesem Jahr, bei dem rund 79 Millionen Datensätze von Versicherten kopiert wurden, kam sie zum Einsatz.

Die Funktionsweise ist typisch für ausgereifte Malware und Trojaner: Nachdem ein sogenannter Loader ausgeführt wurde, vermutlich mittels Phishing oder Drive-By-Download, wird Derusbi auf das anzugreifende Zielsystem nachgeladen und erweitert die notwendigen Rechte, um einen Angriff vorzunehmen. So können die Systeme so manipuliert werden, dass der eigentliche Angriff erfolgreicher verläuft. Noch dazu wird es Antivirensystemen schwerer gemacht, die eigentliche Schadsoftware auszumachen.

Eine Schwachstelle in alten Treibern ermöglicht den Angriff

Die Experten der französischen Sicherheitsfirma Sekoia haben nun herausgefunden, wie genau es der Schadsoftware gelingt, sich auf dem Zielsystem als legitim auszugeben und warum sie nur schwer durch gängige Abwehrmechanismen gestoppt werden kann. Die Entwickler von Derusbi nutzen eine Schwachstelle (CVE-2013-3956) in veralteten Treibern, um eine Manipulation von Speicheradressinhalten vorzunehmen. Damit gelingt es ihnen, die sogenannte Driver Signing Policy auszutricksen.

Diese Policy dient seit Windows Vista dazu, dass nur signierte und damit von vertrauenswürdigen Herstellern erstellte Treiber geladen werden können. Dieser Mechanismus soll also sicherstellen, dass keine Rootkits installiert werden können. Die Driver Signing Policy lässt sich zwar manuell komplett ausschalten, doch dann befindet sich der Windows-PC im Testmodus, was mit dem Wasserzeichen "Testmodus" in der rechten unteren Ecke des Bildschirmes deutlich gemacht wird - also ein äußerst auffälliges Vorgehen für eine Schadsoftware, die im Verborgenen bleiben möchte.

Driver Signing Policy wird unsichtbar deaktiviert

Laut Sekoia nutzt Derusbi einen neuen Weg, um die Driver Signing Policy zu umgehen. In dem untersuchten Fall werden drei signierte Treiber der Firma Novell geladen, die gegenüber der genannten Schwachstelle anfällig sind, so dass die Speicheradressinhalte manipuliert werden können. Das Besondere an dem Vorgehen ist, dass die Driver Signing Policy durch die Manipulation nicht unmittelbar deaktiviert, sondern letztlich nur der innere Mechanismus zur Überprüfung außer Gefecht gesetzt wird. Die Richtlinie bleibt erhalten, wird aber faktisch wirkungslos. Somit bemerkt weder der Nutzer noch das Betriebssystem oder die Antivirensoftware, dass die Driver Signing Policy nicht so arbeitet wie eigentlich angedacht. Sind diese Vorbereitungen von Derusbi getroffen, wird weitere Schadsoftware platziert und ausgeführt, und der Angriff nimmt seinen Lauf.

Die Experten von Fortinet kamen bereits in früheren Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass Derusbi sehr modular ist und von den Entwicklern ein mehrstufiger Ansatz gewählt wurde. Zudem wird die Schadsoftware nur auf bestimmte Ziele angesetzt. Die neuen Erkenntnisse stützen diese Thesen und zeigen, wie zielgenau die Entwickler Schwachstellen zu nutzen wissen, um letztlich Zugriff auf Zielsysteme zu erlangen.

