Malus.sh: KI-Tool befreit Open-Source-Programme von Lizenzen
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Das KI-Tool Malus kann vollständige, sogenannte Clean-Room-Klone, von Open-Source-Software erstellen, die dadurch nicht mehr den zuvor gültigen Urheberrechtslizenzen unterliegen. In einem Blogbeitrag auf ihrer Webseite(öffnet im neuen Fenster) erklären die Macher des Tools, dass sie damit die freie Nutzung und Modifizierung von Open-Source-Programmen gewährleisten wollen, ohne dass deren Anwender den damit einhergehenden möglichen Risiken ausgesetzt sind.
Das Kernproblem bei Open Source sei, dass es nur einen verärgerten Idealisten, eine geopolitische Agenda oder ein schwaches Passwort brauche, um die Remote-Ausführung von Code auf Tausenden Systemen zu ermöglichen.
Als Beispiele für diese Risiken werden in dem Beitrag die Log4J-Lücke im Jahr 2021, die Sabotage von Node-IPC im Jahr 2022 und Kompromittierungen genannt, wie sie durch den NPM-Wurm Shai Hulud Ende 2025 auftraten.
Unternehmen, die auf Open Source setzen möchten, seien einem strukturellen Risiko ausgesetzt, weil die Entwickler von Open-Source-Anwendungen weder zu Patches noch zur Zusammenarbeit mit den Nutzern ihrer Software verpflichtet seien. Dennoch müssten Firmen sich nach der Durchsetzung der Open-Source-Lizenzen richten, heißt es weiter.
Gesetz ermöglichte auch Klon des IBM Bios in den 1980er Jahren
Um dies zu umgehen, beruft sich Malus auf ein US-Gesetz aus dem Jahr 1879. Es regelt, dass das Urheberrecht zwar die spezifische Art und Weise der Umsetzung schützt, aber nicht die Idee selbst. Das bedeutet, dass jeder, der unabhängig dieselbe Funktionalität mit anderen Ausdrücken nachbildet, das Urheberrecht darauf für sich beanspruchen darf.
Als Beispiel für eine derartige Anwendung des Urheberrechts wird das Unternehmen Phoenix Technologies angeführt. In den 1980er Jahren klonte es das IBM Bios (Basic Input/Output System).
Ein Ingenieur hatte es auf jedes dokumentierte und undokumentierte Verhalten hin untersucht, daraus eine Funktionsbeschreibung erstellt und diese einem weiteren Ingenieur gegeben, der den IBM-Code noch nie gesehen hatte. Dieser erstellte anhand der Beschreibung ein IBM-kompatibles Bios.
Das KI-Tool von Malus geht denselben Weg und erstellt eine Funktionsbeschreibung auf Basis eines vorliegenden Open-Source-Programms. Im Anschluss daran schreibt eine unabhängige Komponente des Tools ein neues Programm auf Basis der Funktionsbeschreibung. Es soll im Ergebnis zwar dieselbe Funktionalität wie das Original bieten, aber nicht mehr dessen Lizenzbedingungen unterliegen.
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