Abo
  • Services:

Malware: Apples Schutzmechanismen sind nahezu wirkungslos

Weder die in Apples OS X integrierten Schutzmechanismen noch Antivirensoftware verhindern effektiv die Installation oder Ausführung von Malware. Das demonstrierte ein IT-Sicherheitsexperte.

Artikel veröffentlicht am ,
Mac OS X bietet nur unzureichenden Schutz gegen Malware.
Mac OS X bietet nur unzureichenden Schutz gegen Malware. (Bild: Patrick Wardle)

Gatekeeper, XProtect, die Sandbox oder signierte Applikationen: Sie alle sind nahezu wirkungslos gegen Malware. Das demonstrierte der IT-Sicherheitsforscher Patrick Wardle in seinem Vortrag auf der RSA-Konferenz 2015 in San Francisco. Auch gängige Antivirensoftware für Mac OS X verhindert seinen Analysen zufolge keine Infektion. Nicht eine der von ihm überprüften Lösungen habe seine selbstprogrammierte Malware erkannt. Angreifer benötigen aber meist Root-Rechte.

Stellenmarkt
  1. DRACHOLIN GmbH, Metzingen
  2. Universität Passau, Passau

Wardle, der für den Unternehmensberater Synack arbeitet, weist darauf hin, dass Mac OS X mit zunehmender Verbreitung ein immer beliebteres Angriffsziel für Malware-Programmierer wird.

Er machte einige Schwächen etwa bei Gatekeeper aus: Es teste nur, ob eine Anwendung aus einer vertrauenswürdigen Quelle stammt, etwa dem App-Store. Ob eine Anwendung modifiziert wurde, kann Gatekeeper nicht feststellen. Gatekeeper überprüft auch nicht, ob eine Anwendung zusätzlichen Code in das System einschleust.

Kaum Schutz durch Systemwerkzeuge

XProtect soll eigentlich anhand eines Hashwerts erkennen, ob es sich um eine legitime Anwendung oder um Malware handelt. Wardle benannte eine bereits bekannte Malware kurzerhand um und überlistete Xprotect damit problemlos.

Auch die Überprüfung der Codesignaturen sei unzuverlässig, sagte Wardle. Solche Signaturen können ohne weiteres entfernt werden, etwa mit einem einfachen Python-Skript. Ohne Signatur wird die Anwendung dennoch gestartet, auch wenn sie zuvor mehrfach mit einer gültigen Signatur aufgerufen wurde. Der Kext-Daemon des Systems, der Signaturen von Kernel-Erweiterungen überprüfen soll, kann mit einfachen Benutzerrechten so manipuliert werden, dass eine Überprüfung wegfällt. Wird er beendet, fällt eine Überprüfung ebenfalls weg, Anwendungen lassen sich dennoch starten.

Auch die Sandbox von Mac OS X, in der Anwendungen in einer isolierten Umgebung laufen sollen, sei anfällig, sagte Wardle. Sie laufe zwar stabil, habe aber etliche Schwachstellen, die es einer Anwendung erlauben, aus der Sandbox auszubrechen. In Googles Project Zero wurden bereits 20 solcher Schwachstellen gelistet.

Kostenlose Werkzeuge sollen helfen

Im Internet kursiere bereits zahlreiche Malware wie Callme, Crisis, Kitmos oder Yontoo, die mit gültigen Entwicklerzertifikaten versehen sind, so Wardle. Eine ähnliche Vorgehensweise wurde im November 2014 unter dem Namen Masque Attack bekannt. Dabei wurden unter anderem Plugins für Spotlight oder Cronjobs genutzt, um Malware nachhaltig im System zu installieren. Allerdings benötigen die meisten Angriffe Root-Rechte, etwa durch die nur teilweise behobene Rootpipe-Schwachstelle, wie Wardle in seinem Video demonstrierte.

Wardle hat zwei kostenlose Werkzeuge bereitgestellt, die Nutzern helfen sollen, mögliche Schadsoftware zu entdecken. Knock Knock sendet Hashwerte aller gestarteten Dateien an Virus Total und benachrichtigt den Anwender so bei möglichen Gefahren. Block Block meldet, wenn ein Prozess versucht, auf eine Stelle im System zuzugreifen, das bekanntermaßen von Malware ausgenutzt wird.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 119,90€
  2. 216,50€
  3. 349,00€ (inkl. Call of Duty: Black Ops 4 & Fortnite Counterattack Set)

Leo K. 29. Apr 2015

Was ist denn das fuer ne idiotische Aussage? Es ist absurd eine Statistik so anzugehen...

( Alternativ... 28. Apr 2015

.... für die meisten erfolgreichen Angriffe wird der Originalschlüssel benötigt ...

Baron Münchhausen. 28. Apr 2015

Für einen derart harten Schlag braucht man judo!

hw75 27. Apr 2015

Die Sache ist hier nicht nur, dass das Sicherheitsschloss geknackt wurde, sondern im...

blackout23 27. Apr 2015

Hat schon jemand einen Steve Jobs Ultras Fanclub gegründet?


Folgen Sie uns
       


HP Spectre Folio - Test

Das HP Spectre Folio sieht außergewöhnlich aus, riecht gut und fühlt sich weich an. Das liegt an dem Echtleder, welches das Gehäuse einhüllt. Allerdings zeigen sich im Test die Nachteile des Materials.

HP Spectre Folio - Test Video aufrufen
Honor Magic 2 im Test: Die Smartphone-Revolution ist aufgeschoben
Honor Magic 2 im Test
Die Smartphone-Revolution ist aufgeschoben

Ein Smartphone, dessen vordere Seite vollständig vom Display ausgefüllt wird: Diesem Ideal kommt Honor mit dem Magic 2 schon ziemlich nahe. Nicht mit Magie, sondern mit Hilfe eines Slider-Mechanismus. Honor verschenkt beim Magic 2 aber viel Potenzial, wie der Test zeigt.
Ein Test von Tobias Czullay

  1. Honor Neues Magic 2 mit Slider und ohne Notch vorgestellt
  2. Huawei Neues Honor 8X kostet 250 Euro
  3. Honor 10 vs. Oneplus 6 Oberklasse ab 400 Euro

Metro Exodus im Technik-Test: Richtiges Raytracing rockt
Metro Exodus im Technik-Test
Richtiges Raytracing rockt

Die Implementierung von DirectX Raytracing in Metro Exodus überzeugt uns: Zwar ist der Fps-Verlust hoch, die globale Beleuchtung wirkt aber deutlich realistischer und stimmungsvoller als die Raster-Version.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Turing-Grafikkarten Nvidias Geforce 1660/1650 erscheint im März
  2. Grafikkarte Chip der Geforce GTX 1660 Ti ist überraschend groß
  3. Deep Learning Supersampling Nvidia will DLSS-Kantenglättung verbessern

Honor View 20 im Test: Schluss mit der Wiederverwertung
Honor View 20 im Test
Schluss mit der Wiederverwertung

Mit dem View 20 weicht Huawei mit seiner Tochterfirma Honor vom bisherigen Konzept ab, altgediente Komponenten einfach neu zu verpacken: Das Smartphone hat nicht nur erstmals eine Frontkamera im Display, sondern auch eine hervorragende neue Hauptkamera, wie unser Test zeigt.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Huawei Honor View 20 mit 48-Megapixel-Kamera kostet ab 570 Euro
  2. Huawei Honor 10 Lite mit kleiner Notch kostet 250 Euro
  3. Huawei Honor View 20 hat die Frontkamera im Display

    •  /