Sowohl die lange Historie der Malware als auch die trickreichen Vorgehensweisen zeigen, dass die Entwickler eine ganze Reihe an Möglichkeiten (und Exploits) haben, um Zielsysteme zu befallen. Es ist anzunehmen, dass das ermittelte Vorgehen zum Befall nur eines von vielen ist und es sich bei Derusbi um einen Baustein einer ganzen Schadsoftware-Suite handelt. Die Entwickler scheinen ein sehr großes Insiderwissen über den Windows-Kernel zu haben und noch dazu ausreichende Ressourcen, um gezielte Angriffe vornehmen zu können. Möglich also, dass es sich um einen Geheimdienst oder eine Organisation mit ähnlich großen Ressourcen handelt.


eye home zur Startseite
Schiwi 10. Dez 2015

Trotzdem beunruhigend dass die Malware Hersteller wohl über große Ressourcen und offenbar...

multivac 08. Dez 2015

zu 1.) Beginning with the release of Windows 10, all new Windows 10 kernel mode drivers...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. ARI Fleet Germany GmbH, Stuttgart
  2. KARL EUGEN FISCHER GMBH, Burgkunstadt bei Bamberg
  3. Robert Bosch GmbH, Bamberg
  4. Zoi TechCon GmbH, Stuttgart, Berlin


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-58%) 24,99€
  2. 32,99€

Folgen Sie uns
       


  1. Verbraucherzentrale

    Regulierungsfreiheit für Glasfaser bringt Preissteigerung

  2. WW2

    Kostenpflichtige Profispieler für Call of Duty verfügbar

  3. Firefox Nightly Build 58

    Firefox warnt künftig vor Webseiten mit Datenlecks

  4. Limux-Ende

    München beschließt 90 Millionen für IT-Umbau

  5. Chiphersteller

    Broadcom erhöht Druck bei feindlicher Übernahme von Qualcomm

  6. Open Access

    Konkurrenten wollen FTTH-Ausbau mit der Telekom

  7. Waipu TV

    Produkte aus Werbeblock direkt bei Amazon bestellen

  8. Darpa

    US-Militär will Pflanzen als Schadstoffsensoren einsetzen

  9. Snpr External Graphics Enclosure

    KFA2s Grafikbox samt Geforce GTX 1060 kostet 500 Euro

  10. IOS 11 und iPhone X

    Das Super-Retina-Display braucht nur wenige Anpassungen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Gaming-Smartphone im Test: Man muss kein Gamer sein, um das Razer Phone zu mögen
Gaming-Smartphone im Test
Man muss kein Gamer sein, um das Razer Phone zu mögen
  1. Razer Phone im Hands on Razers 120-Hertz-Smartphone für Gamer kostet 750 Euro
  2. Kiyo und Seiren X Razer bringt Ringlicht-Webcam für Streamer
  3. Razer-CEO Tan Gaming-Gerät für mobile Spiele soll noch dieses Jahr kommen

Firefox 57: Viel mehr als nur ein Quäntchen schneller
Firefox 57
Viel mehr als nur ein Quäntchen schneller
  1. Mozilla Wenn Experimente besser sind als Produkte
  2. Firefox 57 Firebug wird nicht mehr weiterentwickelt
  3. Mozilla Firefox 56 macht Hintergrund-Tabs stumm

Fire TV (2017) im Test: Das Streaminggerät, das kaum einer braucht
Fire TV (2017) im Test
Das Streaminggerät, das kaum einer braucht
  1. Neuer Fire TV Amazons Streaming-Gerät bietet HDR für 80 Euro
  2. Streaming Update für Fire TV bringt Lupenfunktion
  3. Streaming Amazon will Fire TV und Echo Dot vereinen

  1. Re: Für Legacy Addon manuell umgestellen?

    DebugErr | 01:12

  2. Re: Ein Blick in die Kugel verät mir ...

    TeK | 01:10

  3. Re: München ein Beispiel wie man es nicht macht...

    Niaxa | 01:09

  4. Re: Remotedesktop und gut ist

    GaliMali | 01:04

  5. Re: und warum??? Weil binbash shell und so ein kack

    Niaxa | 01:02


  1. 18:40

  2. 17:44

  3. 17:23

  4. 17:05

  5. 17:04

  6. 14:39

  7. 14:24

  8. 12:56


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel